Dienstag, 27. März 2007

Archiv-Beitrag: Tenöre bei der BCP-Tour u.a. James Gilchrist; Mark Padmore; Christoph Genz

Volker: 27.03.2007


Hallo,

was haltet ihr von den Tenören während der Bach Cantata Pilgrimage Tour 2000.

Meine Favoriten sind hier eindeutig James Gilchrist; Mark Padmore und Christoph Genz…….

Engl. Tenor James Gilchrist

Engl. Tenor Mark Padmore

Deutscher Tenor: Christoph Genz

In der SDG 128 Veröffentlichung aus der Georgenkirche in Eisenach singt James Gilchrist
im BWV 134 „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“ im 2. Satz der Tenor-Arie: „Auf, Gläubige, singet die lieblichen Lieder“ einen ausdrucksstarken Part, er zelebriert in dieser Arie einen Jubel-Gesang von unglaublicher Intensität. Sein Stimmvolumen ist großartig und in der Wort-Artikulation beeindruckend. Seine Koloraturen singt er sauber aus und versteht es, Nuancen in seinem Bachvortrag trefflich zu setzen.

In einem Atemzug möchte ich mit den gleichen Qualitätsmerkmalen ausgestattet Mark Padmore nennen, als Evangelist in der Matthäus-Passion erlebte ich ihn persönlich in Königslutter. Sein Gesangs-Vortrag war ein weiterer Glanzpunkt in dieser Aufführung, schmetternd kannte er keine akustischen Probleme und seine Wortverständlichkeit war in dieser riesigen Kirche fantastisch hörbar.

Ich hatte einen deutschen Tenor vergessen und trage es nach.

Christoph Genz über den wir uns schon lobend in einem Beitrag über ihn geäußert haben, er ist für mich ein weiterer Favorit und möchte ich in diese Riege mit einreihen.

Kennt ihr weitere Tenöre der BCP die den zwei gewachsen sind!

Welche Alternativen besitzt Deutschland? Würde mich über Rückäußerungen freuen.

Grüsse

Volker

P.S. In den anschließenden Kommentaren kommen die Tenöre zur Sprache. Fotos stelle ich in den Hauptbeitrag mit rein.




Foto: Holländischer Tenor: Nico van der Meel



Foto: Tenor: Gerd Türk

1 Kommentar:

Volker hat gesagt…

14 Antworten auf “Tenöre bei der BCP-Tour u.a. James Gilchrist; Mark Padmore; Christoph Genz”

1. muriel sagt:
27.3.2007 bei 16:00

O ja, die Tenöre! Ihr wisst, ich bin begeisterte Gardiner Hörerin und deswegen nie objektiv. Allerdings bei den Tenören, da bekomme ich doch das Schlucken. Was da gehaucht wird, öfter mal das weiche “ch” gesungen, so bei dem schönen Wörtchen “ach”, nein, ich fand schon den Tenor in WO und Matthäuspassionsaufnahme durchaus dürftig und muss - bitte seid nicht entsetzt - Nico van der Meel, Gerd Türk, Ch. Pregardien, Ch.Genz und Markus Brutscher hoch preisen.

Lieber Volker, bitte disqualifiziere mich nicht, aber hier sitze ich, ich kann nicht anders.

Liebe Grüße
muriel

2. Alexander Behrens sagt:
27.3.2007 bei 20:00

Hallo liebe Mitfans.

Bitte Julian Podger nicht vergessen! Mich interessiert mehr die Phraseologie und Artikulation. Die Phonetik rauscht bei mir irgendwie vorbei. Und da sind Anthony Rolfe Johnson, Julian Podger und allen voran James Gilchrist meine Favoriten.

Schwierigkeiten habe ich mit Mark Padmore, einerseits weil ein bisserl knödelt, andererseits, weil er Gardiner zu brauchen scheint, um gut zu singen. Seinen Part in der neuen Johannespassion mit Herreweghe finde ich furchtbar aufgesetzt.

