Freitag, 3. August 2007

Archiv Beitrag: Diskussion über Solisten der BCP-Tour in 2000

3.8.2007 von Volker /admin.

Hallo,

einige im Blog hatten die Gelegenheit, zum Bachfest 2007 in Leipzig und anschließend in Potsdam in den Jubel-Kantaten - unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner - James Gilchrist persönlich erleben und singen zu hören, daraufhin stellt sich mir die Frage, ist er ein neuer Star als Tenor anzusehen?


Tenor James Gilchrist

Eine strahlende kräftige Stimme, wortverständlich und sein Gesang strahlt eine Innigkeit aus, die verblüffend ist, überzeugender kann das gesungene Wort dem Hörer nicht vermittelt werden. In der Bach Cantata Pilgrimage 2000 mit Gardiner, konnte er mich gesanglich immer überzeugen.

Mir fällt die Stelle wieder ein aus meiner Rezension zum BWV 66 “Erfreut euch ihr Herzen” (zum 2. Ostertag, SDG 128, CD 1, Eisenach), zu Satz 5 “Ich fürchte zwar des Grabes Finsternissen”

Ich zitiere daraus:

Wunderbar anzuhören - und eine Glanzkomposition von Bach - in der musikalischen Ausführung ist in Satz 5 “die Schlussfolge”…. für Alt (Daniel Taylor), und Tenor (James Gilchrist): das Duett in Begleitung der Violine und Basso continuo “Ich fürchte zwar des Grabes Finsternissen”


Die beiden Gesangsolisten erreichen hier eine gesangliche Einheit von eindringlicher Schönheit die das Herz weit öffnet!!
Sie stellt einen absoluten Höhepunkt in dieser so fantastischen Kantate dar. Immer wieder habe ich mir dieses herzzerreißende „Gesangs-Duett“ anhören müssen und komme aus dem Schwärmen nicht heraus, einfach genial gelungen.

Zitat-Ende.

Gilchrist berührt und überzeugt mich immer wieder mit seinem innigen Gesang, er spricht mich total an, was ich bei anderen Gesangs-Solisten so oft vermisse.

Wie ergeht es Euch mit seinem Gesangs-Vortrag, ist er als ein neuer Stern im Fach Tenor anzusehen?

Neuerdings hat sogar Suzuki ihn für seine Cantaten-Einspielungen verpflichtet, das nur als eine Anmerkung.

Grüße

Volker

  • Ich denke, das Solistenproblem muss auch zwangsweise bei so einer “Mammuttour” entstehen. Auch T.Koopmann hat nicht nur ein glückliches Händchen bei der Solistenwahl. Z.B. Mertens als Dauerbass wird auch ziemlich eintönig. Gardiner hat nach meinem Empfinden mit W.Towers einen ganz hervorragenden Altus, während N.Stutzmann sehr, sehr unterschiedlich disponiert ist.

    Liebe Grüße
    Muriel


  • Rückantwort von "Martin" zum Beitrag von "Muriel"

    Hallo Muriel,

    auch von mir herzlich Willkommen!

    Von Malin Hartelius bin ich auch nicht besonders begeistert. Ihre Stimme klingt mir zu opernhaft, was man ihr nicht vorwerfen kann, da sie meines Wissens auch hauptsächlich Opern aufführt…

    Allgemein sollte man zur Solistenbesetzung während der Bach Cantata Pilgrimage bedenken, dass es finanziell wie terminlich nicht möglich gewesen sein kann, für sämtliche Aufführungen Top- Solisten zu verpflichten. So musste auf Solisten ausgewichen (blödes Wort in dem Zusammenhang..) werden, die nicht so ganz in dieses Fach passen oder aber noch nicht so erfahren sind.

    Einige der absoluten Top- Solisten, die auch mehr als 10 Konzerte mitgemacht haben sind Joanne Lunn, Katharine Fuge (beide haben fast die gesamte BCP mitgemacht), Daniel Taylor, James Gilchrist, Peter Harvey.


    Kathariene Fuge (Sopran)


    Peter Harvey, Bass

    Was die Besetzung der Alt- Stimmen angeht, verstehe ich Gardiner nicht wirklich. Richard Wyn Roberts´ Stimme mag ich genauso wenig wie die von Robin Tyson. Ich kann mir das etliche Male anhören und es kommt einfach nicht der Punkt, an dem ich denke “Ja, das passt zusammen!”. Daniel Taylor hat, wie ich finde, eine sehr viel schönere und klangvollere Stimme und passt gut zu Bach´s Musik. Ebenso wie Claire Wilkinson, die leider erst nach der BCP zum Monteverdi Choir gestoßen ist.

