Mittwoch, 16. Januar 2008

Auf den Orgelspuren von J.S. Bach, seine Wirkungsstätten und Orgelabnahmen


Die neue Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig (Copyright © V. Hege)


Hier stelle ich bemerkenswerte Orgel-Besuche und Orgel-Abnahmen im

Leben von J.S. Bach vor


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Die Fotos sind Urheberrechtlich geschützt !


(Copyright © V. Hege)


Beim Foto-Download ist die Nennung des Urhebers zwingend erforderlich !


Über einen Eintrag in mein G ä s t e b u c h würde ich mich freuen


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J.S. Bach


Thema: ” Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bachseine

Wirkungsstätten, Orgelabnahmen und dazugehörende CD-Einspielungen.

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Lüneburg, im Mai 2006

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”

Lüneburg St. Michaeliskloster”

(Mein zweiter Besuch von Lüneburg ! )

Der erneute Besuch Lüneburgs galt der St. Michaelis-Kirche und der ehemals angeschlossenen Partikularschule des St. Michaelis-Klosters, in der J.S. Bach fast 15-jährig in der Zeit von März 1700 bis August 1702 eine humanistische-theologische Ausbildung sowie Unterricht in alten Sprachen, Geschichte, Theologie, klassischer Literatur u.a. erhielt. Seine musikalische Ausbildung wurde durch die Mitwirkung im Mettenchor von St. Michaelis sowie durch Orgelstudien bei dem an St. Johannis tätigen berühmten Organisten Georg Böhm (1661-1733) gefördert.


Foto: St. Michaeliskirche in Lüneburg (Bach war dort als Chorknabe tätig) (Copyright © V. Hege)


Foto: St. Michaelis Kirche in Lüneburg (Copyright © V. Hege)


Foto: Bach-Inschrift an der St. Michaeliskirche in Lüneburg (Copyright © V. Hege)

An der Partikularschule des St. Michaelis-Klosters befand sich damals eine der größten Chor-Bibliotheken Deutschlands. Hier konnte Bach die besten und modernsten deutschen und italienischen Komponisten kennen lernen.

Die Lateinschule stand in ihrem akademischen Anspruch auf hohem Niveau. Schließlich konnte J.S. Bach später bei seiner Bewerbung um das Thomaskantorat in Leipzig das Entscheidungsgremium davon überzeugen, ausnahmsweise diese Schulausbildung mit einem sonst üblichen und erwarteten Universitätsstudium gleichzusetzen.

J.S. Bach lernte die französische Hofmusik kennen, die der Landesfürst direkt aus Paris importierte. Die Hofkapelle in Celle bestand zum größten Teil aus Franzosen. An der Ritterakademie St. Michaelis wurden regelmäßig französische Schauspiele und Singspiele abgehalten.


Foto: Partikularschule des St. Michaelis-Klosters Lüneburg (Copyright © V. Hege)

Bach lernte ebenso die großen norddeutschen Kirchen mit ihren großen (allerdings damals in schlechtem Zustand befindlichen) Orgeln und ihrer musikalisch anspruchsvollen Gottesdienstgestaltung kennen.

Während seiner Ausbildung in Lüneburg lernte Bach einen renommierten Orgelbauer seiner Zeit kennen, Johann Balthasar Held, ehemals langjähriger Mitarbeiter von Arp Schnittger, (der einen Vertrag für die Orgeln mit dem Kloster St. Michaelis hatte) und die Chor-Orgel” in 1701 grundlegend umgestaltete. Hierbei konnte sich Bach weitere Kenntnisse des Orgelbaus aneignen.

Von der Chor-Orgel verlieren sich die Spuren dieses Instrumentes ab 1800. Es ist aber aus Aufzeichnungen folgendes bekannt, der Kostenvoranschlag Helds, die Disposition und ein paar Einzelheiten über die verwendeten Materialien dieser Orgel, so dass die Rekonstruktion in 2000 gewagt werden konnte.

Mit der jungen Orgelbaufirma ter Haseborg wurde im Jahr 2000 ein Unternehmen gewählt, das sich der hohen Qualität eines Arp-Schnittger verpflichtet weiß. Die Chor-Orgel, deren Vorbild der junge Bach, der täglich auf dem Hochchor in der Michaeliskirche musizierte, und kennengelernt hat, ist auch ein für heutige Bedürfnisse vielseitig verwendbares Instrument.


Foto: Neubau der Chor-Orgel von Haseborg in 2000 (Copyright © V. Hege)

Die Chororgel hat die Stimmtonhöhe a = 415 Hz mit einer zweifachen Transponiereinrichtung auf 440 und 465 Hz. Alle Register sind mit geteilten Schleifen versehen (zwischen h° und c’). Zwei Keilbälge können per Hand bedient werden, falls der Motor nicht zur Hilfe genommen werden soll.

“Furtwängler & Hammer-Orgel” in der Unterkirche von St. Michaelis.

Im Jahr 1899 kam in die Unterkirche St. Michaelis eine neue Orgel der Firma “Furtwängler & Hammer”. Das neogotische Gehäuse steht bis heute an der Stelle, an der schon mindestens seit dem 17. Jahrhundert eine Orgel stand, nämlich an der Westwand.

Diese Orgel wurde von der gleichen Firma, die inzwischen den Namen “Emil Hammer” trug, 1942 durch eine neue ersetzt. Hammer übernahm außer dem Gehäuse etwa ein Viertel der Pfeifen aus der Vorgängerorgel.

Die Besonderheit dieser Orgel besteht nicht nur darin, dass sie mitten im Weltkrieg gebaut wurde, sondern auch darin, dass sie zu den ersten Orgeln gehört, die wieder mit mechanischer Traktur angelegt wurden. Aus heutiger Sicht sind Orgeln aus dieser Zeit mit einigen technischen und klanglichen Mängeln behaftet. Im Herbst 1998 wurden diese Mängel durch die Firma Schuke / Berlin beseitigt, oder zumindest abgeschwächt. Zwei Jahre später wurde die Trompete 8′, die bei der Sanierung der großen Orgel übrig geblieben war, hier ins Pedal an die Stelle gesetzt, an der ursprünglich ein Nachthorn 2′ gestanden hatte.


Foto der “Furtwängler & Hammer-Orgel” in der Unterkirche (Copyright © V. Hege)

Die Disposition ist heute folgende:

Hauptwerk (1. Manual) Gedackt 8′ Prinzipal 4′ Quinte 2 2/3′ Waldflöte 2′ Mixtur

Oberwerk (2. Manual) Salizional 8′ Rohrflöte 4′ Prinzipal 2′ Quinte 1 1/3′

Pedal Subbass 16′ Trompete 8′

Hier nun Angaben über die neue “Grosse Orgel in St. Michaelis” :

Bis zu der Zeit, als Bach an St. Michaelis lernte und sang (1700-1702), befand sich die Orgel am hinteren Teil der Nordwand. Diese Orgel entsprach damals mit ihrem nicht selbständigen Pedal und dem spärlich besetzten Brustwerk (Oberwerk) nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Im Jahre 1708 baute der Schnittgerschüler Matthias Dropa eine neue Orgel über dem Westeingang. Von dieser Orgel steht heute noch der vollständige Prospekt (d. h. die von außen sichtbaren Pfeifen in dem originalen Gehäuse).

1931 erfolgrte der Umbau der Orgel durch die Firma Furtwängler & Hammer. Es wurde eine große Orgel in das alte Gehäuse gebaut, die alle damals erhaltenen Pfeifen von Dropa und alle brauchbaren von 1871 verwendete. Die Gesamtanlage der Orgel hat sich seitdem nicht mehr verändert:

Die rein pneumatische Spielanlage (Taschenladen) ist ganz der Romantik verpflichtet, weist aber − unter der Regie von Christhard Mahrenholz − einige deutliche Kennzeichen der damals jungen “Orgelbewegung” mit neobarocker Zielsetzung auf: Furtwängler verteilt die Pfeifen der vorromantischen Praxis entsprechend symmetrisch auf zwei Seiten auf die sogenannte C− bzw. Cis−Lade. Dadurch wird ein einheitlicher Klang mit einer guten Abstrahlung in den Raum erreicht.. Insgesamt darf gesagt werden, dass die Arbeit von Furtwängler auf hohem handwerklichen Niveau steht.

Der besondere Reiz der Orgel in St. Michaelis besteht in ihrer Verbindung von barocker Aufstellung und Gehäuse mit einer soliden romantischen Spielanlage. Die wertvollen Bestandteile der Bauzustände von 1708 und 1931 wieder voll zum Erklingen zu bringen, war das Ziel der Renovierungsarbeiten im Jahre 1999.

Die Firma Scheffler aus Sieversdorf bei Frankfurt/Oder unternahm 1999 die Renovierung. Es ist eine Orgelbaufirma, die insbesondere auf dem Gebiet der Sanierung von Orgeln aus der deutschen Romantik als eine der führensten gilt. Das Ergebnis ist nun eine Orgel, die die Klarheit und Brillanz der Barockorgel mit der Weichheit und Wandlungsfähigkeit eines romantischen Instrumentes verbindet − ein besonders in Deutschland seltener Glücksfall. Die Orgel verfügt nun über 48 Stimmen, die sich auf drei Manuale und Pedal verteilen.


Foto die neue “Grosse Orgel" Dropa-Orgel in St. Michaelis in Lüneburg (Copyright © V. Hege)

Disposition der grossen Orgel:

Hauptwerk (1. Manual) Prinzipal 16′ (Prospekt) 1708 Quintadena 16′ 1708 Prinzipal 8′ 1999 Gambe 8′ 1974 Hohlflöte 8′ 1931 Gedackt 8′ 1931 Oktave 4′ 1999 Blockflöte 4′ 1931 Quinte 2 2/3’ 1974 Oktav 2′ 1999 Spitzflöte 2′ 1931 Kornett 3-4f. 1999 Mixtur 5f. 1999 Trompete 16′ 1999 Trompete 8′ 1931

Rückpositiv (2. Manual) Prinzipal 8′ (Prospekt) 1708 Gedackt 8′ 1708 Oktave 4′ 1870 Rohrflöit 4′ 1708 Sesquialtera 2f. 1956 Flachflöte 2′ 1931 Sifflöte 1 1/3’ 1931 Scharff 4f. 1999 Dulzian 16’ 1974/1999 Krummhorn 8′ 1999

Schwellwerk (3. Manual) Gedackt 16′ 1999 Principal 8′ 1870 Salizional 8′ 1974 Bordun 8′ 1999 Vox celestis 8′ 1999 Oktave 4′ 1870 Rohrflöte 4′ 1931 Nasard 2 2/3’ 1931 Flachflöte 2′ 1931 Terzian 2f. 1931

Mixtur 4f. 1999 Trompete 8′ 1999 Oboe 8′ 1999

Pedal: Prinzipal 16′ 1870 Subbaß 16′ 1870 Gedackt 16′ (Transmission) aus dem Oberwerk Quintadena 16′ (Transmission) aus dem Hauptwerk Oktav 8′ 1870 Gedackt 8′ 1870 Quinte 10 2/3’ 1999 Oktav 4′ 1870 Nachthorn 2′ 1931 Rauschpfeife 3f. 1931 Posaune 16′ 1931 Trompete 8′ 1931 Trompete 4′ (Transmission) aus dem Oberwerk

Spielanlage: Tonumfang der Manuale: C−g”’. Tonumfang des Pedals: C−f”. Taschenlade mit pneumatischer Register- und Spieltraktur. Ein Magazinbalg für die ganze Orgel und Einzelbälge für jedes Werk. Tremulanten für Rückpositiv und Schwellwerk

Dortige Inhaltswiedergabe der CD:

Die vorliegende Aufnahme bietet ein stilistisch weit gefächertes Repertoire. Sie stellt die Vielseitigkeit der Orgel dar, die sich aus der bewegten Baugeschichte ergibt. Bei der Programmauswahl stand “Johann Sebastian Bach” als der berühmte Mettenschüler an St. Michaelis im Mittelpunkt. Mit zwei Lüneburger Kompositionen und Bachs Passacaglia werden barocke norddeutsche und französische Klangmöglichkeiten dargestellt. Mit Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert, die in direkter Beziehung zu Bach stehen, kommen die romantischen Register und Spielhilfen der Orgel zum Klingen.

Eine sehr zu empfehlende CD-Einspielung dieser grossartigen neuen Gross-Orgel.

Link: Zum Kauf von Orgel-CDs aus St. Michaelis

Als ein Fazit der zwei Besuche von Lüneburg lässt sich folgendes feststellen, zu Recht erhebt die Stadt Lüneburg den Anspruch als eine “Stadt der Orgeln” zu gelten, den Beweis liefert schon allein die St. Michaelis-Kirche mit ihren 3 prägnanten Orgeln, der Besuch dieser Stadt mit hren weiteren Kirchen und grossartigen Orgeln (St. Johanniskirche, St. Nicolai, etc.) ist allen Interessierten sehr zu empfehlen!

