Samstag, 23. Juli 2005

Klagenfurter Dom ein Orgelkonzert des Sommerzyklus 2005 am 23.7.2005.

Klagenfurt, 23. Juli 2005

Aufgrund meiner Urlaubstage in Kärnten besuchte ich im Klagenfurter Dom ein Orgelkonzert des Sommerzyklus 2005 am 23.7.2005.



Foto: Dom in Klagenfurt / Österreich (Foto: Domgemeinde Klagenfurt)

Der Klagenfurter-Dom besitzt eine Mathis-Orgel (Schweizer Orgelbaufirma) erbaut im Jahr 1986 mit 45 Register und 9 eingebaute Zungenstimmen nach französischer Bauart.


Dom in Klagenfurt mit Sicht auf die Mathis-Orgel (Foto: Domgemeinde Klagenfurt)

Das Programm des Konzertes wurde sommerlich zusammengestellt: Organist Konstantin Reymaier, Trompete: Gerald Zaminer.



Foto: Organist: Konstantin Reymaier

Programm:

Claude Gervaise (italien.Meister um 1550) Renaissance-Tänze; Pavane, Galliarde, Branie de Bourgogne, Branle Gai, Allemande

Charles Marie Widor (franz.Meister 1844 - 1937) Aus Symphonie Nr. 5 in f - Moll, Allegro - Vivace

Arcangelo Corelli (italien.Meister 1653 - 1713) Sonate in e-Moll; Prelude - Largo, Allemande - Allegro, Sarabande - Largo, Gigue - Allegro

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) Präludium in a - Moll, BWV 551

Georg Friedrich Kauffmann (1679 - 1735) Choralvorspiele: Herr Christ, der einnig Gottssohn, Herr Gott, dich loben wir

Konstantin Reymaier (geb. 1967 österr. Organist) Improvisation über einen vom Publikum genannten Choral

Leopold Mozart (1719 - 1787) Concerto in D-Dur, Andante, Allegro

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In den einzelnen Programmpunkten entwickelte der Organist Konstantin Reymaier spezifische persönliche Empfindsamkeiten die Werke entsprechend den Komponisten und ihrer Zeitepoche künstlerisch und in der Registrierung klangfarblich umzusetzen. Hier erweist er sich als ein wahrer Könner die Orgelkomponisten der Renaissance bis zum Barock fundiert umgesetzt zu Gehör zu bringen. Grandios gelang es ihm von Charles Marie Widor die Symphonie Nr. 5 in f - Moll, Allegro - Vivace, absolut meisterlich in der Registrierung und Klangfülle diese Werk virtuos umsusetzen. Ungewöhnlich im Konzert, hierauf erfolgte langanhaltender Beifall für einen Organisten, der dieses großartige Werk vortrefflich vortagen konnte.

Ebenso ist seine Improvisationskunst über einen genannten Choral (benannt aus dem Besucherkreis, der mir leider aber entfallen ist) zu bewundern. Diese Improvisationskunst von Reymaier entspricht einer allerersten Qualität, so wie er sie vollendet vorgeführt hat. Ob feinfühlig, brutal, alle Register gezogen, oder stimmlich wieder zurückhaltend, die Umsetzung war als Grossartig zu benennen.

Hier erweist sich die Mathis-Orgel als ein herrliches Instrument, die entsprechend der Raumfülle des Domes als gekonnt erbaut und stimmlich angepasst worden ist. Hier ist ein Meister seines Faches zu bewundern.

Als nicht ganz so geglückt ist die Trompetenbegleitung in den Stücken von Arangelo Corelli zu bewerten, da die Akustik des Domes eine strahlende Trompete nicht zulässt. Nach schwachem Beginn merkte der Trompeter, Gerald Zaminer, mit welchen Tücken er zu kämpfen hat, und nahm seinen Ton entsprechend zurück, so dass das Zusammenspiel mit der Orgel feiner abgestimmt umgesetzt wurde.

Als Programmabschlusspunkt von Leopold Mozart das Concerto in D-Dur. Diese Leichtigkeit des Stückes und wiederum stimmlich und gekonnt registrierend vom Organisten Reymaier umgesetzt, entließ den Besucher beschwingt in den Sommerabend mit dem Empfinden, ein wunderbares zusammengestelltes Orgelprogramm mit einem großartigen Künstler an der Orgel erlebt zu haben.

DISPOSITION

der Mathis-Orgel im Dom zu St. Peter und Paul/Klagenfurt Baujahr: 1986

Schwellwerk: 45 Diapason 8' 44 Gambe 8' 55 Flûte 8' 54 Voix célèste ab c° 8' 43 Principal 4' 53 Flute traversière 4' 52 Nasard 2 2/3' 42 Cor de nuit 2' 51 Tierce 1 3/5' 41 Plein jeu 5 fach 2' 65 Basson 16' 64 Trompette harmonique 8' 63 Hautbois 8' 62 Clairon 4' 75

Tremulant Pedal: 38 Principalbaß 16' 28 Subbaß 16' 18 Quinte 10 2/3' 37 Octave 8' 27 Gedacktflöte 8' 36 Choralbaß 4' 26 Mixtur 4 fach 2 2/3' 17 Posaune 16' 16 Zink 8'

Hauptwerk: 25 Bourdon 16' 35 Principal ab c1 doppelt 8' 24 Flauto 8' 14 Viola 8' 13 Voce umana ab g° 8' 34 Octave 4' 23 Spitzflöte 4' 22 Quinte 2 2/3' 33 Octave 2' 32 Mixtur 5 fach 2' 31 Cymbel 3 fach 1' 12 Cornet 5 fach ab fo 8' 15 Trompete 8'

Rückpositiv : 58 Gedackt 8' 48 Praestant 4' 75 Rohrflöte 4' 47 Octave 2' 57 Larigot 1 1/3' 66 Sesquialtera 2 fach 2 2/3' + 1 3/5' 46 Scharff 5 fach 1 1/3' 68 Krummhorn 8' 67 Holzregal 8' 78 Tremulant

Spielhilfen: Koppeln: 3 RP/P , 4 SW/P, 5 HW/P, 6 SW/RP, 7 SW/HW, 8 RP/HW – als Handregister und Fußtritt Plenotritt: AN/AB – je ein Tritt - aktiviert/deaktiviert die Prinzipale de. HW und P (31-38, 26) Registertritte: Trompete 8’ und Posaune 16’ – wird über Fußtritt aktiviert/deaktiviert. Sperrventil: für das Großpedal – wird über Fußtritt aktiviert/deaktiviert (26, 17, 18, 38)

(Quelle: Domgemeinde Klagenfurt)


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