    Die Besetzung der Tenöre ist meiner Meinung nach sehr gut geraten. Christoph Genz und Mark Padmore, sowie James Gilchrist wurden oft eingesetzt.

    Manchmal hat Gardiner auch auf “alte Bekannte” zurück gegriffen, die er für frühere Aufführungen bzw Aufnahmen benutzt hat. Zum Beispiel Stephen Varcoe (sein Bass ist mir zu dünn), Michael Chance (in Hamburg am 09.01. und Lüneburg am 09.12. brilliant) und Gerald Finley, der wie Gardiner schreibt sehr kurzfristig eingesprungen ist.

    Wie auch immer, ich denke, dass Gardiner und die Solisten für jedes Konzert alles aus sich herausgeholt haben und es ist absolut achtbar, solche Mühen zu unternehmen, um einen Komponisten zu würdigen. Gardiner hat das Projekt auch unter größter finanzieller Anspannung weitergeführt, als nicht klar war, ob das die Finanzierung überhaupt gesichert ist. Unter der Hand habe ich gehört, dass einige der Solisten auf ihre Gagen ziemlich lange gewartet haben, dies aber gerne, um das Projekt zu unterstützen. Ob das stimmt, weiß ich allerdings nicht mit Sicherheit.

    Schöne Grüße,
    Martin

    Hallo Muriel,

    deine Aussage: “Die Sopranistin Hartelius ist nach meinem Geschmack die Schwächste von allen Solisten. Schade, dass ausgerechnet mit ihr “Jauchzet Gott…” aufgenommen worden ist. Ein bisschen sehnsuchtsvoll denke ich bei den Tenorarien an Türk und Pregardien und hätte es gut gefunden, wenn Genz öfter zum Ton gekommen wäre.”

    —————————-



    Schwedische Sopranistin: Marlin Hartelius

    Ich habe mir gestern die SDG-104-CD eins aus der Kirche “Unser Lieben Frauen” in Bremen mit der schwedischen Sopranistin Marlin Hartelius mit der schwierig zu singende Solokantate “Jauchzet Gott in allen Landen” BWV 51 angehört. Von meiner Rezension der SDG 104 CD 1 fühlte ich mich nur bestätigt und finde ihren Part mehr als angemessen und gelungen. Gardiner schreibt in seinem Reisetagebuch über die Sopran-Besetzung sehr positiv!!

    Abfallend für mich in dieser CD die Trompeten-Besetzung mit Niklas Eklund, der diesem virtuosen und technischen Teil nicht gewachsen ist.

    Im Blog befinden sich ein Mitglied, das einige Konzert “Live” im Bachjahr 2000 besucht hat. Er könnte dazu aus seiner Sicht noch einiges beitragen. (@ Alex?)
    .
    Über die Tenöre lässt sich einiges aussagen. Wie bekannt ist, wurden während der Pilgrimage kurzfristige Umbesetzungen an Solisten und Aufführungsorte vorgenommen, da sich der Hauptsponsor (DG) aus dem Projekt zurückgezogen hatte. Aus dem vorgenannten Grund konnten nicht absolute Spitzensänger kurzfristig verpflichtet werden und Gardiner musste mit dem vorlieb nehmen, was der Markt hergab.


    Tenor: Gerd Türk

    Für mich ist der Tenor Gerd Türk nicht so überzeugend in der genannten Riege. Zu unterschiedlich gehen die Meinungen über seine Gesangskultur auseinander und gehört meiner Meinung nach nicht zu den ganz Großen. Aber hier streiten sich bekanntlich die Geister, von Vortrefflich bis es geht so… sind selbst die Aussagen von absoluten Fach-Spezies.




    Tenor: Christoph Genz

    Christoph Genz halte ich für einen guten Tenor. Seine Artikulation der Wortaussage und Stimmvolumen ist überzeugend. Ich Besitze die DVD mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach aus der Herderkirche in Weimar, die zum Beginn der Pilgrimage am 23.12.1999 aufgenommen wurde, hier singt Genz den Part des “Evangelisten” und überzeugt mich mit seinem warmherzigen Gesang und seine Wort-Artikulation ist vortrefflich. Gesangswettbewerbe in der Vergangenheit hat er als Sieger bestritten.




