Donnerstag, 15. März 2007

Archiv Beitrag: Brillantaufnahmen der Bachkantaten von Pieter Jan Leusink

Muriel sagt:

Zu den anderen Interpreten. Ich denke an die Brillantaufnahme der Bachkantaten. M.E. ist der Knabenchor einfach überfordert.

Complete Cantatas (Brilliant Classics)

Unwillkürlich empfindet man die unglaubliche Leistung, die darin besteht in relativ kurzer Zeit alle Kantaten aufgenommen zu haben. als Dressurakt. Das ändert jedoch nichts daran, dass es einige hervorragende Solisten gibt. Zuerst R.Holton, es gibt für mich keine Bessere, auf eben solchem Level der Bass, ganz vorzüglich und auch NJico van der Meel bravourös.

Liebe Grüße
Muriel

P.S. Dieser Kommentar wurde von Volker /admin (am 17.3.2007) mit einer neuen Überschrift versehen und in diese Kategorie verschoben und ein Cover zur Verständlichkeit hinzugefügt!

1 Kommentar:

Volker hat gesagt…

1. Volker /admin sagt:
16.3.2007 bei 01:00

Hallo Muriel,

deinen Beitrag über: “Zu den anderen Interpreten.” Ich denke an die Brillantaufnahme der Bachkantaten. M.E. ist der Knabenchor einfach überfordert.”
—————

habe ich in die richtige Kategorie verschoben und zwar lautet die Kategorie: “Andere Interpreten im Gegensatz zu Sir J.E. Gardiner.”

Dein Beitrag stand als Kommentar unter: 1 Antwort auf “Jan Dismas Zelenka (1679-1745) “Miserere c-moll” Rheinische Kantorei, Hermann Max,”

Dieser Beitrag über Zelenka ist von mir eine Vorankündigung gewesen und wird noch abgearbeitet. Sicherlich war es ein Versehen von Dir, den Kommentar daranzuhängen.

Vergebe doch bitte in der Überschrifts-Zeile einen aussagekräftigen Titel ich habe einfach einmal einen Titel
aus dem Kommentar von Dir rekonstruiert: “Brillantaufnahme der Bachkantaten.”

In deinem Text erscheint folgender Hinweis: ….M.E. ist der Knabenchor einfach überfordert.

Meine Frage dazu, was oder meinst Du mit M.E. was mir im Moment nichts sagt, könntest Du das (M.E.) einmal genauer beschreiben.

Herzliche Grüsse

Volker
2. Volker /admin sagt:
17.3.2007 bei 02:00

Hallo Muriel,

Du sprichst von der Gesamteinspielung der Bach-Kantatenwerke von Pieter Jan Leusink veröffentlicht im Oktober 2005 beim Label “Brillant.”

Complete Cantatas (Brilliant Classics)
Kantaten BWV 1-10, 12-14, 16-52, 54-117,
119-140, 143-159, 161-188, 192, 194-199

Ruth Holton, Nico van der Meel, Knut Schoch,
Marjon Strijk, Syste Buwalda, Marcel Beekman,
Hollands Boy Choir, Netherlands Bach
Collegium, Leitung: Pieter Jan Leusink

Das 208-seitige Booklet enthält sämtliche
Kantatentexte (deutsch),sowie kurze Einführungstexte (englisch)
bei jpc sind 60 CD’s für 99,99 € erhältlich.

————–
Besitzt Du die Gesamteinspielung? Die Kritiken dazu gehen meilenweit auseinander. Teilweise sind die Einspielungen einzelner Kantatenwerke sehr gut, dann wiederum werden andere Einspielungen als seelenlose Musik zerrissen.
Ich muss gestehen, dass ich keine einzige Einspielung von Leusink besitze. Deshalb kann ich ein persönliches Urteil zu dieser Gesamteinspielung nicht abgeben.

Das die Sopranistin Ruth Holton auch bei Gardiners BCP mitgesungen hat ist bekannt sie gefällt mir sehr gut und finde sie als eine Idealbesetzung.
Zu den anderen Gesangsolisten kann ich nichts beisteuern, da ich sie noch nicht gehört habe.

In der Praxis Knabenchöre in den Kantatenwerken einzusetzen kann man muss man aber nicht. Für mein Hörempfinden und der heutigen Aufführungspraxis ziehe ich die gemischten Chöre absolut vor.

Über Sytse Buwaldas; als Altus; wird auch nichts berauschendes berichtet, es ist schlimm in der heutigen Aufführungspraxis, immer auf unqualifizierte Sänger zurückzugreifen, die Bachs Musik gesanglich nicht rüberbringen können.

