Dienstag, 22. Januar 2008

Rezension CD SDG 113 Vol. 14, Gardiner Weihnachtskantaten


SDG 113 Vol. 14 Weihnachtskantaten

Januar 2008 von Volker /admin.

Hallo,

hiermit wird das Rezension-Archiv von SDG mit der Weihnachts-Kantateneinspielung I vom Oktober 2005, SDG 113, Vol. 14, aus New York ergänzt:

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SDG 113 (Vol.14) Veröffentlicht im Oktober 2005, Inhalt: 1 CD

Weihnachtskantaten: BWV 91 “Gelobet seist du, Jesu Christ”; BWV 121 ” Christum wir sollen loben schon”; BWV 40 “Dazu ist erschienen der Sohn Gottes”; BWV 110 “Unser Mund sei voll Lachens”,

Gesangssolisten: Katharine Fuge, (Sopran; BWV 91 + 121); Joanne Lunn, (Sopran, BWV 110); Robin Tyosn, (Counter-Alto, BWV 91 + 40); William Towers, (Counter-Alto, BWV 121 + 110); James Gilchrist, (Tenor); Peter Harvey; (Bass); The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner ,

Aufführungsort: St. Bartholomew’s, New York / USA, am 25.12.2000.

Rezension:

BWV 91, „Gelobet seist du, Jesus Christ“, der Einganssatz mit den Waldhörnern und dem Chor ist schön ausmusiziert und verbreitet eine festliche Stimmung, das anschließende Sopran-Rezitativ von Katharine Fuge erstrahlt nicht minder überzeugend. Der Tenorpart im 3. Satz mit James Gilchrist besetzt ist gelungen anzusehen.. Im 5. Satz ein Höhepunkt dieser Kantate das Duett für Sopran und Alt, (mit Robin Tyson besetzt) „Die Armut, so Gott auf sich nimmt“, prächtige Gesangssolisten in Verbindung mit dem Orchester grandios gespielt und anzuhören.

BWV 121, „Christum wir sollen loben schon“, gelingt dem Eingangschor in gwohnter Manier eine perfekte gesangliche Qualität. Die Tenor-Arie im 2.Satz gelingt mit den Oboen, im swingenden Spiel, vortrefflich. Ein perfekter 4. Satz gelingt mit der Bass-Arie „Johannis freudenvolles Springen“ mit Unterstützung des hervorragend disponierten English Baroque Soloists. Dieser Klang kann nur von ihnen erzeugt werden und ist von allererster Güte. Der Schlusschor wird überzeugend ausgesungen.

BWV 40, „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“, wie hier vom Monteverdi-Chor textlich die Worte …. „die Werke des Teufels zerstöre“….., stimmlich umgesetzt werden bekommt man den Atem des Satans förmlich zu spüren, eine tolle Interpretation mit gesanglicher absoluter Qualität behaftet. In einen wahren Hörerrausch wird man im 4. Satz mit der Bass-Arie „Höllische Schlangen“, versetzt. Im 5.Satz wird grandios der Choral „Schüttle deinen Kopf und sprich“, zu Gehör gebracht, in der Ausführung nicht mehr zu toppen. Ebenso gelingt es dem Chor den Schlusschoral perfekt artikuliert und bewegend schön ausgesungen vorzutragen.

BWV 110, „Unser Mund sei voll Lachens“, ein Glanzpunkt als Kantatenkomposition von Bach. Der Eingangssatz bestückt mit festlichen Trompeten entspricht der Ouvertüre zur 4. Suite BWV 1069. Hier ist eine ganz andere Kompositionsform entstanden, weg von der steifen ernsten Art hin zu lebendigen Formen gepaart mit unerwarteten Klängen und einer musikalisch perfekt inszenierten Form des Heiteren. Auf die einzelnen Sätze dieser Kantate intensiver einzugehen verzichte ich. Die gesamte Kantate in sich strotzt nur so von musikalischer Grandiosität, hier wird von Satz zu Satz ein Höhepunkt nach dem anderen geboten, ob von den Gesangssolisten, Orchester oder Chor, hier erfährt der Hörer ein unausweichliches Miterlebnis einer grandiosen Komposition und Aufführungspraxis durch Gardiner, die seinesgleichen sucht.