Alexander (Cantatafinder)

3. Alexander Behrens sagt:
27.3.2007 bei 20:00

Hier noch ein Link:

4. Volker /admin sagt:
27.3.2007 bei 23:00

In der Aussage von @ Muriel kann ich durchaus verstehen, wenn der Ausdruck hauchen fällt, diese Meinung kann ich bei
manch einer Veröffentlichung nachvollziehen.
Türk finde ich als einen “Haucher” seine Phrasierungen gehen mir direkt auf die Nerven, aber das scheint wohl eine subjekte Meinung meinerseits zu sein, mir liegt er einfach nicht.

@ Alexander seine Aussage zu Padmore dass er unter Herreweghe aufgesetzt gesungen hat, kann ich nicht beurteilen, diese Einspielung kenn ich nicht, mir ist er in Königslutter als Evangelist stark im Ausdruck und in der Wortartikulation glänzend, als ein angenehmer Tenor-Solist aufgefallen.

Arbeitet nicht überwiegend mit Gardiner:

Julian Podger und Pregardien sind ganz starke Tenöre, van der Meel habe ich noch nicht gehört, keine Meinung dazu.

Grüße
Volker

5. Volker /admin sagt:
27.3.2007 bei 23:00

Als Nachtrag zu Muriel:
“O ja, die Tenöre! ”
So möchte ich über so manche Sopranistin mich äußern, wie im WO in Weimar, für mich eine Katastrophe die Sopranbesetzung mit Claron McFaddon, in der Wortartikulation einfach eine Fehlbesetzung!

Das habe ich einmal so reingeworfen, die Soprane sollten aber in einem gesonderten Beitrag abgehandlet werden!

6. Alexander Behrens sagt:
28.3.2007 bei 09:00

Guten Morgen allerseits!

Mit der Bemerkung zu Claron McFadden schließe mich Volker an, wenn auch wieder nicht wegen der Wortartikulation (ich bin da, wie gesagt, ziemlich unempfindlich), sondern wegen ihres Timbre, den ich als blechern empfinde.

Kann mir jemand sagen, in welcher Aufnahme man Gerd Türk bestaunen kann, von dem Muriel begeistern ist und Volker weniger? Ich kann mich an den Namen gar nicht erinnern.

Ich möchte später mal eine Hörprobe ins Netz stellen mit Padmore als Johannespassions-Evangelist bei Herreweghe, geht aber gerade nicht, weil mein kleiner Sohn in dem Raum schläft, wo die CD steht :-)

Gruß, Alexander (Cantatafinder)

7. Volker /admin sagt:
28.3.2007 bei 15:00

Hallo Alexander,
dein Zitat: “Kann mir jemand sagen, in welcher Aufnahme man Gerd Türk bestaunen kann,”
—————

Ich besitze von Suzuki als DVD die Johannespassion, hier tritt
Gerd Türk als Gesang-Solist mit auf. Die Aufnahme ist in der Suntory Hall in Tokyo am 28.7.2000 entstanden. Bei jpc für 14,99 € erhältlich.

Hörproben kann man bei jpc entnehmen.

Kantaten BWV 1, 126, 127
(BWV 1 “Wie schön leuchtet der Morgenstern”;BWV 126
“Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort”;BWV 127 “Herr Jesu
Christ, wahr’ Mensch und Gott”)
Carolyn Sampson, Robin Blaze, Gerd Türk, Peter Kooij,
Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki
Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
*** BIS Bach-Kantaten Vol. 34

Gruß

Volker

8. Muriel sagt:
28.3.2007 bei 18:00

Hallo Alexander, Gerd Türk ist auf einigen Scheiben der Koopmann-Kantaten - wirklich! - zu bewundern. Und, wie Volker schon schrieb, er ist der Tenor bei den Kantatenaufnahmen von Suzuki.