    Tenor: Christoph Prégardien

    Der Tenor Christoph Prégardien ist von den Vorgannten für mich absolut die Nummer eins. Er gilt als einer der herausragenden lyrischen Tenöre unserer Zeit, arbeitet u. a. mit den Dirigenten Barenboim, Chailly, Gardiner, Harnoncourt, Herreweghe, Luisi, Metzmacher, Nagano, Sawallisch und Thielemann zusammen. Zu seinem Repertoire gehören die großen Oratorien und Passionen aus Barock, Klassik und Romantik.

    Besonders hervorheben möchte ich noch die exzellente Leistung Christoph Prégardiens in der Rolle des Evangelisten in der Matthäuspassion mit Gustav Leonhardt. Selten habe ich soviel Tiefe der Empfindung und zugleich Gesanges-Kunst erlebt.

    Hier hätte ich mir gewünscht, dass es Mitschnitte von der Bach Cantata Pilgrimage von ihm gegeben hätte.

    Die vorgenannten Aussagen meinerseits sind subjektiv und sollten im Rahmen einer Diskussion abgehandelt werden, aus diesem Grund habe ich eine eigenständige Themenseite eröffnet und würde mich über weitere Stellungnahmen freuen.

    Grüsse

    Volker


    Ich bin total begeistert von dem, was Gardiner mit seinen Leuten schafft. Die Kantatenaufnahmen begleiten mich, dank eines MP3-Players fast überall hin.

    Diese Art von Bach'scher Musik, die Gardiner macht, ist so eine Art Neuschöpfung. Es gibt auch andere gute Aufnahmen, aber keine ist so neu wie dieses. Wenn ich Fragen habe, dann zu den Solisten.

    Die Sopranistin Hartelius ist nach meinem Geschmack die Schwächste von allen Solisten. Schade, dass ausgerechnet mit ihr “Jauchzet Gott…” aufgenommen worden ist. Ein bisschen sehnsuchtsvoll denke ich bei den Tenorarien an Türk und Pregardien und hätte es gut gefunden, wenn Genz öfter zum Ton gekommen wäre.

    Jetzt warte ich auf die neue CD

    und grüße herzlich

    Muriel

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    1 Kommentar:

    Volker hat gesagt…

    1. Volker /admin sagt:
    3.8.2007 bei 01:00

    Hallo,

    eine Gesangsprobe stelle ich aus dem BWV 66, Satz 5, ”Ich fürchte zwar des Grabes Finsternissen” im nichtöffentlichen Bereich, Passwortgeschützt, zur Verfügung!

    Volker
    2. Barbara sagt:
    3.8.2007 bei 12:00

    Hallo Volker,

    da hast Du vollkommen recht - James Gilchrist ist für mich einer der besten Tenöre überhaupt. Die Aufnahme, die Du rausgesucht hast, ist wirklich wunderschön und treffend. Ihn als neuen Stern im Fach Tenor zu sehen, so weit würde ich nicht gehen. In England ist er schon länger einer der ganz Großen, Bekannten und Vielbeschäftigten, wo er wirklich alles von Barock oder noch älter bis hin zu Uraufführungen singt.

    Ich muss gestehen, für mich war er bis Potsdam einfach nur ein guter Bach-Tenor. Bis ich ihn live erlebt habe und diese Stimme, aber auch diese Präsenz beim Singen mich einfach umgehauen hat. Das waren keine gesungenen Noten, sondern gelebte Musik. Mittlerweile habe ich dank BBC auch anderes mit ihm gehört - ganz alte Musik Renaissance oder noch älter und Haydn-Jahreszeiten, wo Gilchrist wirklich aus der Solistenriege hervorstach. Ich schaue mal, was da besonders schön ist und stelle es in den geschützen Bereich.Ich würde gerne mal etwas richtig hoch Romantisches - Mendelssohn oder so ähnlich mit ihm hören.

    Wen es interessiert: Mo, 6.8. 20 Uhr HR2 Mozart Requiem mit James Gilchrist!

    Aber ich glaube, diese Diskussion hatten wir schon mal. Welche Stimme einen mehr onder welche einen weniger anspricht, ist einfach Geschmackssache und sagt nichts über die Qualität eines Sängers aus. Sally Matthews z.B. wurde nach dem Haydn-Prom-Konzert von der Presse in den Himmel hoch gelobt und ich fand es z.T. einfach nur schrecklich. Sie hat gut gesungen, aber für mich passte diese Stimme einfach nicht in dieses Konzert. Geschmackssache.

