Donnerstag, 24. Januar 2008

Grandioso - fantastico, die Bach-Tage 2007 mit Gardiner in Leipzig

Hallo,

in aller Kürze aus Zeitmangel schreibe ich kurz einmal in den Blog die wichtigsten Erlebnisse von den Bachtagen 2007 mit Gardiner in den Blog. Der absolute Höhepunkt waren die “Michaelis-Kantaten” in der Nikolaikirche am Freitag, 15. Juni 2007.

Foto: Nikolai-Kirche in Leipzig

Es war ein Traum, dieses Konzert mit Gardiner erleben zu können, die Besetzung der Gesangs-Solisten und Trompeten-Ensemble war von der Großartigkeit nicht mehr zu toppen, so erfüllt bin ich seit langem nicht mehr aus einem Konzert gekommen, mein Herz schwimmt über in einer Glückseeligkeit, die ich einfach nicht besser beschreiben kann, eben eine Sternstunde mit Bachscher Musik und einem Interpreten mit einer Besetzung, die alles perfekt umsetzte.

Am Vortag in der Thomaskirche die “Trauerkantaten” auch beeindruckend, aber die Jubel-Kantaten sind doch ein Highlight, die alles übertreffen.

Ein ausführlicher Bericht folgt in den den nächsten Tagen mit beeindruckenden Fotos, freut euch darauf.

@ Alexander, du bekommst heute noch eine ausführliche Mail von mir. An dem Freitag war alles wie verhext, es wollte nicht alles so klappen mit dem Treffen, wie wir uns das vorgestellt hatten, das Gewitter tat leider sein Übriges dazu. Dir möchte ich nochmals danken für deine Bemühung der Reservierung auch wenn es nicht geklappt hat mit dem Treffen. Deinen Flayer “Cantatafinder” im Programmheft fand ich sehr gelungen und toll.

@ Martin konnte ich am Donnerstag nach dem Konzert kennenlernen und hatten eine schöne nette Stunde zusammen zum Ausstauschen.

Dies nur als ein kurzer Zwischenbericht an alle.

Grüße und einen schönen Restsonntag wünscht euch

Volker

P.S. Ein Web-Album mit Fotos zum Bachfest Leipzig 2007 h i e r klicken!

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Bereits abgegebene Kommentare:

1 Kommentar:

volker hat gesagt…

1. Barbara sagt:
17.6.2007 bei 15:00

Hallo Volker,
wir sind gerade aus Potsdam zurückgekehrt und auch ich schwebe noch in höheren Sphären. Deinem bericht entnehme ich, das sich die Musiker bei Euch warm musiziert haben, denn das, was wir gehört haben, waren bis auf kleine Ausnahmen nicht zu toppen. Selbst mein Mann mit seinem Wahlspruch “Never Bach” war durchaus angetan und versteht mich jetzt ein wenig besser. Und der Meister “enjoyed it” (kommentar in der Pause zu Peter Harvey, im Vorrübergehen gehört). Ich habe auch ein paar hübsche Aufnahmen, aber das muss ich jetzt erst einmal in Ruhe sichen. Ein kurzer Bericht folgt auch von mir demnächst.
Fürs erste liebe Grüße
Barbara
2. Alexander Behrens sagt:
17.6.2007 bei 23:00

Hallo allerseits,
für mich war es auch ein beglückendes Erlebnis, mehr noch die Probe als das Konzert, mal so richtig alles aus nächster Nähe zu erleben. Ich hatte mit Gardiners vereinbart, zur Probe zu kommen, damit wir uns endlich mal persönlich kennen lernen. Der emotionale Reichtum der Probe, die Freude am Miteinander zu erleben, war ein packenndes Erlebnis. John Eliot Gardiner ist ein sehr herzlicher, konzentrierter und im Umgang mit anderen sehr kompetenter Mensch, der allerdings auch seine Arbeit streng hierarchisch organisiert. Ich habe gestaunt, wie konstruktiv die Künstler dieses Gemisch aus Hierarchie und Individualität gelebt haben. Sie müssen den Meister sehr gut kennen. In manchen Momenten gab es ein Donnerwetter (gleich in den ersten Sekunden galoppieten die Soporane davon, woraufhin er fuchtig abbrach “no hooliganism please”), während in anderen Momenten die Leute total rumgealbert haben, ohne an Ernsthaftigkeit und Konzentration IM ARBEITEN einzubüßen, und Gardiner hatte dran seine Freude an der Albernheit. Das war ein Arbeiten! Viel Zeit haben sie mit Umstellen verbracht, er hat sich richtig seinen Klangkörper GEBAUT, bis es klang. Jetzt verstehe ich, warum es bei ihm immer so klingt. Viele Sachen wurden nur kurz angespielt, immer wieder aber umstellen, umstellen, umstellen.
Alex
3. Alexander Behrens sagt:
17.6.2007 bei 23:00

