Samstag, 10. Februar 2007

Stifterkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in St. Marien, Herford

Herford, 10.02.2007


Stifterkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in St. Marien, Herford

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Stifterkonzerte für die Nordwestdeutsche Philharmonie wurde am Samstag, 10.2.2007, in der St Marienkirche Stift Berg in Herford ein hochkarätiges Sinfoniekonzert mit Werken von Beethoven und Schumann geboten. Diese Veranstaltung wurde zum vierten Mal ausgetragen und wird hauptsächlich durch die „Dieter Ernstmeier Stiftung, Herford“ getragen.

Das Programm:

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Konzert D-Dur op. 61 für Violine und Orchester

Robert Schumann (1810-1856) Sinfonie Nr.4 D-Moll op. 120

Solist Violine: Eduardo Zosi

Leitung: Frank Beermann



Foto: NW

Als ein Juwel erwies sich der erst 18-jährige italienische Solist für Violine Edoardo Zosi in der Sinfonie für Violine und Orchester, D-Dur, op. 61. von Ludwig van Beethoven.

Der junge Solist überzeugte in den zu begleiteten Partien in einer angemessenen Zurückhaltung und wusste in seinen Kadenzen voll zu überzeugen, blieb immer mit einem tragenden und ausgeglichenen Ton deutlich präsent. Hier erwies sich die hallige Akustik der Kirche als ein vorzüglicher Aufführungsort.

Dementsprechend agierte der Dirigent Frank Beermann mit seinem Klangkörper, gelassen ließ er in einem treffenden Spannungsbogen des Orchesters musizieren, mal kräftig zupackend dann wieder im Ton verhalten, ließ er die Bläser kräftiger im Ton erstrahlen. Im ersten Satz „Allegro ma non troppo“ wurde ein heiterer ruhiger Spannungsbogen aufgebaut, um dann aber kräftiger dem Satz tonal die Würze zu verleihen. Genau dort setzte er die gleiche Linie im zweiten Satz „Larghetto“ fort.

Im dritten Satz „Rondo Allegro“ wurde mal ein zügigeres dann wieder ein ruhigeres Tempi vorgegeben, die Artikulation der Wiedergabe passte sich den Gegebenheiten des Aufführungsortes an, die Strukturen und Linien klar erkennbar erstrahlte dieser Satz in einer wunderbaren Wiedergabe. Beermann verstand es vorzüglich, den jungen Violinisten Edoardo Zosi in der Wiedergabe entsprechen mit einzubinden.

Ein ineinander harmonisches Geflecht verband das Orchester mit dem jungen Violin- Solisten, die Kadenzen wurde von ihm so harmonisch, klanglich und innig berührend gespielt, dass es den Besuchern den Atem anhielt, künstlerisch perfekt vorgetragen, bewusst die Spannung aufbauend verstand es der Solist ebenso perfekt die piano gespielte Kadenz in der hervorragenden Akustik noch hörbar gespielt einen weiteren Glanzpunkt darauf zu setzten. Technisch und künstlerisch durch sein perfektes Spiel verlieh er diesem Werk das Format Extraklasse, hier entwickelt sich ein Künstler mit hohem Potenzial.

Umso schwungvoller und emotionaler aufgeladen erklang die anschließende 4. Sinfonie von Robert Schumann. Die verschiedenartigen Tempi, von langsam bis zum schnellen „Presto“ erklangen in voller Orchesterlautstärke, dass die Marienkirche in ihren Grundfesten zu beben begann. Hier gab Beermann seine zuvor gegebene Zurückhaltung vollends auf und führte den Klangkörper über auch noch so große Klippen souverän und meisterlich in ein grandioses Schlussfinale.

Mit einem Beifallssturm und Bravorufen wurden die Aufführenden für ihre gekonnte Wiedergabe belohnt.

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