(Teilweise entnommene Text-Angaben von der St. Michaelis-Kirchengemeinde):

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Kassel, 09. April 2006

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Kassel, St. Martinskirche

J.S. Bach Orgelabnahme in der St. Martinskirche, Kassel, am 28.09.1732

J.S. Bach spielte am 28. September 1732 auf Einladung des Erbprinzen Friedrich von Hessen-Cassel in der St. Martinskirche in Kassel.

Die Martinskirche (auch St. Martin) in Kassel, ist eine evangelische Pfarrkirche und die Predigtstätte des Bischofs der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die gotische Kirche wurde vor 1364 begonnen und 1462 geweiht. Seit 1524, mit dem Übertritt zum protestantischen Glauben von Landgraf Philipp, ist die Kirche evangelisch. Vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die hessischen Landgrafen beigesetzt.


Foto: St.Martinskirche in Kassel (Copyright © V. Hege)

In Kassel erhielt der große protestantische Kirchenmusiker Heinrich Schütz, ab 1598 eine humanistische Ausbildung im Collegium Mauritianum, danach ein Jurastudium an der dortigen Universität. Von 1613 bis 1615 Hof-Kappelmeister beim Landgrafen Moritz von Hessen-Cassel, der Schütz als Förderer eine musikalische Ausbildung zuvor in Venedig bei Giovanni Gabrieli finanzierte.


Foto des Komponisten: Heinrich Schütz

Zu dieser Zeit erlebte Kassel seine kulturelle Blütezeit.

Kirchliche Musik hat in St. Martin eine lange Tradition, schon Ende des 14. Jahrhunderts besaß die Kirche eine Orgel.

In den Jahren 1610 bis 1614 erfolgte der Neubau der Orgel durch die berühmte Orgelbaufirma Hans Scherer, der Jüngere, aus Hamburg mit drei Manuale und 33 Register.

Die in den Jahren von 1610-1614 erbaute Scherer-Orgel, wurde um 1730 bis 1732 von Nikolaus Becker aus Mühlhausen umgebaut. Im September 1732 wurde Johann Sebastian Bach durch den Erbprinzen Friedrich von Hessen nach Kassel eingeladen, um die umgebaute und erweiterte Scherer-Becker-Orgel der Martinskirche abzunehmen.

Am 21. September 1732 reiste J.S. Bach mit Anna Magdalena nach Kassel. Nach der Orgelprüfung erfolgte am 28. September 1732 durch J.S. Bach das Einweihungskonzert in der St. Martins-Kirche. Es erklang höchst-wahrscheinlich J.S. Bachs „Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538, ein ungemein virtuoses Stück aus seiner Weimarer Zeit.


Foto: Bach-Inschrift an der St. Martinskirche Kassel (Copyright © V. Hege)

Der zwölfjährige Erbprinz Friedrich von Hessen-Cassel schenkte Bach aus Begeisterung einen edelsteingeschmückten Ring, da er die Kunst der Füße Bachs bewunderte, die so beflügelt über die Pedale eilten, dass die wuchtigsten Klänge wie Blitz und Donner in den Ohren der Hörer widerhallten.


Foto: Ansicht der alten, aber zertörten Bach-Orgel in der St.Martinskirche in Kassel

Am 22. Oktober 1943 wurde die Martinskirche durch Fliegerbomben zerstört und brannte bis auf die Grundmauern aus. Von 1954 bis 1958 wurde sie in stark veränderter Form rekonstruiert wiederaufgebaut. Es ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem zweitürmigen Westbau. Es entsteht eine kleine Gemeindekirche im Chorraum mit der Kleinen Hammer-Chor-Orgel von 1958, die von dem Mittelschiff der Großkirche durch einen verglasten Lettner abgetrennt wird.

Beim Wiederaufbau 1954-1958 erhielt die Martinskirche für beide Räume eine neue Orgel. Die Fa. Hammer aus Hannover baute für die Chorkirche das einmanualige Instrument mit 10 Registern, die Fa. Bosch aus Kassel baute 1964 eine dreimanualige Orgel mit 37 Registern und weit über 5000 Pfeifen.

Am 1.Juni 1958 wurde die Martinskirche eingeweiht.

Die Kantorei an St. Martin führt Oratorien und Kirchenkonzerte auf. Die Martins-Kirche bildet den Rahmen für die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung “neue Musik in der Kirche” unter der Leitung von KMD Hans Darmstadt.

Die Wochen „neue musik in der kirche“ wurden von Klaus Martin Ziegler in Zusammenarbeit mit Klaus Röhring begründet und in den Jahren 1965 – 1985 zehnmal veranstaltet.

Hans Darmstadt hat in der Zeit seiner Tätigkeit (1994 – 2006) an St. Martin die Wochen als „Interdisziplinäre Tage für Neue Musik und Theologie“ in den Jahren 1998, 2000, 2002 und 2004 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Corinna Dahlgrün viermal veranstaltet.

Hans Darmstadt ist mit eigenen Orgelkompositionen bekannt geworden. Geboren 1943 in Halle/Saale. Studium Erziehungswissenschaften, Theologie, Kirchenmusik und Komposition (Konrad Lechner und Günther Becker). 1967 Kantor und Organist in Griesheim bei Darmstadt. 1973 Kantor und Organist in Hamburg-Blankenese. 1982 Sabbatical in Kalifornien / USA. (University of California Riverside) 1988 Kirchenmusikdirektor. Seit 1976 Lehrauftrag Musikhochschule Lübeck (Musiktheorie/Komposition). Seit 1992 Professor und ab 1994 als Kirchenmusikdirektor an St. Martin Kassel angestellt.

Bis 2010 soll das Orgelkonzept in St. Martin vollendet sein, das einerseits auf der Grundlage des traditionellen europäischen Orgelbaus beruht, auf der anderen Seite neueste technische Möglichkeiten integriert, die so bisher noch an keiner anderen Stelle verwirklicht worden sind. Von diesem Zeitpunkt an wird St. Martin auch auf dem Gebiet neuer Orgelmusik der zentrale Ort in Deutschland und Europa sein.

ORGELMUSIK-Kompositionen von Hans Darmstadt:

Improvisation für Orgel (1966), Dauer: 4:30 Meinem Lehrer Konrad Lechner in großer Dankbarkeit gewidmet Breitkopf & Härtel BG 800 •Blankeneser Orgelheft I Sechs Choralbearbeitungen und zwei Orgelstücke (1968 - 73) für Horst und Renate Steffen Breitkopf & Härtel BG 1065 •Blankeneser Orgelheft II Vier Choralbearbeitungen und ein Improvisationsmodell (1974 - 76) Breitkopf & Härtel BG 1253 •Ante Portas Fünf Meditationen für Violoncello und Orgel (1978) für Gerhart Breitkopf & Härtel BG 1360 •Sonate aus h’ - Hommage à Igor Strawinsky für Orgel (1984), Dauer: 18:00 1. Psalm (Psalm 18,2.3.5-7) 2. Chaconne en rondeau (Psalm 8,8.10.15) 3. Pedalsolo (Psalm 18,29.30) 4. Improvisata (Psalm 18,17.20.37a) Zsigmond Szathmáry in Freundschaft zugeeignet Breitkopf & Härtel 8465 - Anhang: Ein feste Burg ist unser Gott lbständiger Orgelchoral, Studie zur Sonate (1983)

Information & Bestellung:

(Selbstverlag, Druckvorlagen zum Kopieren erhältlich) Kantorei an St. Martin Kassel, Heinrich-Wimmer-Straße 4, 34131 Kassel.


Foto der Großen Bosch-Orgel von 1964 (Copyright © V. Hege)


Foto der neuerbauten kleinen Chororgel in der Martinskirche (Copyright © V. Hege)

Disposition der Bosch-Orgel:

PEDAL * Sololade (C - g°)

Pleno Pedal 16. Tremulant * 15. Cornett 2′ * 14. Clairon 4′ * 13. Kopftrompete 8′ * 12. Posaune 16′ 11. Kontrafagott 32′ 10. Glöckleinton 2′1′ * 9. Rohrpfeife 4′ * 8. Rauschwerk 3f 5 1/3′ 7. Gedecktbaß 8′ 6. Untersatz 16′ 5. Choralbaß 4f 4′ * 4. Hintersatz 4f 5 1/3′ 3. Oktavbaß 8′ 2. Baßzink 10 2/3′ 6 2/5′ 1. Prinzipal 16′ 03 III - P 02 II - P 01 I - P

HAUPTWERK II. Manual (C - c””) Pleno Hauptwerk 56. Tremulant 55. Span. Trompete 4′ 54. Span. Trompete 8′ 53. Trompete 16′ 52. Larigot 1 1/3′ 1′ 51. Rauschharfe 4′ 2 2/3′ 50. Nachthorn 4′ 49. Gemshorn 8′ 48. Gedacktpommer 16′ 47. Mixtur II 4f 1′ 46. Mixtur I 4-6f 2′ 45. Ital. Prinzipal 2′ 44. Quinte 2 2/3′ 43. Nonenkornett 3f 2 2/3′ 42. Oktave 4′ 41. Prinzipal 8′ 06 III - II 05 I - II

RÜCKPOSITIV I. Manual (C - c””) Pleno Rückpositiv 34. Tremulant 33. Messingschalmei 4′ 32. Vox Humana 8′ 31. Dulzian 16′ ** 30. Unruh 3f 1/3′ 29. Terznone 1 3|5′ 8/9′ 28. Hohlflöte 2′ 27. Rohrnasat 2 2/3′ 26. Flötgedackt 4′ 25. Gedackt 8′ 24. Scharf 5f 1′ 23. Quarte 1 1/3′ 1′ 22. Prinzipal 4′ 21. Quintade 8′ 04 III - I

OBERWERK-SCHWELLWERK III. Manual (C - c””) Pleno Oberwerk 75. Tremulant 74. Hautbois 8′ 73. Fagott 16′ 72. Blockflöte 1′ 71. Obertöne 3f 1 1/7′ 70. Sifflöte 1 1/3′ 69. Gemshorn 2′ 68. Sesquialter 2 2/3′ 1 3/5′ 67. Rohrflöte 4′ Q 66. Spitzgedackt 8′ 65. Quintzimbel 4f 1/2′ 64. Grobmixtur 6-8f 1 1/3′ 63. Prinzipal 2′ 62. Ital. Prinzipal 2′ 61. Rohrpommer 8′ Zimbelstern Zungen ab Tutti

Grundstimmung: 443

Die Angaben entsprechen der Registeranordnung auf der rechten Seite des Spieltischs (Setzeranlage). Setzergruppen 1 - 8 mit je acht Speicherplätzen (A B C D E F G H), zweifach zu belegen. Von den insgesamt 128 Speicherplätzen ist die Hälfte (64) abschließbar. Setzer und Sequenzschalter sind auch als Pistons in Wechselwirkung mit der Handregisteranlage zu benutzen. An der linken Seite des Spieltischs befindet sich die alte Registeranlage mit 6 freien Kombinationen. Das alte System kann in Wechselwirkung mit der Setzeranlage benutzt werden. Von der Orgelbank aus kann eine separate stufenlose Windabschwächung bedient werden.

Disposition und Mensuren: Helmut Bornefeld Erbauer: Werner Bosch, Kassel, op. 350, 1964 Setzeranlage: 1991

* ursprünglich Siebenquart 1 1/7′ 16/19′

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Lüneburg, 07.02.2006

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”

Lüneburg, Johannis-Kirche

1. Anreise nach Lüneburg!


Foto: St. Johanniskirche in Lüneburg! (Copyright © V. Hege)

Hier stelle ich die Brabant-Orgel der St. Johannis-Kirche in Lüneburg vor:

Im Jahr 1700 zu Ostern treffen als Schüler im Lüneburger Michaeliskloster (Lateinschule) Johann Sebastian Bach und Georg Erdmann ein. Das Michaeliskloster wird streng lutherisch geführt.

Ab der Prima wird neben Latein, Griechisch, Theologie, Logik, Rhetorik und Philosophie auch die Kunst des Versedichtens vermittelt. Ob Bach während seines Aufenthaltes in Lüneburg je nach Celle gereist ist, um die französisch beeinflusste Musik am Hofe von Herzog Georg Wilhelm von Celle-Lüneburg zu studieren, ist nicht als gesichert anzusehen.

In Lüneburg wirkte zu Bachs Schulzeit in der Johanniskirche der Organist Georg Böhm (1661-1733). Der aus Thüringen (Hohenkirchen nahe Ohrdruf) stammende Georg Böhm ist ein Schüler des berühmten Hamburger Organisten Johann Adam Reinken (1623-1722) und führte seit 1698 das Organisten-Amt an der Johanniskirche aus. Bach war sehr beeindruckt von der Größe der Orgel und dem Raumklang, ob er hier ebenfalls die Brabant-Orgel gespielt hat ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, da sein Förderer und Freund “Georg Böhm”, ob seines Spiels mehr als angetan war.

