Sonntag, 12. Februar 2006

Archiv Beitrag: Haller Bachtage klingen in der Nicolaikirche Bielefeld aus !

Bielefeld, 12.02.2006

Chorkonzert II; Sonntag 12. Februar 2006; 17:00 Uhr Altstädter Nicolai-Kirche, Bielefeld, im Rahmen der 43. „Haller Bachtage“.




Foto: Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld (Foto: Nicolaigem.)

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750) "Sanctus" aus der "Messe h-moll" BWV 242

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) "Lobgesang" op. 52 Sinfonie-Kantate nach Worten der heiligen Schrift.

Ausführende: Cornelie Isenbürger, Sopran; Victoria Biehal, Sopran; Luca Martin, Tenor; Bach-Orchester Hannover; Christof Pülsch, Orgel; Bach-Chor Halle;

Leitung: KMD Martin Rieker

„Die Haller Bachtage“ 1961 von Prof. KMD Burghard Schloemann gegründet, seit 1988 leitet ihn KMD Martin Rieker. Mit der Einführung der "Haller Bach-Tage" 1964 wuchs sein Auftrag, den jährlichen Höhepunkt bildet das "Chorkonzert II". Hier wurden u.a. sämtliche bachschen Oratorien, Mendelssohn Bartholdys "Elias" und "Das Buch mit sieben Siegeln" aufgeführt.

Besucherschlangen an der Kasse vor Konzertbeginn ließen den Anfang des Konzertes etwas hinauszögern, die Kirche war randvoll besetzt, zumal das Abschlusskonzert das erste Mal in Bielefeld stattfand.


Foto: Innenansicht der Altstätter Nicolaikirche in Bielefeld

Zu Beginn ertönte das „Sanctus“ aus der „Messe h-moll“ BWV 242 von dem Massenchor (ca.100 Sänger/innen vorgetragen in einer nicht gerade berauschenden Kirchen-Akustik. Wie wohltuender würde hier ein „A-Capella-Chor“ dem Werk gerechter werden, die Artikulation des Chores verhallte in dem Kirchenschiff und war in der Gesamtausführung diesem grandiosen Werk von Bach einfach nicht gewachsen. Jammerschade, aber so manche Interpreten fallen wieder in die Praxis der Richter-Zeit zurück und müssen daraus eine Mammut-Veranstaltung kreieren.


Der nachfolgende Programmpunkt von: Felix Mendelssohn Bartholdy (1808-1847),

Lobgesang. Eine Symphonie-Kantate nach Worten der Hei ligen Schrift für Soli, Chor, Orchester und Orgel op. 52, wurde vortrefflich wiedergegeben. Mendelssohn bemühte sich in seiner Zweiten Sinfonie, die 1840 in Leipzig uraufgeführt wurde, sich von der barocken Kompositionsform loszusagen und seinen eigenen Stil zu finden. Er dachte zunächst an „eine Art von kleinerem Oratorium oder größerem Psalm“. Dann entschloss er sich zu einer ungewöhnlichen Lösung: einer „Symphonie-Kantate nach Worten der Heiligen Schrift.

Herausgekommen ist ein Kompositionsform die zwischen Beethovens Neunter und Mahlers Achter einzuordnen ist. Wohllaut und feinsinnige Lyrik, aber auch eine gewisse Unverbindlichkeit in der melodischen Form, sowie mitreißender, hymnischer Schwung, große, sich kontrapunktisch aufbauende Steigerungen enthalten dieses mitreißende Werk.

Das Bachorchester Hannover bestach durch seine Größe und sein exelentes Spiel in einer großartigen romantischen Klangwiedergabe. Die Gesangssolisten lieferten eine bravoröse Leistung; ob im Sopran-Duett oder im Solopart, mit einer einfühlsamen Stimme verstanden sie es, diese Aufführung zu bereichern.

In diesem großen Opus-Werk ist der „Massige Bachchor“ aus Halle wesentlich angebrachter anzusehen. Die Mendelssohnsche Mischung von Triumphmarsch und sensibler Klangsinnlichkeit wurde von ihnen wirklich hervorragend interpretiert und gesanglich gekonnt dargeboten, die einzelnen Stimmlagen des Chores waren hervorragend besetzt und wussten in diesem Werk makellos zu überzeugen.

KMD Martin Rieker war in diesem Programmteil ein vortrefflicher Leiter und führte das Orchester und den Chor gekonnt durch dieses große Werk. Herzlicher Applaus der Besucher dankten den Ausführenden und hoffen auf ein Wiedersehen in 2007.

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