Wenn schon von Türk die Rede ist, bei Brillant bekommt man eine spottbillige Aufnahme sämtlicher Schützpassionen. Dort singt Türk den Evangelisten und der unglaubliche Bas Ramslaar Jesus.

Liebe Grüße an alle
muriel

9. volker /Admin sagt:
28.3.2007 bei 18:00

Hallo Muriel,

Nico van der Meel habe ich noch nicht gehört und möchte ihn einmal vereinnahmen, kannst du mir eine CD-Aufnahme empfehlen?

Gruß
Volker

10. Volker /admin sagt:
28.3.2007 bei 20:00

Stelle es übersichtshalber hier nochmals rein!

Hallo Alexander und Muriel,

hier klingt Padmore wirklich sehr pastoral und phrasierend, das rollende rrrr.. geht einem an Keks, da gefällt mir heute beim Anhören meiner DVD (Johannespassion oder Hörprobe bei jpc) Gerd Türk entschieden angenehmer, muss mein Urteil gegenüber @ Muriel entschieden revidieren. Man muss einen Interpreten öfters hören und dann sein Urteil fällen, sorry Muriel !!

Grüsse
Volker

11. muriel sagt:
29.3.2007 bei 15:00

Ja, danke für die tollen Bilder. Nico van der Meel - es gibt eine Aufnahme der Matthäuspassion auf dem Naxos-Level, Dirigent Müller-Brühl, auf ihr singt er nach meinem Empfinden vorbildlich.

Damit sind wir bei Deinen Fragen, Volker, wonach beurteilen wir solche großen Musiker? Es sind vor allem Gefühle, anerzogene und antrainierte Stilrichtungen. Manchmal finden wir in bestimmten Situationen plötzlich Sänger gut, die uns früher nie gefielen.

Aber es sind ja wohl auch nicht die Solisten, die uns bei Gardiner anziehen, es ist eine Musikauffassung, die einfach neu ist. Übrigens kann ich Alexander in seinem Urteil über “Christ lag…” keinesfalls zustimmen. Einfach deswegen nicht, weil Gardiner und Trupp nicht auf eine Richtung (z.B. Straube) festzulegen sind.

Seid beide und alle Lerser/innen lieb gegrüßt
muriel

P.S. Wir wollen uns weiter austauschen, weil fast alles subjektiv ist!

12. volker /Admin sagt:
29.3.2007 bei 16:00

Hallo @ Muriel und @ Alexander,

in dem BWV 4 “Christ lag in Todesbanden” kann ich mich nur
wiederholen und finde die Darbietung sehr gelungen.

Gardiner hat diese Kantate am häufigsten aufgeführt und wird sich nicht nach verstaubten Aufführungsformen ala Straube orientieren, hier müsste @ Alexander uns einmal auf die Sprünge helfen. wie er das sieht und interpretiert.

Muriel, für deine Angaben zu dem Tenor Nico van der Meel einmal danke, werde mich im Internet umsehen, ob es eine Hörprobe von ihm gibt.

Grüße an alle und einen schönen Abend

Volker

13. Ritus sagt:
30.3.2007 bei 12:00

Hallo Barbara,

von mir auch alles Gute, schön dich wieder einmal anzutreffen, die Frauenfraktion war ein wenig eingeschlafenen mit Beiträgen, Muriel hielt unsere Fahne hoch !!

Auch ich habe nicht das unbedingte drängen darauf zu achten, ob die Gesangssolisten alles perfekt bringen, mir geht es um die schöne Musik Gardiners, sie mir unvoreingenommen anzuhören. Deshalb ist es für mich zweitrangig, ob die Sänger ordentlich ihr Handwerk verrichten für mich steht an erster Stelle der Musikgenuss, die Kritiken dazu überlasse ich den Spezialisten hier im Blog.

Ein schönes Wochenende und nochmals alles Gute

herzliche Grüße

Ritus