Aus Überlieferungen ist bekannt, dass Böhm einen großen Einfluss auf Bach besaß und er wichtige Impulse an Bach weitergeben konnte, daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft zwischen Böhm und Bach. Die Grundausbildung des Orgelspiels erlernte Bach im Michaeliskloster in Lüneburg, die weitere Entwicklung dazu vermittelte ihm Böhm, des weiteren eignete sich Bach durch Reisen nach Hamburg - zu dem berühmten Organisten Johann Adam Reinken, an der dortigen Katharinen-Kirche mit der berühmten Orgel angestellt – weitere Kenntnisse im Orgelspiel und Orgelbau an. In der Hamburger Katharinen-Kirche hört Bach den bereits 77jährigen Reinken über den Choral “An den Wasserflüssen Babylon” improvisieren und ist von seinem Orgelspiel zutiefst beeindruckt. Hierüber verfasste Bach später eine Eigenkomposition.

Hier gebe ich Auszüge aus der Chronik der Brabant-Orgel wieder, entnommen aus den Hinweisen der Johannis-Kirchengemeinde:


Foto: Brabant-Orgel der St. Johannis-Kirche in Lüneburg

1551-53 Bau einer großen Renaissance-Orgel durch Hendrik Niehoff in Hertogenbosch 1652 Überholung und Vergrößerung der Orgel durch Friedrich Stellwagen aus Lübeck 1712-15 Umbau und Erweiterung durch Matthias Dropa 1852 Umbau durch Eduard Meyer 1922 pneumatische Traktur durch Oskar Walcker 1953 Restaurierung durch Rudolf von Beckerath

Die Orgel füllt die Westwand des Mittelschiffes. Sie baut sich in barocker Schönheit bis an den Scheitel des Gewölbes auf, der hier mehr als 22 m über dem Fußboden liegt.

Der überwältigenden äußeren Erscheinung entspricht ihre Klangfülle (51 Register auf 3 Manualen mit Pedal). Ihre Baugeschichte geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Als man sich 1551 zur Erbauung einer neuen Orgel entschloß, wandte sich die Hansestadt nach Brabant. 1553 hatten dann Hendrik Niehoff (um 1495-1560) und Jasper Johannsen aus ‘Hertogenbosch die Orgel fertiggestellt, vom heutigen Prospekt der mittlere Teil.

1619 zählte Michael Prätorius in seiner “Organographia” (Syntagma musicum) die Johannis-Kirchenorgel zu den bedeutendsten in Deutschland.

Die Einflüsse der Orgelbewegung führten schließlich Anfang der fünfziger Jahre zu einer Umorientierung in der Betrachtung der St. Johannisorgel: Man erkannte, dass die Umbauten Walckers und auch Meyers der Orgel ihren Charakter genommen hatten, und versuchte zu retten, was zu retten war. Rudolf von Beckerath gehörte damals zu den renommiertesten und profiliertesten Orgelbauern bei Neubau und Restaurierung historischer Instrumente, und er gab der Orgel ihre auch heute noch existierende Fassung: Er ging in der Disposition (im Wesentlichen) auf Dropa zurück und stellte mit einer neuen mechanischen Spiel- und Registertraktur den ursprünglichen Zustand wieder her, allerdings unter Beibehaltung des durch Meyer erweiterten Tonumfanges, Ergänzung von Pedalkoppeln und Hinzufügung einiger Register, die die Disposition nun auf 51 Register erweiterte.

Link: Angaben zur Disposition der Orgel von der Kirchengemeinde St. Johannis.

Seit 2003 ist als Organist an der Johanniskirche Joachim Vogelsänger angestellt, geb. in Soest, Kirchen-Musikstudium in Köln, Orgelstudium in Wien, Kapellmeister in Detmold.


Bild des Kantors: Joachim Vogelsänger

Weitere persönliche Angaben über Joachim Vogelsänger sind h i e r einsehbar!

Seine erste CD-Einspielung veröffentlichte er mit Werken von Böhm und „Der junge Bach und seine Vorgänger“. CD: 450 Jahre Orgelmusik aus St. Johannis, Lüneburg


Die CD ist bei der Johannis-Kirchengemeinde in Lüneburg erhältlich, hier zur Bestellung!

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Leipzig,15. Januar 2006

Hier erstelle ich eine Folge mit CD-Einspielungen:

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”

Leipzig, Thomaskirche.


Foto: J.S. Bachs Wirkungsstätte als Kantor, die Thomaskirche in Leipzig! (Copyright © V. Hege)



Foto: Das Bachdenkmal vor der Thomaskirche in Leipzig (Copyright © V. Hege)



Die große restaurierte Sauer-Orgel in der Thomaskirche Leipzig (Copyright © V. Hege)

Disposition der Sauer-Orgel in der Thomaskirche
erbaut 1886 bis1889 und 1907/08 von Wilhelm Sauer (1831–1916)

I. Manual
Principal 16’
Bordun 16’
Principal 8’
Geigenprincipal 8’
Viola di Gamba 8’
Gemshorn 8’
Dulciana 8’
Doppelfloete 8’
Flûte harmonique 8’
Flauto dolce 8’
Gedackt 8’
Quintatön 8’
Quinte 5 1/3’
Octave 4’
Gemshorn 2’
Rohrfloete 4’
Violini 2’
Octave 4’
Rauschquinte 2fach
Mixtur 3fach
Cornett 2–4fach
Scharf 5fach
Groß-Cymbel 4fach
Trompete 16’
Trompete 8’

II. Manual
Salicional 16’
Gedackt 16’
Principal 8’
Schalmei 8’
Salicional 8’
Harmonica 8’
Dolce 8’
Flûte harmonique 8’
Konzertfloete 8’
Rohrfloete 8’
Gedackt 8’
Octave 4’
Salicional 4’
Flauto dolce 4’
Quinte 2 2/3’
Piccolo 2’
Cornett 3fach
Mixtur 3fach
Cymbel 3fach
Tuba 8’
Clarinette 8’

III. Manual
Lieblich Gedackt 16’
Gamba 16’
Principal 8’
Viola 8’
Aeoline 8’
Voix céleste 8’
Spitzfloete 8’
Flûte d’amour 8’
Gedackt 8’
Gemshorn 8’
Quintatön 8’
Fugara 4’
Traversfloete 4’
Praesant 4’
Quinte 2 2/3’
Flautino 2’
Harmonia aetheria 3fach
Oboe 8’
Trompette harmonique 8’

Pedal
Majorbass 32’
Untersatz 32’
Contrabass 16’
Principal 16’
Violon 16’
Gemshorn 16’
Subbass 16’
Salicetbass 16’
Lieblich Gedackt 16’
Quintbass 10 2/3’
Offenbass 8’
Principal 8’
Cello 8’
Gemshorn 8’
Bassfloete 8’
Dulciana 8’
Octave 4’
Flauto dolce 4’
Contraposaune 32’
Posaune 16’
Fagott 16’
Trompete 8’
Clarine 4’

Nebenregister: II/I, III/I, III/II Pedalkoppeln: I/P, II/P, III/P

Mezzoforte, Forte, Tutti, Rohrwerke
Piano-, Mezzoforte-, Forte- und Tuttipedal mit Absteller Handregister ab drei frei einstellbare Kombinationen Rollschweller mit Absteller Jalousieschweller fuer Manual III

Röhrenpneumatik (Spiel- und Registertraktur) Stimmungsart: gleichstufig temperiert

Stimmtonhöhe a1 = ca. 440 Hz. Tonumfänge Manual: C–a3
Pedal: C–f1
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Nun ein Resueme über die neue Bachorgel in der Thomaskirche in Leipig.

Die Scheibe-Orgel der zerstörten Pauliner- und Universitätskirche Leipzig wurde von J.S.Bach getestet und bekam das Gütesiegel des Thomaskantors. Auf ihr wurde optisch und genau in der Registrierung fussend - die neue Woehl-Orgel der Thomaskirche nachgebaut. Eine Vorgabe für den Neubau war, dass Bachs Toccaten, Präludien, Fugen, Choralvorspiele und Trios in möglichst authentischer Gestalt erklingen können und nach den Prinzipien des mitteldeutschen Orgelbaus im 18. Jahrhundert erbaut wird.

Wie alle Leipziger-Orgeln der Bach-Zeit ist die neue Orgel im Chorton gestimmt. (465 Hz.) Als eine Besonderheit besitzt

sie eine Kammerkoppel, die das ganze Werk um zwei Halbtöne nach unten transponiert.Die tiefe Kammertonstimmung (415 Hz) ermöglicht das Zusammenspiel mit barocken Streich- und Blasinstrumenten. Die Bauausführung der neuen Bachorgel lag in den Händen von der Orgelwerkstatt Gerald Woehl aus Marburg.


Foto: Neue Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig (Copyright © V. Hege)

Etwa 5000 Pfeifen sind in die Bachorgel eingebaut worden. Die Disposition umfasst 60 Register auf vier Manualen und Pedal. Spielanlage: viermanualig, mittig unter dem Brustwerk I. Manual: Brustwerk II. Manual: Hauptwerk III. Manual: Oberwerk IV. Manual: Unterwerk (Echo) Normalkoppeln: als mechanische Trakturkoppeln Kammertonkoppeln: als mechanische Trakturkoppeln, sie werden für das ganze Werk zusammen eingeschaltet die Normalkoppeln können dann je nach Bedarf dazugeschaltet werden Spieltraktur: mechanisch, angehängte Traktur mit sehr direktem Spielgefühl Registertraktur: mechanisch Windanlage: zentrale Anlage mit Keilbälgen unter den Emporenpodesten alle Werke Manualwerke mit gleichem Winddruck der Pedalwind ist von den Manualwerken getrennt mit dem Registerzug “Plenumwind” kann der Wind in den Manualwerken mehr stabilisiert werden.

Auszug aus der Orgelbaufirma Woehl, Marburg:

Zur adäquaten Wiedergabe Bachscher Orgelwerke bedarf es in besonderer Weise der vielfältigen Einzelklangfarben, einer sensiblen, alles übermittelnden Spieltraktur und eines immer richtig reagierenden Orgelwindes. Erst durch das musikalische Ineinandergreifen dieser drei Bereiche kann Bachsche Orgelmusik ihren vollendeten Ausdruck finden - die innige Zwiesprache zwischen der Seele und dem Geistigen. Das im Chorton gestimmte Instrument kann Bachs Orgelmusik in ihrer ganzen Monumentalität und Klangpracht erlebbar machen.

Die Bach-Orgel kann aber je nach Anforderung, zum Beispiel bei Aufführungen von Kantaten, vollständig mit ihrem ganzen Registerfundus von der Farbigkeit eines Kantatenorchesters einen ganzen Ton tiefer im Kammerton gespielt werden. Für die zukünftige Musik in der Thomaskirche werden so Möglichkeiten geschaffen, die einzigartig in der Welt sind.

Vom althergebrachten bezeugt der Klang ebenso die Registernamen: wie z.B. ein Gemßhörnlein, eine Rohrflöth. Eine Trombetta, eine Plockflöth, ein Barem-Register, Pfeifen namens Octävlein, Trombet und Schweitzerflöth klingen aus dem schönen Orgelprospekt. Zimbelsterne, zwei 32′ Pedal- Register und “Vogestimmen-Imitation ” ergeben einen vielfältigen Klangkörper dieser neuen Bach-Orgel.