Herzliche Grüsse

Volker

P.S. Wer im Blog trotz mancher Kritik zu der Gesamteinspielung von Leusnik zugreifen möchte, kann das Gesamtwerk über jpc beziehen h i e r klicken!


3. Muriel sagt:
17.3.2007 bei 09:00

Buwalda ist nach meinem Empfinden eine echte Katastrophe. Merkwürdig nur, dass er durchgängig alle Kantaten singt und dass Suzuki ihn anfänglich auch einsetzte. Begeistert bin ich von Bas Ramslaar, ein Bass, wie ich ihn mir immer vorstellte. Ganz solide Kurt Schoch, manchmal etwas schreiig und wirklich auch gut Marion Strik (Sopran, wenn R.Holton mal leider nicht eingesetzt wird). Übrigens “Jauchzet Gott…” wird von Frau Holton gesungen und die Trompete spielt Susan Williams. Das Problem bleibt der Chor. Da fürchte ich, dieses wäre ein Fall für das Jugendamt. So eine Aufnahme muss die Kinder so unter Stress setzen, dass nur ein BLinder und Tauber keine Bedenken haben kann. Man hört ja das sehr oft, dass Behringer z.B. seine Knaben unglaublich hart behandelt. Trotz aller Dressur kann der Chor die Stücke nicht bewältigen.

Herzliche Grüße
Muriel
4. Martin sagt:
17.3.2007 bei 09:00

Hallo zusammen,

auch ich kenne die Solisten (außer Ruth Holton) und die Aufnahme (noch) nicht.

Zu Knabenchören in Bachs Kantaten gibt es wirklich viele unterschiedliche Meinungen.
Meine persönliche Meinung ist, dass sie nicht dazu passen. Sie klingen oft gequält und nicht wirklich schön und voll und auch immer irgendwie gleich. Ein gemischter Chor mit entsprechend ausgebildeten Sängern hat da andere Möglichkeiten, was Volumen und Dynamik angeht und ist besser in der Lage, verschiedene Stimmungen deutlich zu machen.
Dann stellt dich noch die Frage der Authenzität. Wie schon oft in der Diskussion gesagt wurde, ist es im Gegensatz zum Orchesterklang (es gibt ja Originalintrumente bzw gleich klingende Nachbauten) nicht möglich, den Chorklang von damals nachzuempfinden, weil die Stimmen heutzutage anders klingen und die Thomanerknaben (wie alle anderen auch…) erst gegen Ende der 10er Jahre in den Stimmbruch kamen.

Ich bin mit den Ansätzen von Gardiner, Koopman, Suzuki usw absolut zufrieden und denke, dass die Musik so am eindrucksvollsten aufgeführt wird und dem tiefsinnigen religiösen Inhalt am Ehesten gerecht wird. Aber das ist meine persönliche Meinung. Das muss jeder für sich entscheiden. Auch Interpreten wie Rilling, Biller usw haben ja eine große Fangemeinde.

Schöne Grüße,
Martin
5. Volker /admin sagt:
18.3.2007 bei 02:00

Hallo,

als ein Irrwitz entpuppte sich das Weihnachtsoratorium mit dem Tölzer Knabenchor in unserer hiesigen Konzerthalle im Dezember. Der Bassist Panajotis Iconomou (ehemaliges Mitglied der Tölzer) trat mit Knabensolisten auf was auf heftige Kritiken stiess, was lassen sich unsere Interpreten noch für einen Schwachsinn einfallen, das ist doch wohl die Spitze des Unerträglichen. Bach würde sich im Grabe umdrehen…

Panajotis Iconomou trat ebenfalls während der BCP als Solist auf, so ganz konnte er mich in der Einspielung SDG 121 Vol. 26 (Pfingstkantaten) nicht überzeugen, er besitzt ein Vibrato in seiner Stimmanlage die nicht schön anzuhören ist und singt die Koloraturen nicht ganz sauber aus. Sein Gesangsvolumen ist aber prächtig und besitzt einen warmen Klang.

Zu Suzuki habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis bekommen durch die DVD-Einspielung der Matthäuspassion aus Tokio.
Die Aufführung fand in einer riesigen seelenlose Betonhalle vor ca. 3000 Besuchern statt, die Solisten waren überhaupt nicht der stimmlichen und wortgetreuen Wiedergabe gerecht geworden. Dieses großartige Vokalwerk von Bach wurde herzlos abgespult und erzeugte keine Gänsehautstellen bei mir, also habe ich auf weitere Einspielungen von ihm vorerst einmal verzichtet und warte seine weitere Entwicklung einmal ab.. !

Herzliche Grüsse
Volker