    Viele Grüße Barbara
    3. Volker /admin sagt:
    3.8.2007 bei 15:00

    Hallo Barbara,

    absolut, Gilchrist versteht Musik zu zelebrieren und nicht den Gesangs-Part einfach von sich zu geben, das bewundere ich so an ihm und bin immer wieder gespannt, wann er auf neuen SDG-CDs mitwirkt.

    Du hast immer so schöne Tipps, Gilchrist am Montag, 6.8. auf HR2 wieder einmal zu hören werde ich mir vormerken und in den Blog als Termin-Angabe reinstellen.

    Liebe Grüße

    Volker
    4. Barbara sagt:
    3.8.2007 bei 20:00

    Hallo Volker,

    für die Frühaufsteher unter Euch habe ich noch 2 Tipps:

    8.8. zwischen 5 und 6 Uhr:
    Johann Schelle, Aus der Tiefen rufe ich, Kantate
    Carolyn Sampson, Robin Blaze, James Gilchrist, Peter Harvey, Choir und Mitglieder des King’s Consort, Ltg.: Robert King
    11.8. zwischen 2 und 3 Uhr
    Michael Haydn: Requiem in c-moll
    selbe Besetzung wie oben bis auf Alt: Hillary Summmers

    Viel Spaß beim Aufstehen - grins. Ganz ehrlich: ich habe gerade den Zettel just for fun wieder aus dem Papierkorb geholt, um Euch zu erfreuen. ICH stehe bestimmt nicht auf.

    Einen schönen Abend
    Barbara
    5. Volker /admin sagt:
    3.8.2007 bei 22:00

    Hallo Barbara,

    grins…, ich stehe auf und zeichne auf, wenn Du mir noch den Sender benennen würdest, wer Interesse daran besitzt, melden….!!

    Diese “King’s Consort” laufen mir neuerdings immer über den Weg, angehört habe ich von ihnen noch nichts, aber das ändert sich mit der Aufzeichnung, bin mal gespannt wie sich das Ensemble darstellt, die Könner, (Gardiners-Star-Gesangs-Solisten) sind es wert, früh aufzustehen und den Player No:23 anwerfen….

    Grüße
    Volker
    6. Montanus sagt:
    6.8.2007 bei 12:00

    Hallo Musikfreunde,

    das “King’s Consort” ist eigentlich schon recht lange international im Geschäft, und die Einspielungen sind für mich immer ganz hochrangig - vokal wie instrumental.

    Ob wir von diesem Ensemble auch in Zukunft Gutes und Neues hören werden, scheint allerdings fraglich, da sein Gründer und “Spiritus Rector” Robert King neuerdings seine Zeit für mindestens drei Jahre wird im Gefängnis verbringen müssen…

    Viele Grüße
    Montanus
    7. Volker /admin sagt:
    6.8.2007 bei 18:00

    Hallo Montanus,

    ja, das stand vor einigen Wochen in der Presse, er ist doch auch der Leiter von der “Nürnberger Orgelwoche Musica Sacra” die müssen sich nach einem neuen Leiter umsehen oder ist ein neuer Organisator bereits gefunden worden?

    Grüße
    Volker
    8. Barbara sagt:
    7.8.2007 bei 11:00

    Hallo Volker,

    das soll jetzt im Herbst entschieden werden. Hier der Link dazu:

    http://www.ad-hoc-news.de/Marktberichte/de/12613175/N%FCrnberger-Orgelwoche-sucht-nach-Missbrauchsskandal-neuen

    Gruß Barbara
    9. Barbara sagt:
    7.8.2007 bei 16:00

    Und um das noch zu vervollständigen:

    The King’s Consort (TKC) is pleased to announce that Matthew Halls has been appointed as its Artistic Director.

    wurde im Juni auf deren Website bekannt gegeben.

    Gruß Barbara
    10. Volker /admin sagt:
    7.8.2007 bei 17:00

    Hallo Barbara,

    dann ist der neue Leiter mit Matthew Halls bereits benannt worden, somit ist die Nachfolge dort sehr schnell vorgenommen worden.
    Die Nürnberger lassen sich ja Zeit bis 2009 mit der Benennung eines neuen Leiters, aber warum soll das auch überstürzt vorgenommen werden….!!