Disposition der Bach-Orgel

Brustwerk I
Grob Gedackt 8fuß
Klein Gedackt 4fuß
Principal 2fuß
Super Gemßhörnlein 2fach
Quint-Sexta 2fach
Sieflit 1fuß

Hauptwerk II
Bordun 16fuß
Principal 8fuß
Violdagamba 8fuß
Rohrflöth 8fuß
Quinta 6fuß
Octav 4fuß
Nassatquint 3fuß
Superoctav 2fuß
Queerflöth 2fuß
Sesquialtera 3fach
Mixtur 6fach
Cimbel 3fach
Fagott 16fuß
Trombetta 8fuß

Oberwerk III
Quintaden 16fuß
Prinzipal 8fuß
Gedackt 8fuß
Gemßhorn 8fuß
Flauta doux 8fuß
Octav 4fuß
Hohlflöth 4fuß
Hohlquint 3fuß
Superoctav 2fuß
Plickflöth 2fuß
Sesquialtera 3fach
Scharff 4fach
Vox Humana 8fuß
Hautbois 8fuß
Tremulant

Kammerkoppel für das ganze Werk

Tonumfang Chorton:
Manuale C – f
Pedal C – f

Tonumfang Kammerton:
Manuale CD – f
Pedal CD - f

Echo IV
Barem 16fuß
Still Gedackt 8fuß
Quintaden 8fuß
Principal 8fuß
Nachthorn 4fuß
Spitzflöth 4fuß
Spitzquint 4fuß
Octav 2fuß
Schweitzerflöth 2fuß
Rauschquint I 1/2fuß
Superoctävlein 1fuß
Cimbel 3fach
Regal 8fuß

Pedal
Großer Untersatz 32fuß
Prinzipal 16fuß
Violon 16fuß
Sub Bass 16fuß
Octav 8fuß
Gedackt 8fuß
Quintaden 8fuß
Superoctav 4fuß
Bauerflöth 1fuß
Mixtur 6fach
Posaun Bass 32fuß
Posaun Bass 16fuß
Trombet 8fuß
Cornet 2fuß
Glockenspiel 2fuß

Nebenregister

Copul Oberwerk- Hauptwerk (III-II)
Copul-Echo-Hauptwerk (IV-II)
Copul Hauptwerk-Pedal
Copul Oberwerk-Pedal
Tremulant für das ganze Werk
Glockenspiel
2 Zimbelsterne
Vogell Geschrey

4 Keilbälge

Stimmtonhöhe: Chorton (ca. 465 Hz)
Stimmung: ungleichstufig, System Neidhardt.


Mit dem Thomasorganisten Ulrich Böhme gewinnt diese CD an Format, hier hört man einen profunden Techniker und Kenner Bachscher Orgelwerke an den Manualen, einen Organisten, der in seinen Registrierungen ein klangschönes Orgel-Portrait dieser neuen Woehl-Orgel abliefert.

Thomas-Organist Ullrich Böhme wurde im sächsischen Vogtland geboren. Die wertvolle Barockorgel seines Heimatortes Rothenkirchen, an der er bereits 13jährig den Organistendienst versah, weckte in ihm Begeisterung für die „Königin der Instrumente“. Deshalb studierte er von 1972 bis 1979 an der Kirchenmusikschule Dresden bei Hans Otto und an der Hochschule für Musik Leipzig bei Wolfgang Schetelich. Im Bachjahr 1985 wurde Ullrich Böhme unter vielen Bewerbern zum Leipziger Thomasorganisten gewählt. Er gab den Anstoß zur Restaurierung der großen Sauer-Orgel der Thomaskirche und entwarf das Konzept der neuen Bach-Orgel der Thomaskirche.

Die CD der neuen Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig enthält Einspielungen von der Familie Bach.

Im Auftakt Präldium und Fuge in C BWV 545 des J.S. Bach strahlt die Orgel in berauschend schönen Klang-Mixturen. Eine herrlich ausgespielte Fuge folgt, und wurde vom Organisten grandios interpretiert. Seine Interpretation in der relativ freien Ornamentik angelehnt sowie an historischer Aufführungspraxis anknüpfend, machen das Orgelwerk wieder ungemein interessant.

Mit den 14 Variationen über eine Aria in a-Moll des Johann Christoph Bach (1642-1703) bietet der Organist ein wunderbares Portrait der Woehl-Orgel. J. Chr. Bach verfügte in Eisenach über eine vergleichsweise hervorragende und mächtige Orgel, zu deren Präsentation er auch die kompositorisch -vielschichtigen und musikalisch sehr berückenden Variationen schrieb. Dieses Orgelstück wurde detaillierte und in präzise überlegten Phrasierungen interpretieren.

Dass der J.S. Bach in der Orgelkompositionskunst seinen Söhen durchaus nicht nachstand, wird unter anderem durch seine Bearbeitungen Vivaldischer Konzerte für Orgel solo bewiesen.

Das Concerto in d-Moll BWV 596, als eine seltene Ausnahme in Bachs Orgelwerken gilt das Original mit 2 Violinen, Violoncello, Streicher und Basso continuo: hier wird dem Organisten unüblicherweise von Bach an Manual und Pedal klare Vorgaben in Sachen Registrierung vorgegeben. Das Werk, gespielt auf der Woehl-Orgel erklingt nuancierter und farbenprächtiger als an sonstigen Neuorgeln der heutigen Zeit. Das “Vivaldi-Werk” erklingt in barocker Klangpracht aufgrund vieler Manual- und Stimmenwechsel.

Ganz anders gelagert und zu sehen sind die Werke des Bach - Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach (1714-178 . Hier wurde eine ganz andere Tonsprache entwickelt, dem Ulrich Böhme gekonnt registrierend nachkam und in der “Sonata in a-Moll” (Wq 704, H85) entsprechend vortrefflich umzusetzten wusste.

Mit dem “Pièce d’Orgue” BWV 572, gelingt es Bach eindrucksvoll , drei völlig unterschiedliche Teile zu einer Einheit zu formen. Den sehr freien und improvisatorisch-virtuos daherkommenden Figuren zu Eingang und Ende und dem beeindrucken majestätischen Mittelteil, erklingt die neue Leipziger Bach-CD in ihrer - fulminanten – Klangpracht in der Passacaglia c-Moll (BW 582).

In der Choralbearbeitung “Nun danket alle Gott” BWV 657 schon wunderbar klanglich durchhörbar gestaltet , steigert er im Werk der Passacaglia und Fuge das Portrait seiner neuen Woehl-Orgel in ein geschmackvolles und brillantes Finale.

Die neue Bach-Orgel der Thomaskirche besitzt alle Möglichkeiten Bachsche Orgelwerke hörbar in einer barocken Klang-Vielfalt dem Publikum zu präsentieren und besitzt derzeit mit dem Organisten Ullrich Böhme einen sicheren und virtuosen Orgelkünstler in seinen Diensten.

Eine äußerst bemerkenswerte und sehr zu empfehlende CD zu bestellen unter diesem

Link für eine CD-Bestellung! Label: querstand

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“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

“Dresden, Frauenkirche”


Die neue Frauenkirche, Dresden (Copyright © V. Hege)

Vorstellung der neuen Kern-Orgel in der Frauenkirche zu Dresden !


Foto: Die neue Kern-Orgel der Frauenkirche Dresden (Copyright © V. Hege)

Auszugszitat vom Carus-Label:

Nach 12 Jahren Bauzeit wird am 30. Oktober 2005 die neuaufgebaute Dresdner Frauenkirche feierlich geweiht. Wenige Orgelbauprojekte wurden mit so viel Interesse und Spannung von der Öffentlichkeit begleitet, wie der Neubau der 1945 komplett zerstörten Orgel. Beim Wiederaufbau wurde der von George Bähr geschaffene Orgelprospekt detailgetreu rekonstruiert. Das Orgelwerk selbst ist keine Rekonstruktion der Gottfried-Silbermann-Orgel von 1736: Der Straßburger Orgelbauer Daniel Kern hat dem „klassischen“, eng an Silbermann orientierten Teil der Disposition ein zusätzliches Manualwerk im französisch-romantischen Stil hinzugefügt. Er knüpft so an die historischen Verbindungen zwischen Gottfried Silbermann, Straßburg und dem französisch-elsässischen Orgelbau an. Die Kern-Orgel vereinigt zahlreiche Vorzüge einer historischen Orgel mit den technischen Errungenschaften eines modernen Konzertinstruments.

Die Orgel wurde im heute gültigen Kammerton (a = 440 Hz) (15 Grad Celsius) und nicht im historischen tiefen Kammerton (a = ca. 415 Hz) eingestimmt.

Durch die Erhöhung der Zahl der Manuale von drei auf vier sowie der Register von 43 auf 67, 97 Ranks, 4876 Pfeifen, sei jetzt auch die Orgelliteratur nach Bach spielbar.

Weitere Angaben des Orgelbaus erstelle ich nachstehend nach Angaben der Orgelbaufirma Kern aus Straßburg:

Das neue Werk hat 4 Manuale bekommen. Das erste Manual ist das Hauptwerk das eweite das Oberwerk, das dritte das Récit Expressif nach Cavaillé-Coll und das vierte das Brustwerk. Die Aufstellung der Werke im Gehäuse (das treu nach dem original Entwurf von Bähr durch die Firma Puschner nachgebaut ist) ist der Aufstellung von Gottfried Silbermann sehr nah. Das Brustwerk sowie das klein und gross Pedal befinden sich im Unterteil, das Hauptwerk in der Höhe von der Prospektpfeifen, das Oberwerk über dem Hauptwerk, das Recit Expressif in der gleiche Höhe wie das Oberwerk direkt dahinter mit einem Abstand von 60 cm.

Die Spielmechanik für alle 4 Manualwerke ist mit einer hängende Traktur im klassischer Stil gebaut und lediglich aus klassischem Materialen hergestellt (Holzwinckel, Holzwellen usw…) Das Récit Expressif hat Eisenwellen. Die Koppeln können alle mechanisch gespielt werden aber es gibt auch die Möglichkeit einige Koppeln mit einer Spielhilfe zu benützen, hauptsätzlich bei den grossoen romantischen Stücke die sehr viele Koppeln und Register benötigen. Für das Brustwerk haben wir eine mechaische Umschlaltung gebaut die erlaubt dieses Werk im 415 Hz zu benützen bei Begleitung von alter Musik.

Die Registerbetätigung ist rein elektrisch mit einer Setzeranlage mit sehr viele Möglichkeit. Die Windladen sind als Schleifladen mit Tonkanzellen in der klassische Bauart mit Eichenholz hergestellt. Die Schleifen sind ebenso aus Eichenholz. Die Windanlage ist in der Art von Gottfried Silbermann gebaut das heisst ein grosser Turm mit 6 Keilbälge hinter der Orgel. Die ganze Orgel hat einen gleichen Winddruck (ca 90 mm w/s).

Das Pfeifenwerk ist nach dem klassichen Vorbild hergestellt für das Hauptwerk, Brustwerk, Oberwerk und Pedal. Die Principale und die Zungenregister sind aus hochprozentigem Zinn 87,5 % und die Flöten und Gedackten sind mehr bleihaltig.

Alle Kerne sind aus Blei.

Für die Herstellung der Pfeifen vom Récit haben wir die Mensuren und die Legierungen von Cavaillé-Coll verwendet . Die Principale und Zungen sind aus Zinn 75 % die Bourdon und Flöten aus 33 %. Für das Schwellwerk haben wir als Vorbild die Orgel von St-Sernin in Toulouse genommen. Für die klassichen Register haben wir die Mensuren Gottfried Silbermann und Andreas Silbermann verwendet. Die Stimmung wird gleichschwebend 442 Herz bei 18°

Intonation

Mit Hauptwerk, Brustwerk, Oberwerk und Pedal einschliesslich genannter Adaptation ist erreichbar, was der repräsentative Kuppelraum fordert :

Klassische Brillanz der Mixturen im Pleno, singende Kraft der Prinzipale Gravität der Zungen und Grundregister, Farben und Poesie der Aliquoten und Zungen, Weichheit und Deutlichkeit von Flöten und Steichern.

Für das Repertoire der Romantik und des 20. Jahr lässt sich ohne Schaden für die klassisch orientierte Substanz ein grosses Schwellwerk integrieren.

Prinzipale, überblasende Flöten, enge Streicher un Schwebungen verleihen dem Orgelwerk insgesamt ohne zu dominieren die Möglichkeit stilisticher Weite in Richtung Romantik und Symphonik, nicht nur bezogen auf dieses Manual sondern auf Basis unserer diesbezüglichen Erfahrung mit Mensuren und intonation unter Verwendung der Koppeln für das gesamte Klangspektrum. Unsere vielfach gelobten Erfahrungen im Bau sowohl deutscher als französicher Zungenstimmemn gewährleistet zudem angesischts der hohen Anzahl der Zungenstimmen auch grosse Unterschiede in Farbe, Dynamik und Mischfähigkeit.