Hallo Barbara,
war im Potsdamer Konzert der Flyer des Cantatafinders drin?
Alex
4. Volker /admin sagt:
18.6.2007 bei 01:00

Hallo Barbara,

du Glückliche, von deiner Reise nach Potsdam hast du irgenwo im Blog schon gesprochen, dass du aber den Sir auch besuchst hattest du nicht erwähnt umso größer meine Überraschung. Dann bist du vollauf in den Genuß der Großartigkeit der Pracht-Kantaten gekommen.

Ja, den Schwung muss er aus Leipzig mit nach Potsdam genommen haben, seiner Mimik zu entnehmen nach dem Konzert in der Nikolaikirche und es entsprechend zu interpretieren, hat es ihm selber mächtig Spaß gemacht und sehr gut gefallen, der tosende Schluss-Beifall gab ihm da Recht.

Warst du in weiteren Veranstaltungen in Potsdam? Die Festspielwoche war dort ja auch mit großartigen Veranstaltungsangeboten gefüllt. (u.a. The King’s Singers).

Grüße
Volker
5. Barbara sagt:
18.6.2007 bei 17:00

Hallo Alex,
das wäre noch gekommen - ja, der Flyer war drin. Hast Du die drucken lassen? Das ist ja eine gute Werbung. Inch bin gespannt, ob die Besucherzahlen steigen. Lässt Du da mal was hören?
Die Probeneindrücke sind sicher ein ganz großes Erlebnis. Das ist auch noch so ein Traum von mir. Das würde ich auch gern einmal erleben. Dass die Chemie in der Truppe stimmen musste, war sehr auffällig. Man konnte den Sängern die Freude am Musizieren ganz deutlich ablesen. Und dieser Funke sprang über.
Barbara
6. Barbara sagt:
18.6.2007 bei 17:00

Hallo Volker,
der Konzertbesuch war der eigentliche Grund für unsere Fahrt nach Potsdam. Meinen Mann hatte ich mit einem Wochenende ohne Arbeit und Kids geködert. Und da ich sehr mit meinen Kräften haushalten muss, haben wir uns auch beim Sightseeing zurückgehalten, dafür aber das wenige, was wir gesehen hatten, sehr genossen. Ein zweites Konzert wäre da völlig überflüssig gewesen. Ich war ja schon froh, dass dieses eine geklappt hat. Danach sah es in den Tagen vorher nicht wirklich aus. Aber egal - ich bin unendlich glücklich über dieses Erlebnis.
Barbara
7. Alexander Behrens sagt:
18.6.2007 bei 18:00

Hallo Barbara,

danke für deine Antwort! Ja, habe ich drucken lassen; Qualität war ein bisschen daneben, aber es war zu spät zum reklamieren. Von den Konzertbesuchern haben etwa 3 Personen beim Cantatafinder vorbeigeguckt (es wurden 2500 Flyer unter die Leute gebracht). Ich hatte in der Probe ein Sakko an und wurde am Einlass für einen Musiker gehalten, was mir zugute kam, weil es Regeln zu geben schien (von denen ich nichts wusste), jedenfalls wurden später noch geladene Gäste reingeführt, und die mussten hinten sitzen. Ich wollte natürlich alles aus nächster Nähe erleben und habe mich ganz vorgesetzt! Mir ging es weniger um das Musikerlebnis als um das Prozess-Erlebnis, die Blicke, Stimmungen, wie sie ihr Miteinander organisieren. Es war wirklich aufrüttelnd und gab mir Schwung für zwei Tage.
Gruß! Alex
8. Volker /admin sagt:
18.6.2007 bei 19:00

Hallo Barbara,

ich freue mich mit dir, dass du das alles Live miterleben durftest. Die Erlöserkirche soll ja eine anständige Akustik besitzen so dass der Genuss umso höher ausfallen wird. Hoffe, dass diesmal kein Säulenplatz die Sicht zum Sir trübte.