    Danke für Deine Informationen.

    Gruß
    Volker
    11. Montanus sagt:
    26.10.2007 bei 18:00

    Liebe Freunde und Verehrer von James Gilchrist,

    für Euch hätte ich, wenn Ihr im Raum Köln wohnt, noch ein “Bonbon” bereit:

    Am 17. 11., 19.30 Uhr, führt der renommierte Kölner Kammerchor unter der Leitung von Peter Neumann (plus Solisten und Collegium Cartusianum) in der Trinitatiskirche HÄNDELS selten zu hörendes Oratorium “Joshua” von 1747 auf.

    Der Sänger der Titelpartie ist JAMES GILCHRIST !

    Viele Grüße,
    Montanus.
    12. Volker /admin sagt:
    26.10.2007 bei 21:00

    Hallo Montanus,

    Danke für den tollen Tip, die Fraktion der “Gilchrist-Fans” weiß Deine Angaben zu schätzen, da lohnt sich einmal wieder ein Weg nach Kölle, wenn es die Strßenverhältnisse zulassen, schaue gerade nach, ist ein Samstag der 17.11. da sollte es klappen…

    Schönes Wochenende und Grüße

    Volker
    13. Barbara sagt:
    29.10.2007 bei 19:00

    Hallo Montanus,
    da kann ich ja ein ganz klitze kleines bisschen neidisch werden… Ihr Kölner habts gut. 2 tolle Konzerte innerhalb einer Woche…Falls einer von Euch dieses Konzert genießen darf, lasst uns doch hinterher ein klein wenig daran teilhaben.
    Schönen Abend
    Barbara
    14. Volker /admin sagt:
    30.10.2007 bei 00:00

    Hallo,

    sollte jemand das Konzert mit James Gilchrist am 17.11.2007 in Köln besuchen, wäre ich hocherfreut, wenn ein Blogteilnehmer eine Rezension davon in den Blog stellen würde, es muss nicht immer der “admin” sein….

    Grüße
    Volker

    ------------------------------------------

    # Volker /admin sagt:
    16.3.2007 bei 02:00

    Hallo Muriel,
    deine Aussage:
    “Gardiner hat nach meinem Empfinden mit W.Towers einen ganz hervorragenden Altus”
    ————
    Zu einem Altus habe ich einfach ein zwiespältiges Verhältnis, es müssen schon überragende Sänger (z.B. Andreas Scholl) sein, um mich überzeugen zu können. Wegen der historischen Aufführungspraxis können die Interpreten auf sie wohl nicht verzichten, Frauen waren bekanntlich zu Bachs Zeiten als Gesangsolisten in der Kirche nicht erwünscht. Ich persönlich bevorzuge gute Altistinnen.

    Mir gefällt ausnahmsweise in der SDG 128 Veröffentlichung in der Kantate: BWV 134 „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“ zum 3. Osterfeiertag
    im 4. Satz „Wir danken und wir preisen dein brünstiges Lieben“ das Gesangs-Duett für Alt und Tenor vortrefflich.

    Als Altus singt: “Daniel Taylor” und als Tenor: “James Gilchrist” hier singen sie für mich stimmig zueinanderpassend dieses schöne Duett.

    Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit melde ich mich noch einmal später zu den anderen Gesangs-Solisten.

    Herzliche Grüsse

    Volker.
    # Muriel sagt:
    18.3.2007 bei 17:00

    Peter Harvey - mir ging es mit ihm so: Zuerst kam ich mit seiner Stimme nicht zurecht, auch ein gewisses Vibrato bei manchen Partien störte mich. Dann merkte ich, dass er ganz ungewöhnliche Variationsmöglichkeiten hat. Erinnert Ihr Euch an die Arie “Es ist vollbracht” - ganz vorzüglich, auch die beiden Basssolokantaten finden in ihm einen vorzüglichen Interpreten. Trotzdem hört bitte auch mal Bas Ramslaar, der alle Bassarien in den Brillantaufnahmen singt!