Disposition der neuen Kern-Orgel

Hauptwerk 58 Töne C - a’’’ Montre 16’ Bourdon 16’ Octave 8’ Viole de Gambe 8’ Rohrflöte 8’ Octave 4’ Spitzflöte 4’ Quinte 2 2/3’Octave 2’ Terz 1 3/5’ Cornet V Mixtur V Cymbel IV Fagott 16’ Trompette 8’ Clarine 4’

Oberwerk 58 Töne C -a’’’ Quintade 16’ Principal 8’ Quintade 8’ Salicional 8’ Gedackt 8’ Octave 4’ Rohrflöte 4’ Nasat 2 2/3’ Octave 2’ Sesquialtera 1fach Mixtur IV Trompette 8’ Chalumeau 8’ Tremblant

Schwellwerk 58 Töne C - a’’’ Bourdon 16’ Gamba 8’ Flûte harmonique 8’ Voix céleste 8’ Bourdon 8’ Flûte harmonique 4’ Quinte 2 2/3’ Octavin 2’ Piccolo 1’ Cornet V

Mixtur III – VI Basson 16’ Basson – Hautbois 8’ Trompette harmonique 8’ Vox Humana 8’ Clairon Harmonique 4’ Tremolo

Brustwerk 58 Töne C - a’’’ Gedackt 8’ Prinzipal 4’ Rohrflöte 4’ Nasat 2 2/3’ Octav 2’ Gemshorn 2’ Terz 1 3/5’ Quinte 1 1/3’ Sifflet 1’

Mixtur II Vox Humana 8’ Tremblant

Pedal 32 Töne C - g’ Untersatz 32’ Principal 16’ Subbass 16’ Octave 8’ Bassflöte 8’ Octave 4’

Mixture VI Basson 32’ Posaune 16’ Trompette 8’ Clarine 4’

Anhand des stilistisch kontrastreichen Programms der CD-Einspielung mit Orgelmusik von J.S. Bach und Duruflé macht der Organist der Frauenkirche, Samuel Kummer, die erstaunliche klangliche Vielseitigkeit dieser Orgel hörbar.

Meine Amerkung:

Eine bemerkenswerte Orgel-CD die auf der neuen Kern-Orgel in der Frauenkirche eingespielt von Samuel Kummer worden ist. Sie ist als eine grandiose Konzert-Orgel für die eingespielten Werke von Bach und Durufle anzuerkennen. Welch Potential steckt in ihr an Klangfülle. So ist eine Orgel entstanden, das den neuen und großen kirchenmusikalischen Anforderungen in der Frauenkirche gewachsen ist.

Samuel Kummer, seit Dezember 2004 Organist an der Frauenkirche zu Dresden angestellt, überzeugt durch eine ausgewogene Registrierung und einem gekonnten Spiel.


Booklet-CD Kern-Orgel

Diese CD kann uneingeschränkt jedem Orgelliebhaber wärmstens empfohlen werden.

Link: Zur CD-Bestellung hier! Label: carus-Verlag

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Arnstadt, Mai 2005

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

“Die Bachkirche in Arnstadt”

nach wunderschönen Tagen in Thüringen, auf den Spuren von J.S. Bach folgend, besuchte ich die historischen Orte wie Arnstadt, Mühlhausen, Erfurt und Weimar.


Foto: J.S.- Bach-Kirche von Arnstadt, Außenansicht!


Foto: Innenansicht von der J.S. Bach-Kirche in Arnstadt!

Der erste Besuch galt der Bachkirche in Arnstadt mit der Wender Orgel von 1703, die in den Jahren 1998 bis Anfang 2000 durch die Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim/Rhön, nach einer Rekonstruktion der Wender-Orgel, umfassend restauriert wurde.


F o t o: der in 2000 restaurierten Wender-Orgel in der Bach-Kirche in Arnstadt/Thüringen

(Copyright © V. Hege)

Hier traf Bach auf den Orgelbaufachmann Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen, und nahm seine neuerbaute Orgel als Orgelsachverständiger mit 18 Jahren ab. Daraufhin bekam Bach dort seine erste Anstellung als Organist. Wender muss nach neuesten Erkenntnissen ihm dann nach seinem Weggang aus Arnstadt, die Organistenstelle in Mühlhausen vermittelt haben.

Hier wurde eine Wender-Orgel wieder zu 99 % rekonstruiert, die Bachs Klangvorstellungen einer Orgel entsprechen müsste. Ein warmer wunderschöner Klang, der den Räumlichkeiten der Bachkirche voll entspricht. Liveübertragungen von Orgelkonzerten, gespielt auf dieser restaurierten Wender-Orgel, liess die Fachwelt aufhorchen, das Echo auf diese neue wunderschönen Orgel ist überwältigend, die Fachwelt spricht von einer Neugeburt einer Bachorgel.

Seit 1913 besaß die Bachkirche eine romantische Steinmeyer-Orgel aus Öttingen/Bayern. Die neue Steinmeyer-Orgel wurde mit pneumatischer Ton- und Registertraktur erbaut. Der Wender-Prospekt wurde wieder verwendet, mußte allerdings noch einmal verändert werden. Der Tonumfang erweitert sich auf Manual C-a 3 und Pedal C-f 1. Von den gewesenen 59 Registern der vorgehenden Orgel werden 7 nicht wieder benutzt und 3 neu hinzugefügt. Die neue Steinmeyer-Orgel erhält 55 Register.

Alle romantischen Spielhilfen sind vorhanden. In dem Orgelbauvertrag von 1997 mit der Orgelbaufirma Otto Hoffmann, Ostheim/Rhön, wurde vereinbart, dass beide Projekte, die Rekonstruktion der Wender-Orgel und die Restaurierung der Steinmeyer-Orgel bis Ende 1999 auszuführen ist. September 1997 wurde die Steinmeyer-Orgel abgetragen, die auf der 2. Empore gestanden hatte. Die ursprüngliche 3. Empore wurde wiedererstellt, so daß man den historischen Standort wieder nach dort verlegen konnte. Zur Rekonstruktion der Wender-Orgel wurden in Arnstadt alle bekannten Quellen und historischen Orgelteile studiert. Vorhanden waren 320 Pfeifen aus dem Jahr 1703, der veränderte Orgelprospekt, Pfeifenstöcke im Prospekt mit Rissen vom Umfang der Prospektpfeifen, originale Klaviaturen, Registerzüge, der Orgelbauvertrag von Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen von 1699.

Einzelheiten zur Konstruktion des Tragwerkes für die Windladen wurden aus den Wender-Orgeln in Dörna und Erfurt, Severi-Kirche, entnommen. Profile an den Balken, Maße derselben, Verbindungen, Füllungen, Schließeinrichtungen, Metallnägel, Holzdübel und vieles Andere mehr wurden nach den historischen Vorlagen dieser Kirchen nachgefertigt. Die originalen Windladen von Dörna wurden vermessen und in jedem Detail für die Arnstädter-Orgel nachgebaut. In gleicher Weise verfuhr man mit allen Trakturdetails. Man arbeitete mit Fuß-, Zoll- und Strichmaßen, statt mit dem metrischen Maß. Die Balganlage wurde über der Orgel und der Tonne der Kirche im Dachbereich mit 4 Keilbälgen rekonstruiert und angebracht. Als Vorlage diente eine in Dörna vorhandene historische Balgplatte.

Die Blasebälge sind mechanisch zu betätigen. Für den Übprozeß und Gebrauch der Orgel im Gottesdienst wurden die Bälge mit einem elektrischen Winderzeuger versehen. Der Winddruck ist mit 72 mm/Ws fixiert. Von den reichlich original vorhandenen Pfeifen wurden alle fehlenden Pfeifen und Register berechnet und rekonstruiert. Die Tonhöhe ergab sich aus den historischen Pfeifen und wurde mit 465 Hz bei 18 = C festgelegt. Man einigte sich mit dem thüringischen Amt für Denkmalpflege bei der Stimmungsfrage daraufhin, eine um 1700 in Thüringen übliche Stimmung nachzuempfinden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, daß man die von J.S. Bach in Arnstadt komponierten Werke problemlos darstellen kann. Die Orgelstimmung wurde der Wender-Orgel von 1703 nachempfunden. So ist es quasi möglich, in dieser Kirche barocke und romantische/moderne Werke “authentisch” darzustellen.

Weitere Angaben zur Disposition und Renovierung durch die Fa. Hoffmann, Orgelbau: Restaurierung der Steinmeyer-Orgel von 1913 durch die Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim / Rhön 1997-1999 Die pneumatische Taschenladenorgel (Opus 1185) wurde von Steinmeyer als “Bach-Orgel” im Jahr 1913 erbaut. Die 6 Wender- Register wurden erhalten und die Mensur im Baß erweitert. Fugara 4′, Vox coelestis 8′ und Violoncello 8′ wurden neu gefertigt. Die restlichen Register wurden von Hesse bzw. Meißner übernommen. Die Prospektfront wurde erneut verändert. Die Orgel wurde auf der 2. Empore aufgestellt.

Im Jahre 1938 versetzte der Gothaer Orgelbauer Wiegand Helfenbein die Orgel auf die erhöhte 1. Empore und barockisiert die Disposition. Im September 1997 wurde die Orgel ausgebaut und in der Oberen Kirche eingelagert. Im Jahr 1998 begannen die Restaurierungsarbeiten an der Orgel mit dem Transport der Teile in unsere Werkstatt. Da im Rahmen der Kirchenrenovierung die 3. Empore für die Rekonstruktion der Wender-Orgel wieder eingebaut wird, muß das Instrument wird im Bereich zwischen der 1. und 3. Empore aufgestellt werden. Auf eine Prospektfront wird verzichtet. Die Spieltraktur mußte aus baulichen Gründen bis zum ersten Relais elektrifiziert werden. Der Spieltisch erhält seinen Platz an der Emporenbrüstung und wird mit einer modernen Setzeranlage ausgestattet. Die später eingebauten Zinkpfeifen werden durch Zinnpfeifen ersetzt. Die Disposition wird auf den Bestand von 1913 zurückgeführt.

Disposition:

I. Manual C-a³ 1)Bordun16′ 2)Principal8′C-cs’ neu 60% 3)Viola di Gamba8′C-H neu 60% 4)Gemshorn8′W C-cs° neu 60%, d°-c³ eu 60% 5)Schweizerflöte8′C-H neu 60% 6)Bordun8′ 7)Rohrflöte8′ 8)Hohlflöte8′ 9)Quintflöte5 1/3′ 10)Octave4′ 11)Fugara4′ 12)Rohrflöte4′ 13)Quinte2 2/3′ 14)Octave2′ 15)Cornett 5 f.8′ 16)Mixtur 5 f.2′ 17)Cymbel 3 f.1′ 18)Trompete8′C-a³ neu 60%

II. Manual C-a³ 19)Quintatön16′W c°-c³ neu 60% 20)Principal8′C-H neu 60% 21)Spitzflöte8′C-H neu 60% 22)Quintatön8′ 23)Viola d’amour8′W C-H neu 60%, c°-c³ neu 60% 24)Gedeckt8′W C-c³ neu 60% 25)Flauto traverso8′C-H aus Steinmeyerbestand 26)Octave4′W C-c³ neu 60% 27)Spitzflöte4′ 28)Viola4′C-a³ neu 60% 29)Rauschquinte 2f.2 2/3′ 30)Mixtur 5f.2′ 31)Klarinette8′C-a³ neu 60%

III. Manual C-a³ (Schwellwerk) 32)Liebl. Gedackt16′ 33)Geigenprincipal8′C-H neu Kiefer 34)Liebl. Gedackt8′ 35)Flauto piano8′C-cs° neu 60% 36)Hessiana8′ 37)Salicional8′C-H neu 60% 38)Vox coelestis8′c°-a³ neu 60% 39)Geigenprincipal4′ 40)Nachthorn4′W C-c³ neu 60% 41)Flauto dolce4′ 42)Geigenprincipal2′C-a³ neu 60% 43)Sesquialter 2f.22/3′ 44)Progressivharm.3-6f.2′ 45)Oboe8′C-a³ neu 60% 46)Tremulant neu

Pedalwerk C-f’ 47)Principalbaß16′ 48)Violon16′ 49)Subbaß16′ 50)Quintbaß10 2/3′ 51)Principal8′ 52)Violoncello8′C-f’ neu 60% 53)Gedackt8′ 54)Octave4′ 55)Posaune16′ 56)Trompete8′C-f’ neu 60%

Koppeln III/I, III/II, II/I, I/P, II/P, III/P Setzer, Walze

Die Windladen wurden grundlegend restauriert, sämtliche Taschenventile wurden neu beledert. Die Relais wurden in allen Teilen überarbeitet und in der 1. Station mit Wippmagneten ausgestattet. Das Pfeifenwerk wurde gründlich überarbeitet, die Wender- Register wurden erneuert, die veränderten Steinmeyer-Register rekonstruiert. Der große Magazinbalg wurde überarbeitet und die Windladen mit Holzkanälen angeschlossen. Die Stoßfänger an den Kanälen wurden funktionsgerecht eingefügt. Das Schwellwerk wurde mit einem Tremulanten ausgestattet

Nach der Restaurierung aller Orgelteile in der Werkstatt und der Fertigung des neuen elektrischen Spieltisches mit einer elektronischen Setzerkombination mit 4.000 Speicherplätzen sowie der neuen Gebläseanlage wurde die Orgel im Mai 1999 in die Bachkirche transportiert und dort auf der 1. Westempore aufgestellt. Die Unterseite der 3. Empore wurde mit Schallreflektionsplatten verkleidet, um eine optimale Klangabstrahlung in den Kirchenraum zu erreichen. Der Spieltisch wurde in der Emporenmitte direkt hinter der Emporenbrüstung aufgestellt.

