Dienstag, 30. August 2005

Orgelkonzert des polnischen Organisten Witold Zalewski in Brig / Walls

Brig / Wallis-Schweiz, im August 2005

nach erlebnisreichen Urlaubstagen im Wallis/Schweiz, besuchte ich ein Orgelkonzert in der Kollegiumskirche Brig/Wallis.



Kollegiumskirche in Brig / Wallis-Schweiz! (Copyright: V.Hege)

Die neue Barockorgel entstand aus der schweizer Orgelwerkstatt Hans-J. Füglister, Grimisuat, im Jahre 1994. Das Gehäuse der Orgel wurde bewusst im Stil und in der Tradition alter Walliser Orgelprospekte nachgebaut. Für die klangliche Seite des Instrumentes stand die französische Orgelbaukunst Pate. Orgelklänge aus der „Periode dassique“ und der romantischen Epoche in Frankreich wurden in der Orgel vereint. Der hallige Kirchenraum tut ein weiteres dazu, französische Kathedralakustik in der Kollegiumskirche erleben zu können.


Füglister-Orgel, Kollegiumskirche Brig - Wallis - Schweiz (Copyright: V.Hege)

Durch die Disposition mit 40 Registern auf drei Manualen und Pedal (2960 Pfeiffen) wurde so eingerichtet, dass französische Orgelmusik der Romantik getreu den Registerangaben realisiert werden kann. Zur vielseitigen Verwendbarkeit wurden gegenüber dem franz. Stil einige Kompromisse eingegangen. Die Zungenpfeiffen des Pedals sind weicher und zurückhaltender in der Lautstärke, ebenso die Trompeten des Positivs. Die Register und das Positiv haben einen leichten

barocken und silberne Klangfarbe.

Das Konzert wurde durch den polnischen Organisten Witold Zalewski aus Krakau veranstaltet. Seit 1996 ist er an der Wawel-Kathredale als Organist angestellt. Gleichzeitig unterrichtet er an der Erzdiözesan- schule für Organisten und der Päpstlichen Theologischen Akademi in Krakau. Er ist Urheber und Direktor des Internationalen Festivals der Orgelmusik in Zakopane und des Festivals der Orgelmusik in Rabka Zdroj und wurde mehrmals ausgezeichnet für die Verbreitung der Orgelmusik mit Orgelwerken von Buxtehude, Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Vierne.

Folgende Orgelkompositionen wurden zu Gehör gebracht:

Mieczyslaw Surzynski (polnischer Organist, 1866-1924) Swiety Boze op.38 (Improvisation über ein altes polnisches Kirchenlied „Heiliger Gott“)

Surzynski war Polens bedeutenster Orgelvirtuose und Komponist in den des späten 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhundertes. Witold Zalewski verstand es hier ausgezeichnet, diese schöne polnische Kirchenkomposition gekonnt registrierend und virtuos klanglich umgesetzt den Besuchern vorzuführen.

Cesar Auguste Franck (belgisch-franz. Organist, 1822-1890) Prelude, Fugue et Variation op.18

Der absolute Höhepunkt des Orgelkonzertes war die Darbietung des op. 18. Zalewski verstand es hier ausgezeichnet, die französisch romantische Orgelkomposition gekonnt an der für fanz. Orgelmusik konzipierte Füglister-Orgel umzusetzen. Grandios klangfarblich registrierend dargeboten dieses schöne Orgelstück zu Gehör zu bringen. Die dynamischen Möglichkeiten, die Eigenschaften des Einsetzens, die akkustischen Effekte in den Stimmlagen wurden hervorragend interpretiert und umgesetzt. Hier erwies er sich als großer Könner und Interpret der franz. Orgelmusik.

Felix Alexandre Guilmant (französischer Orgelkomponist (1837-1911) Orgelsonate in d-moll op.42

So wie Zalewski es in dem Orgelstück op.18 von Franck verstand erweist er sich hier ebenfals als ein hervorragender Registrator und schafft mit unauffälliger Virtuosität die für diesen Komponisten typische Atmosphäre eines warmtönigen Klanges der allerersten Güte. Ein grossartiger polnischer Organist verstand es, den zahlreichen Zuhörern die polnische und französiche Orgelmusik näher zu bringen und sie bedankten sich mit langanhaltendem Applaus.

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Disposition der Füglister-Orgel
Orgel der Kollegiumskirche in Brig
Orgelbau Hans-J. Füglister, Grimisuat ob Sion 1994

Grand-orgue I C - a‘‘‘

Montre 16‘
Montre 8‘
Flûte harmonique 8‘
Bourdon 8‘
Gambe 8‘
Prestant* 4‘
Doublette* 2‘
Fourniture* 5 rgs 22/3‘
Cornet* 5 rgs 8‘
Trompette* 8‘
Clairon 4‘

Récit expressif III C - a‘‘‘
Flûte harmonique 8‘
Viole de gambe 8‘
Voix céleste 8‘
Flûte octaviante 4‘
Octavin* 2‘
Trompette harmonique* 8‘
Basson-Hautbois 8‘
Voix humaine 8‘
Clairon harmonique* 4‘
Tremblant fort

Positif II C - a‘‘‘
Bourdon 16‘
Montre 8‘
Cor de nuit 8‘
Salicional 8‘
Prestant 4‘
Flûte 4‘
Nasard* 22/3‘
Doublette* 2‘
Tierce* 13/5‘
Plein-jeu 4 rgs* 11/3‘
Cromorne* 8‘
Trompette* 8‘
Tremblant doux

Pédale C - f‘
Flûte ouverte 32‘
Flûte 16‘
Soubasse 16‘
Basse 8‘

Octave 4‘
Bombarde* 16‘
Trompette* 8‘
*=jeux de combinaison


Koppeln:
II/I, III/I, III/II; I/P, II/P, III/P


(Angaben von Vox_07_11_2000.pdf)

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