Dienstag, 22. Januar 2008

J.E. Gardiner; SDG 131; Vol. 23 Besprechung von @muriel

Heute kam die neue CD, ich bin hocherfreut! BWV 150, eine ganz außergewöhnliche Kantate. Irgendwie erinnert sie mich an “Christ lag….” Der Meister macht folgende Anmerkung: “Die gelegendlich vorhandenen technischen Entgleisungen können wir vergessen…”(S20).

Was meint er damit, kann jemand dazu etwas sagen? Ein kleiner Schatten fällt auf meine Freude, der Bass, Stephen Varcoe, kann mich nicht erfreuen. Weshalb wird der dauernd angespannt? Die Sinfonia - CDI Nr.15 - wird in einem Tempo gespielt, dass man dann doch Zweifel bekommt, ob das so sein müsste, Aber sonst, wie immer, ganz Unerhörtes, Einmaliges.

Liebe Grüße

muriel

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Bereits abgegebene Kommentare:

1 Kommentar:

volker hat gesagt…

1. Volker /admin sagt:
18.6.2007 bei 23:00

Hallo Muriel,

die Kantate BWV 150 “Nach dir, Herr, verlanget mich” ist eines der ersten Jungwerke von JS Bach, so wird als Entstehungszeitpunkt seiner Arnstädter Zeit um 1708-1709 zugeordnet, sie wirkt in vielen Teilen unreif, sie besitzt kompositorische Schwächen in der Erfindung und enthält etliche Satzfehler, man spricht von einer unbachschen Primitivität.
Es besteht sogar die Vermutung, dass ein Bachschüler unter der Aufsicht des Meisters diese Komposition entwickelt haben könnte.

Sollte es doch JS Bach gewesen sein, dann zeigt sich später, dass aus einem Lehrling einer der großartigsten Komponisten des Erdballs sich zu entwickeln wusste.

Dass der Bassist Stephen Varcoe nicht gerade eine Top-Besetzung darstellt, hatten wir wohl schon einmal im Blog erwähnt, dass war überhaupt Gardiners Manko während der Pilgrimage-Tour, jeweils für 12 Monate immer über Top-Solisten verfügen zu können. Der spielt meiner Meinung nach bei ihm heute keine Rolle mehr, oder sollte ich mich teuschen?

Warum unser Sir gelegentlich “rasende Spielweisen” anwendet, bleibt wohl sein Geheimnis, ich finde, zuviel Schwung und Dynamik in einer Interpretation kann dem Werk mehr schaden als nützen, was kann da an Feinheiten überspielt werden, die dann nicht mehr heraushörbar sind. Seine Klasse muss er mit so einer Interpretationsweise nicht mehr beweisen, die besitzt er allemal.

Grüße
Volker