Die pneumatischen Relais wurden mit den originalen Bleirohren mit den Windladen verbunden. Anschließend wurde das Gehäuse gefertigt, das aus 4 Seitenrahmen mit Füllungen und einen Frontrahmen mit stoffbespannten Gitterfüllungen besteht. Aus architektonischen Gründen wurde in den Frontrahmen die Struktur der 2. Emporenbrüstung aufgenommen, so daß jetzt auch im Bereich der 2. Empore das Brüstungsbild auf der Westseite sichtbar geschlossen ist.

Der Emporenbereich wurde für die Chorarbeit neu gestaltet. Nach Abschluß der Malerarbeiten erfolgte die Intonation des Instrumentes. Bei einem Winddruck von 82 mm wurde die Grundintonation der Register nicht verändert, es erfolgte ein behutsamer Ausgleich von Lautstärke und Ansprache. Die rekonstruierten Register wurden in das Klangbild des Instrumentes eingefügt. Das Instrument wurde gleichschwebend bei 440 Hz/18° gestimmt. Das Klangvolumen des Instrumentes reicht vom zartesten Pianissimo bis zum raumfüllenden Forte und hat durch den Umbau und die klangdurchlässige Front an Volumen gewonnen.

Die nachstehende CD aus der Bachkirche zu Arnstadt wurde vom Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller im April 2000 an der Wender-Orgel eingespielt.


CD: Werke von J.S. Bach


"Johann Sebastian Bach in Arnstadt":

Gottfried Preller spielt an der Wender-Hoffmann-Orgel Werke von Johann Sebastian Bach


Präludium und Fuge in G-Dur, BWV 541
Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 654
Wo soll ich fliehen hin oder Auf meinen lieben Gott, BWV 646
Passacaglia, BWV 568
Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 647
Meine Seele erhebt den Herrn, BWV 648
Präludium und Fuge in C-Dur, BWV 547
Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, BWV 649
Komm Du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden, BWV 650
Piece d' Orgie, BWV 572

Link: für die CD-Bestellung! Orgelbau Hoffmann


Eine weitere CD mit dem Titel: "Bach in Arnstadt" mit Gottfried Preller, von April 2000, zu beziehen:

Ev.-Lutherische Kirchgemeinde Arnstadt

Pfarrhof 2
99310 Arnstadt

Tel.: 03628/74 09 60
Fax: 03628/74 09 64

Email
stadtkirchenamt@kirche-arnstadt.de

Internet
http://www.kirche-arnstadt.de

oder

http://www.preller-gottfried.de/html/start.htm

Inhalt der CD:

Präludium und Fuge C-Dur, BWV 545; Herr Gott nun schleuß den Himmel auf, BWV 1092; Wir Christenleut, BWV 1090; Allein zu dir Herr Jesu Christ, BWV 1100 ; Praeludium G-Dur, BWV 568 ; O Jesu wie ist dein Gestalt, BWV 1094; O Lamm Gottes unschuldig, BWV 1095; Toccata und Fuge d-moll, BWV 565; Wir glauben all an einen Gott, BWV 1098; Ach Herr mich armen Sünder, BWV 742; Präludium und Fuge e-moll, BWV 533; Du Friedefürst Herr Jesu Christ, BWV 1102; Christ der du bist der helle Tag, BWV 1120; Was Gott tut das ist wohlgetan, BWV 1116; Präludium und Fuge E-dur, BWV 566.

Die CD-Einspielung kann als gelungen betrachtet werden, doch stören mich leider einige Nebengeräusche, die das Hörempfinden ein wenig trüben, schade um diese sonst so herrliche Einspielung Bach'scher Orgelwerke.

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Mühlhausen, Mai 2005

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

“Divi Blasii Kirche in Mühlhausen”

die nächste Station war die ” Divi Blasii Kirche” in Mühlhausen, in der Bach ein Jahr als Organist von 1707 bis 1708 angestellt war.


Foto: Kirchenansicht der Divi Blasii Kirche, Mühlhausen/Thüringen

Die gebaute Ursprungsorgel dort war die 1560 von der Orgelbaufirma Jost Pape aus Göttingen. 1603 zerstörte ein Blitzschlag den Kirchturm und die Orgel.

Eine Restaurierung erfolgte 1689 bis 1691 durch den Mühlhausener Orgelbaumeister Johann Friedrich Wender, der auch die Bachorgel in Arnstadt gebaut hatte. Bach wurde nach seinem Weggang aus Mühlhausen mit der Abnahme der Wender-Orgel beauftragt und sie dann auch abnahm.

Er verfasste ein Gutachten, das heute als wichtiges Dokument über Bachs Vorstellungen vom Orgelbau seiner Zeit angesehen wird. Sie liegt als gedrucktes Dokument in Mühlhausen vor. Die Wender-Orgel existierte 100 Jahre. 1821 bis 1823 erfolgte ein Neubau der Firma Johann Friedrich Schulze aus Milbitz bei Rudolstadt.

Im Jahre 1953 nahm die Kirchengemeinde zwecks Restaurierung der Orgel Kontakt mit Albert Schweitzer in Lambarene/Afrika auf. Schweitzer drängte darauf, die Orgel nach den vorliegenden Dokumenten in Mühlhausen - über die Abnahme der Wender-Orgel von Bach verfasst -, zu berücksichtigen und sie so zu restaurieren. Schweitzers Aussage: denn das wünscht sich der Bachfreund, eine Orgel vorzufinden, die nach Bachs Vorgaben gebaut worden ist.


Foto: Blick auf die 1959 restaurierte Schuke-Orgel der Divi Blasii Kirche

Den Auftrag zum Bau der Orgel erhielt die Firma Schuke in Potsdam, die das Werk auf der Basis des Bachschen Entwurfes unter Ergänzung von fünf zusätzlichen Orgelregistern konzipierte. 1959 wurde die Schuke-Orgel fertiggestellt. Sie gilt seit dieser Zeit als Zeitzeuge der Orgelkunst unseres Jahrhunderts.

Disposition der Schuke-Orgel:

Hauptwerk (II) Rückpositiv (I) Quintadena 16´ Gedackt 8´ Prinzipal 8´ Quintadena 8´ Viola di Gamba 8´ Prinzipal 4´ Rohrflöte 8´* Salicional 4´ Oktave 4´ Oktave 2´ Gedackt 4´ Spitzflöte 2´ Nassat 2 2/3´ Quintflöte 1 1/3´ Oktave 2´ Sesquialtera 2f. Sesquialtera 2f. Cimbel 3f. Cimbel 2f. Dulzian 8´* Mixtur 4f. Fagott 16´ Trompete 8´*

Brustwerk (III) Pedal Stillgedackt 8´ Untersatz 32´ Flöte 4´ Prinzipal 16´ Prinzipal 2´ Subbaß 16´ Quinte 1 1/3´ Oktave 8´ Terz 1 3/5´ Gedacktbaß 8´* Mixtur 3f. Oktave 4´ Schalmei 8´ Nachthorn 2´* Rohrflötenbaß 1´

Mixtur 4f. Posaune 16´ Trompete 8´ Cornettbaß 2´ Nebenzüge Cimbelstern

Koppeln: BW/HW, RP/HW, HW/P, RP/P (Tritte) Tremulant RP u. BW

Klaviaturumfänge: C´- d´´´ (Manual), C - f´ (Pedal) * = Register, die zu Bachs Disposition hinzugefügt wurden.


CD-Einspielung mit folgenden Bachwerken
:

J. S. Bach: Piece d’ Orgue (Präludium) und Fuge D-Dur BWV 532 ; Choralbearbeitungen: „Ein feste Burg ist unser Gott“ à 2 claviers et pédale BWV 720; „Nun freut euch, lieben Christen gmein“ choralis in tenore manualit, BWV 734; Präludium und Fuge g-Moll, BWV 535; Piece d’Orgue (Fantasie) G-Du, BWV 572; Très vitement /Gravement /Lentement; Choralbearbeitung: „Christ lag in Todesbanden“ à 2 claviers et pédale, BWV 718, Fantasia con imitazione h-Mol,l BWV 563; Passacaglia c-Moll, BWV 582.

Zu meiner eigenen Überraschung muss ich gestehen, dass mir diese eingespielte CD von der Klangfülle, Registrierung und virtuosem Spiel von Felix Friedrich besser gefällt, als die Einspielung aus der Bachkirche aus Arnstadt. Sehr schön gelungen und virtuos gespielt: Einspielung Nr.2 “Nun freut euch lieben Christen gmein”, BWV 734. sowie die Einspielung Nr. 7 “Fantasia con imitazione h-moll”, BWV 563.

Diese Bachorgel und CD-Einspielung von Felix Friedrich besitzt absolute Präverenz!

Link: für die CD-Bestellung! Label: AarTon-Verlag

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Erfurt, Mai 2005

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Erfurt, Dom und St. Severi-Kirche

nach dem Besuch in Mühlhausen folgte die Besichtigung des Erfurter Domes mit der Schuke-Orgel.


Foto: Ansicht des Domberges mit Dom und St. Severi-Kirche

(Hauptorgel) Schleifladen, mechanische Tastenstruktur, 64 Setzerkombinationen 4 Setzer für Rollschwellereinstellungen, Register an Walze, Registerfessel, Tastenfessel im HW, Tutti, Gesamt- und Einzelabsteller für Zungenregister.

Disposition; 1. Manual: C-a”’ RP 14 Register, 2.Manual: C-a 15 Register, 3.Manual: C-a”’ SW 17 Register,Pedal: c-g’ 17 Register.


Foto: Blick auf die große Schuke-Orgel im Erfurter Dom!


Foto: Ansicht der Schuke-Chor-Orgel im Dom St. Marien!

Dazugehörend eine zusätzliche Chororgel. Hauptorgel und Chororgel sind vom Hauptspieltisch gemeinsam und getrennt anspielbar. Sequenzschalter für Setzerkombinationen (vor- und rückwärts)

Disposition der Hauptorgel im St.Marien-Dom

RÜCKPOSITIV (I) c - a3 Principal 8′ Metallgedackt 8′ Quintadena 8′ Oktave 4′ Rohrflöte 4′ Hohlquinte 2 2 /3 ‘ Oktave 2′ Wald flöte 2′ Terz 1 3/5 Quinte 1 1/3 ‘ Oktave 1′ Scharff 5 f. Cromorne 8′ Vox humana 8′ Tremulant

HAUPTWERK (II) c - a3 Principal 16′ Oktave 8′ Rohrflöte 8′ Gambe 8′ Nassat 5 1/3 ‘ Oktave 4′ Nachthorn 4′ Quinte 2 2/3′ Oktave 2′ Cornett 5 f.ab fo Großmixtur 6 f. Kleinmixtur 4 f. Trompete 16′ Trompete 8′ Trompete 4′

SCHWELLWERK (III) c - a3 Bordun 16′ Geigenprincipal 8′ Flauto traverso 8′ Salicional 8′ Schwebung 8′ ab c o Holzgedackt 8′ Oktave 4′ Block flöte 4′ Viola da Gamba 4′ Nassat 2 2 /3 ‘ Piccolo 2′ Ter z 1 3 /5 ‘ Septime 1 1 /7 ‘ Mixtur 3 - 6 f. Bombarde 16′ Hautbois 8′ Trompette harm.8′ Tremulant

PEDAL c - g1 Principal 32′ Principal 16′ Violon 16′ Subbaß 16′ Zartbaß 16′ Nassat 10 2 /3 ‘ Oktave 8′ Cello 8′ Gedacktbaß 8′ Oktave 4′ Flötenbaß 4′ Hintersatz 3 f. Mixtur 5 f. Fagott 32′ Posaune 16′ Trompete 8′ Clairon 4′

Erbauer: Alexander Schuke,1992. Koppeln: I/II elektr., I/II mech., III/II, III/I I/P, II/P, III/P

Mechanische Tontraktur, elektrische Registertraktur; Crescendo-Tritt (Walze) Crescendo-Einstellungen: Standard (fest), A, B, C (jeweils frei programmierbar) Registerfessel, Tastenfessel; Tutti 64 Setzerkombinationen, Remocard

Disposition der Schuke-Chor-Orgel

Hauptwerk (I. Manual), C-a3 1. Pommer 16` 2. Principal 8` 3. Koppelflöte 8` 4. Oktave 4` 5. Gemshorn 4` 6. Nassat 2 2/3` 7. Oktave 2` 8. Mixtur 6f. 9. Scharff 4f. 10. Trompete 8`

Oberwerk (II. Manual), C - a3 11. Gedackt 8` 12. Principal 4` 13. Rohrflöte 4` 14. Sesquialtera 2-3f. 15. Gemshorn 2` 16. Quinte 1 1/3` 17. Sifflöte 1` 18. Scharff 5-7f. 19. Dulcian 8`

Pedal, C-g1 20. Subbaß 16` Koppeln II/I, I/P, II/P 21. Oktave 8` Elektrische Ton- und Registertraktur 22. Baßflöte 8` 4 freie Kombinationen 23. Baß-Aliquote 4f. Eigener Spieltisch im Hohen Chor 24. Rohrpommer 4` 25. Holzflöte 2` 26. Mixtur 5f. 27. Posaune 16` 28. Trompete 8` 29. Feldtrompete 4`

Erbauer: Alexander Schuke, Potsdam, 1963




Die CD enthält folgende Einspielungen
:

Domglocke Gloriosa, Vollgeläute Erfurter Dom, Wilhelm Kümpel , Orgel, Dietrich Buxtehude: Toccata F-Dur ; J.S Bach: 5 Choralvorspiele: Der Tag ist so freudenreich, BWV 605, (auf der Chororgel) O Mensch bewein dei Sünden groß, BWV 622 (auf der Hauptorgel) Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 642 (auf der Chororgel) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639 (auf der Hauptorgel) Herzlich tut mich verlangen, BWV 727 (auf der Hauptorgel) François Couperin: Auszüge aus “Messe solenelle à l’usage des Paroisses” Felix Mendelssohn Bartholdy: Sonate Nr. 2 c-moll op. 65,2 Joseph Ahrens: Partita “Regina coeli”, Partita “Verleih uns Frieden gnädiglich”

Die Disposition und Registrierung der eingespielten Werke gelingen dem Dom-Organisten Wilhelm Kümpel virtuos auf dieser wunderschönen klangfarbenen Schuke-Orgel (Hauptorgel) und den Choraleinspielungen von J.S. Bach auf der kleineren Chororgel. Einmal eine CD, bei der nichts auszusezten gibt, einfach gekonnt eingespielt…….