Heute habe ich für Braunschweig umdisponiert und die Trauerkantaten für Helmstedt abgesagt, dafür eine Bestellung für den Braunschweiger Dom mit den Michaelis-Kantaten abgesetzt, sie finde ich einfach fantastischer und möchte das Erlebte wiederholen.

Du bist doch auch in den Genuss einer Vergleichsmöglichkeit mit der Kantate: “Es erhub sich ein Streit” von dem Eisenacher Johann Christoph Bach und dem Gleichnamigen BWV 19 von J.S. Bach gekommen, diese Nuance fand ich von Gardiner sehr glücklich gewählt, als Fazit kann nur gezogen werden, die Bach(e) - Komponisten sind eine gewaltige Größe und beherrschten ihr Tagewerk vorzüglich.

Grüße

Volker
9. Volker /admin sagt:
18.6.2007 bei 20:00

Hallo Alex,

die Probe hatte ich auch im Visier, durch unseren Besuch von Altenburg kamen wir nicht mehr rechtzeitig zum Probenbeginn zurück und konnte nur einen Blick durch die verschlossene Glastür werfen. Aber da war schon zu erahnen, wie akribisch Gardiner zu Werke geht, der Chor und das Orchester wurde zeiweise durch eine Frau geleitet, (wer war diese Person), während Gardiner durch die Nikolaikirche schritt und nach hinten kam, um die Akustik zu überprüfen.

Prof. Niesemann erkannte mich, grinste, und gab mir durch Zeichensprache zu verstehen, dass er keine Möglichkeit des Probenbesuches sah. Sie war ja nicht öffentlich, während für die Probe in der Thomaskirche Besucher zugelassen wurden.

Gruß
Volker
10. Martin sagt:
18.6.2007 bei 21:00

Hallo zusammen,

ich hatte ebenfalls das Glück, zur Probe eingeladen zu sein. Kleine Anekdote daraus: Zum Anfang der Einstudierung von “Es erhub sich ein Streit” von J.C. Bach waren Gardiner die Bassisten nicht weit genug auseinander entfernt und er kam auf die Idee, die Kanzel mit zu benutzen und fragte mit breitem Grinsen in die Runde der Organisatoren ob denn “der Führer” da sei (Christian Führer, Pfarrer der Nikolaikirche). Der schien offensichtlich sein OK gegeben zu haben, so dass Matthew Brook kurz später den Einsatz von der Kanzel sang. Um die Distanz noch zu erweitern, wurde Peter Harvey auf die andere Seite der Empore beordert.

James Gilchrist alberte die ganze Zeit mit Brook rum und äffte Gardiner zeitweise nach, was dieser aber auch mit Humor registrierte.

Volker, die Dirigentin war Katie Thomas, erst seit kurzer Zeit beim Monteverdi Choir dabei. Zwischendurch hat auch Silas Standage dirigiert, wenn JEG nach hinten gelaufen ist um die Aktustik zu prüfen.

Konzerte waren wirklich spitze, wenn es auch in der oberen Empore richtig richtig warm war! Bin mal auf Eure Bilder gespannt.

Schöne Grüße,
Martin
11. Alexander Behrens sagt:
18.6.2007 bei 21:00

Hallo Volker, das war eine Sopranistin aus dem Chor.
12. Volker /admin sagt:
18.6.2007 bei 22:00

Hallo Martin und Alex,

danke für die prompte Antwort. Ich meine gesehen zu haben, dass die Sopranistin (Kati Thomas) von Gardiner weggescheucht wurde und er das Dirigat kurzfristig übernommen hatte um ihr zu zeigen, wie man richtig den Gewaltapparat leitet, sie durfte anschließend wieder das Handwerk verrichten.

Bilder kommen!!