    Liebe Grüße
    Muriel

    P.S. Ich höre gerade Volumen 22
    # Volker /admin sagt:
    21.3.2007 bei 02:00

    Hallo Muriel,

    deine Aussage: “Peter Harvey - mir ging es mit ihm so: Zuerst kam ich mit seiner Stimme nicht zurecht, auch ein gewisses Vibrato bei manchen Partien störte mich. Dann merkte ich, dass er ganz ungewöhnliche Variationsmöglichkeiten hat. Erinnert Ihr Euch an die Arie “Es ist vollbracht” - ganz vorzüglich,”
    ————–

    Hier benennst Du eine Herz- Schmerzstelle von einer Großartigkeit Bachscher Musik mit dem “Es ist vollbracht” aus Satz 4; BWV 159 “Wir gehn hinauf gen Jerusalem.” Mir gefällt er hier in der Phrasierung und tonalen Wiedergabe als ein fantastischer Bass/Bariton von besonderer Qualität.
    Einfühlsamer und inniger kann dieser Satz durch einen Bassisten nicht erklingen. Diese Stelle ist einfach überwältigend.

    Peter Harvey besitzt ein warmherziges Klangvolumen er ist stets technisch perfekt und in der Textvermittlung überzeugt er stimmlich grandios, vortrefflich gelingen ihm auch seine beiden Bass-Arien in BWV 138 und 100.

    Zu deiner weiteren Aussage: “Trotzdem hört bitte auch mal Bas Ramslaar, der alle Bassarien in den Brillantaufnahmen singt!”
    —————
    Hierzu kann ich keinen Kommentar abgeben, da ich die Brillant-Einspielungen nicht besitze.

    Grüsse
    Volker

    P.S. @ Muriel, Du hörtest Vol.22, wie ist dein Kommentar dazu, würde mich sehr interessieren!

    --------------------------------------------

    Hallo Muriel,

    auch von mir herzlich Willkommen!

    Von Malin Hartelius bin ich auch nicht besonders begeistert. Ihre Stimme klingt mir zu opernhaft, was man ihr nicht vorwerfen kann, da sie meines Wissens auch hauptsächlich Opern aufführt…

    Allgemein sollte man zur Solistenbesetzung während der Bach Cantata Pilgrimage bedenken, dass es finanziell wie terminlich nicht möglich gewesen sein kann, für sämtliche Aufführungen Top- Solisten zu verpflichten. So musste auf Solisten ausgewichen (blödes Wort in dem Zusammenhang..) werden, die nicht so ganz in dieses Fach passen oder aber noch nicht so erfahren sind.
    Einige der absoluten Top- Solisten, die auch mehr als 10 Konzerte mitgemacht haben sind Joanne Lunn, Katharine Fuge (beide haben fast die gesamte BCP mitgemacht), Daniel Taylor, James Gilchrist, Peter Harvey.

    Was die Besetzung der Alt- Stimmen angeht, verstehe ich Gardiner nicht wirklich. Richard Wyn Roberts´ Stimme mag ich genauso wenig wie die von Robin Tyson. Ich kann mir das etliche Male anhören und es kommt einfach nicht der Punkt, an dem ich denke “Ja, das passt zusammen!”. Daniel Taylor hat, wie ich finde, eine sehr viel schönere und klangvollere Stimme und passt gut zu Bach´s Musik. Ebenso wie Claire Wilkinson, die leider erst nach der BCP zum Monteverdi Choir gestoßen ist.

    Die Besetzung der Tenöre ist meiner Meinung nach sehr gut geraten. Christoph Genz und Mark Padmore, sowie James Gilchrist wurden oft eingesetzt.

    Manchmal hat Gardiner auch auf “alte Bekannte” zurück gegriffen, die er für frühere Aufführungen bzw Aufnahmen benutzt hat. Zum Beispiel Stephen Varcoe (sein Bass ist mir zu dünn), Michael Chance (in Hamburg am 09.01. und Lüneburg am 09.12. brilliant) und Gerald Finley, der wie Gardiner schreibt sehr kurzfristig eingesprungen ist.

    Wie auch immer, ich denke, dass Gardiner und die Solisten für jedes Konzert alles aus sich herausgeholt haben und es ist absolut achtbar, solche Mühen zu unternehmen, um einen Komponisten zu würdigen. Gardiner hat das Projekt auch unter größter finanzieller Anspannung weitergeführt, als nicht klar war, ob das die Finanzierung überhaupt gesichert ist. Unter der Hand habe ich gehört, dass einige der Solisten auf ihre Gagen ziemlich lange gewartet haben, dies aber gerne, um das Projekt zu unterstützen. Ob das stimmt, weiß ich allerdings nicht mit Sicherheit.

    Schöne Grüße,
    Martin

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