Link: für die CD-Bestellung! Label: motette-Verlag

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Weimar, Mai 2005

Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Weimar, Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche)

Die weitere Orgel-Tour, sie führte in die Stadtkirche “Zu St.Peter und Paul” (Herder-Kirche *) in Weimar.


Foto: Stadtkirche St. Peter und Paul, genannt Herder-Kirche in Weimar

*) Von 1776 bis 1803 wirkte in St. Peter und Paul der Humanist Johann Gottfried Herder (1744-1803), somit erhielt die Kirche diese Namensnennung!

Im Februar 1945 wurde die Kirche zur Ruine, die Orgel erlitt schwerste Schäden. 1997 begann der Abbau der alten Orgel. Der inzwischen wiedererstanden Orgelbaufirma Wilhelm Sauer in Frankfurt/Oder wurde der Neubau übertragen und 1999 fertig erstellt. Die Orgel hat drei Manuale (Schwellwerk, Hauptwerk, Rückpositiv) und Pedal, ca. 3700 Pfeifen, eine mechanische Spieltraktur, Elektrik und Elektronik nur zur Unterstützung der künstlerischen Möglichkeiten.


Foto: Die renovierte Sauer-Orgel in der Herder-Kirche, Weimar (Copyright © V. Hege)

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Zu den Dispositions-Angaben der Sauer-Orgel, Herder-Kirche,Weimar:

I. Manual Rückpositiv C -g3


1. Prinzipal 8’ 11. Bordun 16’
2. Gedackt 8’ 12. Prästant 8’
3. Oktave 4’ 13. Hohlflöte 8’
4. Blockflöte 4’ 14. Quintadena 8’
5. Sesquialtera 2f. 15. Oktave 4’
6. Ital. Prinzipal 2’ 16. Rohrflöte 4’
7. Quinte 11/3’ 17. Quinte 22/3’
8. Oktave 1’ 18. Superoktave 2’
9. Scharff 4f. 19. Terz 13/5’
10. Krummhorn 8’ 20. Mixtur I 4-5f.
Tremolo 21.MixturII4f.

II.Manual Hauptwerk C -g3


1. Prinzipal 8’ 11. Bordun 16’
2. Gedackt 8’ 12. Prästant 8’
3. Oktave 4’ 13. Hohlflöte 8’
4. Blockflöte 4’ 14. Quintadena 8’
5. Sesquialtera 2f. 15. Oktave 4’
6. Ital. Prinzipal 2’ 16. Rohrflöte 4’
7. Quinte 11/3’ 17. Quinte 22/3’
8. Oktave 1’ 18. Superoktave 2’
9. Scharff 4f. 19. Terz 13/5’
10. Krummhorn 8’ 20. Mixtur I 4-5f.
Tremolo 21. Mixtur II 4f.
22. Fagott 16’
23. Trompete 8’
24. Chamade 8’
Tremolo

III.Manual Schwellwerk C -g3


25. Gedackt 16’ 40. Untersatz 32’
26. Geigenprinzipal 8’ 41. Prinzipalbaß 16’
27. Rohrflöte 8’ 42. Subbaß 16’
28. Aeoline 8’ 43. Gedacktbaß 16’
29. Schwebung 8’ 44. Oktavbaß 4’
30. Oktave 4’ 45. Baßflöte 8’
31. Flöte 4’ 46. Nachthorn 4’
32. Nasat 22/3’ 47. Oktave 2’
33. Gemshorn 2’ 48. Baßaliquot 3f.
34. Quinte 11/3’ 49. Hintersatz 4f.
35. Sifflöte 1’ 50. Bombarde 16’
36. Mixtur 4-5f. 51. Posaune 8’
37. Dulzian 16’ 52. Trompete 8’
38. Franz. Trompete 8’ 53. Sing. Cornett 4’
39. Oboe 8’Tremolo

Pedal C -f1


25. Gedackt 16’ 40. Untersatz 32’
26. Geigenprinzipal 8’ 41. Prinzipalbaß 16’
27. Rohrflöte 8’ 42. Subbaß 16’
28. Aeoline 8’ 43. Gedacktbaß 16’
29. Schwebung 8’ 44. Oktavbaß 4’
30. Oktave 4’ 45. Baßflöte 8’
31. Flöte 4’ 46. Nachthorn 4’
32. Nasat 22/3’ 47. Oktave 2’
33. Gemshorn 2’ 48. Baßaliquot 3f.
34. Quinte 11/3’ 49. Hintersatz 4f.
35. Sifflöte 1’ 50. Bombarde 16’
36. Mixtur 4-5f. 51. Posaune 8’
37. Dulzian 16’ 52. Trompete 8’
38. Franz. Trompete 8’ 53. Sing. Cornett 4’
39. Oboe 8’


Schleifladen mechanische Tontraktur, Koppeln elektrisch, elektrische Registertraktur, 128 Setzerkombinationen elektronisch Koppeln : I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P, Sub III/P, Sub III, Super III, Sub III/II, Super III/II Crescendotritt, Crescendowalze, Tremulanten regulierbar,
Zungeneinzelabsteller, Pleno, Tutti Hauptgehäuse von 1812 wiederverwendet, Rückpositiv Neubau 2000

(Angaben von Sauer Orgelbau Frankfurt / Oder)

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Als Stadtkantor-Organisten waren an der Stadtkirche angestellt wie: entfernter Verwandter und Freund von J.S.Bach; Johann Gottfried Walther (1684-174 aus Erfurt gebürtig, Johann Gottlob Töpfer (1791-1870) Im vergangenen Jahrhundert: Hermann Keller, Arno Landmann, sowie Michael Schneider (1909-1994), geb. in Weimar. Michael Schneider studierte von 1927-30 an der Weimarer Musikhochschule die Fächer Klavier, Orgel und Komposition und besuchte anschließend das kirchenmusikalische Institut in Leipzig, wo Karl Straube, Robert Teichmüller und Kurt Thomas seine Lehrer waren. 1945 wurde er Kirchenmusikdirektor an St. Markus in München, bevor Schneider dem Ruf als Professor an die Musikhochschule in Detmold folgte und zugleich zum Dirigenten des Bielefelder Musikvereins ernannt wurde. Unvergessen in Bielefeld seine grandiosen und virtuosen Orgelkonzerte.

Aus besondere Anlässen als Konzert-Organisten sind zu benennen: J.S.Bach während seiner Weimarer Zeit, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz List, ebenfalls in Weimar tätig, sowie Max Reger.

Auf nachstehender CD wurden folgende Werke im Jahr 2003 eingespielt:


Orgel: Stadtkantorin Hannelore Köhler,

geb. in Erfurt, Studium Franz-List-Hochschule in Weimar bei den Professoren Cilensek, Köhler, Mauersberger. Meisterkurse bei Prof. Reinberger in Prag. Als ein Highlight in Weimar ihre tägliche Stunde der Orgelmusik.

Melchior Franck 01. Deutscher Tanz Valentin Haußmann; 02. Deutscher Tanz Johann Sebastian Bach - aus dem “Weimarer Orgelbüchlein” ADVENT 03. “Nun komm, der Heiden Heiland” WEIHNACHTEN 04. “Gelobet seist du, Jesus Christ” 05. “Christum wir sollen loben schon” 06. “Der Tag, der ist so freudenreich” 07. “Vom Himmel hoch da komm ich her” 08. “Gelobet seist du, Jesus Christ” PASSION 09. “Christus, der uns seelig macht” 10. “Da Jesus an dem Kreuz stand” 11. “O Mensch, beweis dein Sünde groß” OSTERN 12. “Christ lag in Todesbanden” 13. “Entstanden ist der heilig Christ” 14. “Jesus Christ, unser Heiland” PFINGSTEN 15. “Komm, Gott Schöfer, Heiliger Geist” Johann Gottfried Walther 16. Präludium und Fuge d-moll 17. Choral und Variation “Was Gott tut, das ist wohlgetan” Théodore Dubois 18. Piéce canonique 19. Evocation (Anrufung) 20. Imploration (Flehen) 21. Entrée Max Reger 22. Präsludium und Fuge G-Dur CHORALBEARBEITUNGEN 23. “Ach Gott, verlaß mich nicht” 24. “Morgenglanz der Ewigkeit” 25. Te deum ops 59. Nr. 12 “Herr Gott, dich loben wir”

Die neue Sauer-Orgel besticht als klanglich wunderschöner Klangkörper.

Die Interpretation, Registrierung und Disposition der eingespielten Werke ( bis auf die Bachschen-Werke) sind für mich etwas ungewöhnlich gewählt, hier muss sich der Orgelfreund persönlich reinhören, eben eine persönliche Geschmacksfrage und Empfinden.

Link zur CD-Bestellung! Sauer-Orgelbau

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“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Naumburg, Stadtkirche St. Wenzel mit der Hildebrandt-Orgel!

Foto: Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg (Copyright © V. Hege)


Die Hildebrandt-Orgel wurde von Bach und Silbermann am 27.9.1746 abgenommen!

(Copyright © V. Hege)



(Copyright © V. Hege)

Bekannter und gern besuchter Termin; "Orgel punkt Zwölf" mit Orgelkonzerten an der berühmten Hildebrandt-Orgel in der St. Wenzelskirche in Naumburg

Orgel punkt Zwölf - 30 Minuten Orgelmusik

Mai bis Oktober
jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag, (auch an Feiertagen)
12.00 Uhr - Stadtkirche "St. Wenzel"

Unsere Orgelmusik dauert 30 Minuten.
Schenken Sie sich die Zeit.

Naumburg, Stadtkirche St. Wenzel

Hildebrandt-Orgel

Ohne Zweifel gehört die Hildebrandt-Orgel zu St. Wenzel zu den bedeutendsten Schöpfungen auf dem Gebiet spätbarocken Orgelbaus. Nicht nur an Zahl, sondern auch an Vielfalt der Register übertrifft sie alle Silbermannorgeln.

Ihre Disposition weist gleichzeitig konservative, im deutschen Orgelbau des Barock wurzelnde Elemente wie auch Eigentümlichkeiten auf, die dem neuen Klangempfinden entsprechen, das sich im 18. Jahrhundert entwickelt, und läßt französische Charaktermerkmale in den Hintergrund treten.

So ist dieses einmalige Werk aus der Universalität Bachschen Geistes heraus entstanden, aus der kosmischen Vielfalt seines Schaffens, das ebenfalls aus der Tradition Entwickeltes und in die Zukunft Weisendes in genialer Synthese in sich vereint.

Copyright: Ulrich Dähnert


Disposition der Hildebrandt-Orgel:

Werk: Zacharias Hildebrandt, 1743 - 1746.
Gehäuse: Zacharias Thayssner, 1695 - 1705.
Restaurierung: Hermann Eule Orgelbau (Bautzen), 1993 - 2000.

I. RÜCKPOSITIV · C, D - c³

Principal

8 Fuß.


Zinn

Viol di Gambe

8 Fuß.


Zinn

Prestanta

4 Fuß.


Zinn

Quintadehn

8 Fuß.


Metall

Rohr-Floete

8 Fuß.


Metall

Vagara

4 Fuß.


Zinn

Rohr-Floete

4 Fuß.


Metall

Nassat

3 Fuß.


Metall

Octava

2 Fuß.


Zinn

Rauschpfeife 2 fach.