Grüße
Volker
13. Alexander Behrens sagt:
18.6.2007 bei 23:00

Hallo Volker, nee, so war es nicht. Nur wenn er von hinten hören wollte, hat er sie oder Standage ans Pult geholt. Die Sache mit dem Führer habe ich gar nicht mitgekriegt :-( Ich war so erschlagen von dem Klang und der Musik. Alex
14. Volker /admin sagt:
18.6.2007 bei 23:00

Hallo Alex,

du warst umittelbar dabei und kannst das anders beurteilen, so wird es wohl gewesen sein. Du sagst, “Ich war so erschlagen von dem Klang und der Musik”, kann ich nur bestätigen, mir läuft jetzt immer noch ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke.

Es wird langsam Zeit, dass ich meine Rezension dazu fertig kriege, aber der Tag hat nur 24 Stunden…. Geduld !!
15. Alexander Behrens sagt:
20.6.2007 bei 08:00

Hallo Volker, danke für die tollen Fotos, du hast dich ja mal wieder nah rangepirscht! Alex
16. Alexmusician sagt:
20.6.2007 bei 16:00

Liebe Freunde,
ich bitte euch zunächst sehr sehr herzlich um Verzeihung für mein viel zu langes Schweigen, ich war beruflich etwas eingespannt und es sah lange Zeit garnicht danach aus, als könnte ich nach Leipzig kommen. Es hat aber dann doch geklappt und ich bin nach wie vor überglücklich, dort gewesen zu sein. Was für 2 wunderschöne Abende liegen da hinter uns. Jedes Programm für sich war ein absoluter Genuß von der überwältigenden Innigkeit des Programms in St. Thomas hin zu dem donnernden Jubel in St. Nikolai.
Der Meister erzählte mir hinterher, er wäre mit allem mehr als zufrieden. Sein für ihn typisches - von einem Ohr zum anderen - Grinsen bewies dies:).
Beeindruckend fand ich die für den Monteverdi Choir geradezu miniaturistische Besetzung aus der Thomaskirche. Ich kann mich nicht erinnern, den Chor jemals so klein gehört zu haben.
Am Abend darauf ließen sie ja dann mit verdreifachter Besetzung die Nikolaikirche geradezu explodieren. Da war es nicht einmal schade, daß Nun ist das Heil BWV 50 bereits zu Anfang kam. Man singet mit Freuden vom Sieg BWV 149 als Schluß paßte hervorragend.
Und der Meister war ja auch wirklich in absoluter Hochform. Auch für mich war erstaunlich, wie er immer wieder umbauen und umstellen ließ. Offenbar kennt er die Akustik so genau, daß er auf den Punkt weiß, was wann von wo wie klingt.
Viele Grüße erstmal und ich versprehce euch, mich in Zukunft wieder mehr zu melden.
Alles Gute,
Alex
17. Volker /admin sagt:
20.6.2007 bei 17:00

Hallo lieber Alex(musician),

Dich heisse ich erst einmal wieder ganz ganz herzlich willkommen zurück im Blog. Wie habe ich dich vermisst mit deinen tollen Rezensionen von der Pilgertour 2000, ob Du noch die Zeit findest, weitere Rezensionen in Zukunft reinzustellen, wäre fantastisch!!

Jammerschade finde ich es, dass wir uns nach den Konzerten nicht einmal getroffen haben, mit @ Martin hatte ich das Vergnügen, wir haben uns nach dem Konzert in der Thomaskirche getroffen, wir beide haben immer gerätselt, ob Du doch den Weg nach Leipzig findest, umso schöner, dass Du dabei warst, es waren fantastische Tage, die mitzuerleben waren das Größte. Durftest Du auch die Probe in der Nikolaikirche besuchen, dann hattest Du ein besonderes Higlight.

Sind meine Fotos bei Dir angekommen?

Eine Frage an dich, ich möchte nicht den Alleinunterhalter als Rezensent spielen, könntest Du das mit der Thomaskirche übernehmen, die Eindrücke von dort wiederzugeben? Wäre toll, ich übernehme die Nikolaikirche.

Weiterhin viel Spaß im Blog und schön, dass Du dich gemeldet hast.

Herzliche Grüße

Volker