Zinn

Mixtur 5 fach.



Zinn

Fagott

16 Fuß.


Zinn


II. HAUPTWERK · C, D - c³

Principal

16 Fuß.


Zinn

Quintadehn

16 Fuß.


Metall

Octava

8 Fuß.


Zinn

Spitz-Floete

8 Fuß.


Metall

Praestanta

4 Fuß.


Zinn

Cornet 4 fach.



Ab c¹. Zinn

Gedakt

8 Fuß.


Metall

Spitz-Floete

4 Fuß.


Metall

Sesquialter 2 fach.



Zinn

Octava

2 Fuß.


Zinn

Quinta

3 Fuß.


Zinn

Weit-Pfeife

2 Fuß.


Metall

Mixtur 8 fach.



Zinn

Bombart

16 Fuß.


Holz/Metall

Trompete

8 Fuß.


Zinn


III. OBERWERK · C, D - c³

Bordun

16 Fuß.


Holz

Principal

8 Fuß.


Zinn

Hohl-Floete

8 Fuß.


Metall

Principal und. mar.

8 Fuß.


Ab a°. Zinn. Schwebung

Praestanta

4 Fuß.


Zinn

Gemshorn

4 Fuß.


Metall

Quinta

3 Fuß.


Zinn

Octava

2 Fuß.


Zinn

Wald-Floete

2 Fuß.


Metall

Tertia

1 3/5 Fuß.


Zinn

Quinta

1 1/2 Fuß.


Zinn

Sif-Floete

1 Fuß.


Zinn

Scharff 5 fach.



Zinn

Vox humana

8 Fuß.


Zinn


PEDAL · C, D - d¹

Vorderpedal-Laden

Principal Bass

16 Fuß.


Zinn

Octaven Bass

8 Fuß.


Zinn

Violon Bass

8 Fuß.


Metall

Octaven Bass

4 Fuß.


Zinn

Octava

2 Fuß.


Metall

Mixtur Bass 7 fach.



Zinn

Trompet. Bass

8 Fuß.


Zinn

Clarin Bass

4 Fuß.


Zinn

Hinterpedal-Lade

Posaune

16 Fuß.


Holz

Posaune

32 Fuß.


Holz

Violon Bass

16 Fuß.


Holz

Subbass

16 Fuß.


Holz

Nebenzüge:

Tremulant [Hauptwerk und Rückpositiv]
Schwebung ins Oberwerk
Sperventill ins Oberwerk
Sperventill ins Manual
Cymbelstern
Koppel Oberwerk an Hauptwerk [Schiebekoppel]
Koppel Rückpositiv an Hauptwerk [Schiebekoppel]
Pedalcoppel [Windkoppel Hauptwerk an Pedal]
Calcant

Winddruck: Manuale 74 mm WS (31½°), Pedal 78 mm WS (33°).
Stimmtonhöhe: a¹ = 464 Hz (Chorton).
Temperierung. ungleichstufig nach Neidhardt I (1724).

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In Naumburg ist 1746 eine "recht grosse und recht schöne Orgel" entstanden, wie sie Bach laut Nekrolog von 1754 "zu seinem beständigen Gebrauche" gewünscht, aber nie erhalten hat. In dieser Orgel sind sowohl kräftig klingende, gemäß ihrer Stellung in den einzelnen Werken mit unterschiedlichen Mensuren gebaute Principalregister von der 16-Fuß-Lage bis zu den vielchörigen gemischten Stimmen als auch farbgebende Flötenregister in 8-, 4- und 2-Fuß-Lage und eng mensurierte streichende Register in der 16-, 8- und 4-Fuß-Lage sowie die von Bach geschätzten charakteristischen Zungenstimmen, acht an der Zahl, vorhanden. Es handelt sich also um eine zwar vielgestaltige, dabei jedoch sehr ausgewogene Disposition, um eine klar überschaubare Ordnung, um ein rechtes Maß in der Zahl der Manuale, der Register und der Klangfarben.

Die von Bach in seinen Orgelgutachten immer wieder geforderte Gravität ist durch zwölf klanglich differierende, aber auch gemeinsam zu verwendende 8-Fuß-Register, sieben 16-Fuß-Register und eine 32-Fuß-Posaune gewährleistet. Wie Orgelbaumeister Helmut Werner während der Restaurierung festgestellt hat, war wahrscheinlich noch ein labialer 32-Fuß-Untersatz geplant gewesen.

(Textquelle: www.gdo.de)

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Fortsetzung folgt:

Altenburg, Trost Orgel in der Schloss Kirche


Die Schlosskirche in Altenburg (Copyright © V. Hege)

Die Trost-Orgel in Altenburg; Orgel-Abnahme von J.S. Bach im September 1739

(Copyright © V. Hege)


Gedenktafel zur Orgelabnahme der Trost Orgel in Altenburg von J.S. Bach (Copyright © V. Hege)

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Eisenach / Thüringen, Georgen Kirche (Taufkirche von J.S. Bach)


Foto: Georgen Kirche in Eisenach / Thüringen



Foto: Innenraum der Georgenkirche im Altarraum das Taufbecken von J.S. Bach


Foto: Die in 1982 renovierte Schuke Orgel in der Georgen Kirche in Eisenach


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Die Fotos sind Urheberrechtlich geschützt

(Copyright © V. Hege)

beim Foto-Download ist die Nennung des Urhebers zwingend erforderlich !

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In eigener Sache:

Es wäre von Besuchern meiner Webseite "Auf den Orgelspuren von J.S. Bach" wünschenswert, nicht nur sich Bilder herunter zu laden, sondern wenn Sie dazu auch einen Kommentar anschließend abgeben würden, oder einen Eintrag in meinem - G ä s t e b u c h - hinterlassen würden, dafür Danke !


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Kommentare:

volker hat gesagt…

1. Montanus sagt:
23.12.2007 bei 11:00

Hallo Volker,

da hast Du uns aber ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk gemacht! Für die großartige Orgelreise (zu Weihnachten nehme ich mir Zeit, sie genauer zu verfolgen) und Deine vielfältigen anderen, wertvollen Aktivitäten im Blog herzlichen Dank.

Euch allen eine gesegnete Weihnacht und ein musikalisch reiches Neujahr!
Montanus.
2. Barbara sagt:
23.12.2007 bei 11:00

Hallo Volker,
wow, das sind ja gewaltig viele interessante Informationen, die Du uns präsentierst. Die nächsten Tage werden nicht langweilig - ich meine die Tage nach Weihnachten. Dann werde ich mir dies alles mal in Ruhe zu Gemüte führen.
Liebe Grüße
Barbara
3. muriel sagt:
23.12.2007 bei 12:00

Ganz erstaunlich, was Du uns bieten kannst, Volker.
So findet man es wohl woanders nicht so schnell.
Einen Teil der Kirche und Orgeln kenne ich. Mühl-
hausen, Weimar, Erfurt und durch verschiedene Bücher
auch etwas Inhalt, aber so…vielen Dank.

Liebe Grüße
muriel
4. Volker /admin sagt:
23.12.2007 bei 18:00

Hallo zusammen,

ich freue mich über Eure Kommentare zu den Orgel-Spuren von J.S. Bach. Die historischen Orgel-Stätten habe ich persönlich besucht und möchte meinen Eindruck dazu entsprechend wiedergeben.

Durch persönliche Kontakte mit Forum-Mitgliedern konnte ich feststellen, dass ein allgemeines Interesse an Orgelmusik besteht.

Die Orgel ist für mich die “Königin der Instrumente” und liebe alle gut erhaltenen und noch bespielbaren Instrumente, außergewöhnliche Neubauten, - (Thomas-Kirche Leipzig; Woehl-Orgel, Frauenkirche Dresden; Kern-Orgel, Bach-Kirche Arnstadt; Wender-Hoffmann-Orgel) - lassen das Herz des Orgel-Liebhabers höher schlagen, teilweise gestimmt auf den Kammerton 415 Hz., (Bach-Zeit), lassen sie sich auch konzertant mit Barockorchestern wunderbar einbinden.

Glücklich restaurierte Alt-Orgeln in Sachsen, Thüringen, etc., sind zu bewundern und lohnen einen Besuch…!!

Die Orgel wird für mich ein besonderes Zusatz-Thema in 2008 sein, ebenso ein Besuch dieser großartigen Orgel-Landschaften, die Deutschland besitzt.

Für die ausgesprochenen Weihnachtsgrüße möchte ich mich ganz herzlich bedanken und wünsche allen Teilnehmern und den Familien ein gesegnetes und besinnliches Weihnachten 2007.

Liebe Grüße
an alle

Volker
5. Wolfgang Adam sagt:
30.12.2007 bei 08:00

Lieber @Volker!

Gesegnete Tage ‘zwischen den Jahren’ wünsche ich Dir und Deiner Familie.
Weihnachten habe ich unter der Trost-Orgel in Waltershausen, nicht weit von Arnstadt, Ohrdruf und Wechmar verbracht. Trost war ja der Meisterschüler von Silbermann. Die beiden spielen ja im Bach-Roman von R.Schneider eine dominierende Rolle.

Deine Orgel-Reise-Eindrücke verfolge ich mit GROSSEM Interesse, so genau mit Dispositionen und Stimmangaben versehen öffnet sich völlig neu das Innenleben der Bach-Orgeln.

Grüße an alle Orgel-Liebhaber

Wolfgang
6. Volker /admin sagt:
30.12.2007 bei 14:00

Lieber Wolfgang,

danke für deine Rückmeldung, dann warst Du wieder einmal auf den historischen Spuren von J.S. Bach,sicherlich wirst Du wieder in Wechmar gewesen sein, das Museum haben sie rührend wieder hergerichtet, so manches Kleinod an Instrumenten ist ebenfalls vorhanden und begeistern mich.

Dir und der Familie wünsche ein gesegnetes und glückliches neues Jahr, nun im Ruhestand befindlich, wirst Du die Zeit finden, weiterhin auf den Spuren von Bach dich zu begeben und viel neues entdecken können.

Die Orgelseite wird im neuen Jahr mit Naumburg und Altenburg noch von mir ergänzt, die Besuche dort waren von mir in 2007, doch habe ich die Zeit noch nicht gefunden, das zu aktualisieren.

Ohrdruf hatte ich auch besucht, einige Fotos von Wechmar und Ohrdruf findest Du auf meiner Bachseite:

Wenn Du noch weitere Fotos von deinem letzten Besuch beisteuern kannst, würde ich mich freuen.

Schönen Sonntag und liebe Grüße

Volker
http://picasaweb.google.de/meinharderich/WirkungsstTtenVonJSBachNordMitteldeutschlandOrgelnKirchenEtc

Volker hat gesagt…

Hallo zusammen,

nach dem löschen meiner Homepage waren alle schönen Bilder bei der Kategorie: "Auf den Orgelspuren von J.S. Bach, seine Wirkungsstätten und Orgelabnahmen" sämtliche Bilder mit gelöscht worden.

Nach mühevoller Arbeit habe ich sie wieder hinzugefügt und mit weiteren Bildern und sonstigen Hinweisen vervollständigt.

Schaut Euch dort einmal wieder um, es lohnt sich.

Schönes Wochenende und Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo,
ich möchte auf einen kleinen Fehler aufmerksam machen.
Die angesprochene CD der Wender-Hoffmann-Orgel zu Arnstadt ist nicht die auf dem Bild dargestellte.
Bei der abgebildeten CD handelt es sich um eine von der Orgelbaufirma Hoffmann produzierte Aufnahme.
Inhalt:
Präludium und Fuge G-Dur
Wachet auf, ruft uns die Stimme
Wo soll ich fliehen hin oder Auf meinen lieben Gott
Passacaglia
Wer nur den lieben Gott läßt walten
Meine Seele erhebt den Herrn
Präludium und Fuge C-Dur
Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ
Komm Du nun, Jesus, vom Himmel herunter auf Erden
Piece d`Orgue

Übrigens eine sehr zu empfehlende Aufnahme (ohne Nebengeräusche).
Bach pur!

Viele Grüße,
Daniel

Volker hat gesagt…

Hallo Daniel,

danke für deinen Hinweis. Das Booklett ist die 2. Veröffentlichung von Orgelbau Hoffmann.

Meine genannten Einspielungen bezehen sich auf die CD-Veröffentlichung von April 2ooo, die nur bei der Ev.-Lutherisch Kirchgemeinde Arnstadt zu beziehen ist. Die CD hatte ich mir in der Bachkirche erworben.

Die Seite wurde von mir korrigiert.

Gruss
Volker

Anonym hat gesagt…

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