Diese Einspielung des BWV 110 gehört zur absoluten Spitze der neuerlichen Bach-Interpretation und wird unangefochten ihren Stellenwert in der Musikgeschichte einnehmen.

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Bereits abgegebene Kommentare:

1 Kommentar:

volker hat gesagt…

1. Alexander Behrens sagt:
8.1.2008 bei 14:00

Schließe mich deiner Begeisterung für die neue Interpretation von “Unser Mund sei voll Lachen” an, das Ensemble muss in bester Verfassung gewesen sein!
Seit einigen Monaten versuche ich, dem liturgischen Jahr folgend die jeweils aktuellen Kantaten zu hören. Leider entpuppte sich dieses Projekt als undurchführbar: streckenweise müsste man ganz auf Kantaten verzichten (z. B. im Sommerloch); um Weihnachten dann droht die große Kantatenflut. Ich bin noch nicht mal mit den Weihnachtskantaten durch, geschweige denn Neujahr oder Epiphanias! Jetzt überlege ich, ob ich stattdessen einen chronologischen Bachkantatenkalender schreibe, den man einfach nach Lust und Zeit “nachwandern” kann, die Heimausgabe der Pilgrimage sozusagen :-) Alex
2. Volker/Admin sagt:
8.1.2008 bei 16:00

Hallo Alex,

Deine Idee finde ich fantastisch, könntest Du bei Gelegenheit diesen Bach-Kantaten-Kalender im Blog hinterlegen, das wäre doch eine Runde Sache, oben im Blog-Kopf würde ich einen Reiter platzieren mit deinen Angaben, da lässt sich schnell die entsprechende Kantate zum Hören, entsprechend dem Kirchenkalender, auffinden.

Ich muss es an dieser Stelle nochmals erwähnen, bei meinem Preisrätsel hat @⁄Iris den 1. Preis gewonnen und sich die SDG-CD 113 gewünscht. Diese habe ich mir gestern auf meinen Rechner geladen und bin von der gesamten CD mehr als begeistert, hier spürt man, dass sich alle Beteiligten mächtig ins Zeug gelegt haben, war es doch das vorletzte Konzert der “Bach Cantata Pilgrimage 2000.”

Hier muss die Aufführung emontional alle Aufführenden ergriffen haben, denn so präsentiert sich die CD mit allen eingespielten Kantaten, aber ein Higlight für mich bleibt das BWV 110, eine Traumeinspielung. Der 2. Satz mit der Tenor-Arie mit James Gilchrist besetzt, “Ihr Gedanken und ihr Sinnen” geht mir nicht aus dem Kopf, so beeindruckend ist diese Arie vorgetragen, genial und berührend….!!

Grüße
Volker
3. muriel sagt:
8.1.2008 bei 16:00

Lieber Alexander, lieber Volker,

mir tut eine musiklose (bachlose)Zeit immer mal wieder gut. Ich bin offenbar auch so gebaut, dass ich plötzlich nichts mehr hören mag und dann gefällt mir wieder alles, was von Bach kommt. Schön war es mit den vielen Kantaten zur Weihnachtszeit! Man hat ja eine Woche Zeit, die verschiedenen Kantaten zu hören.
Noch zu BWV 110, auch ich halte diese Kantate für besonders gut gelungen. Die Übernahme des Satzes aus Suite 4 - da steckt ja etwas von dem sogenannten “Parodieverfahren” drin. Für die Funktionäre der DDR war das immer der Beweis dafür, dass Bach grundsätzlich ein “weltlicher” Komponist war. Neulich las ich, dass B. auch bei der Komposition weltlicher Kantaten schon an dieselben Stücke mit “geistlichem” Text dachte. Eine ganz interessante und nachvollziehbare Überlegung, finde ich.

Liebe Grüße
muriel
4. Alexander Behrens sagt:
8.1.2008 bei 16:00

Eine ähnliche Funktion habe ich schon in php auf der Startseite des Cantatafinders gebaut. Um das “aktuelle” Album in Erfahrung zu bringen, muss man nur die Startseite öffnen. Aber so ein Kalender, wo man alle auf einen Blick hat, ist eben doch nicht zu ersetzen. Ich plane, den Kalender spätestens zum Jubiläumsjahr 2009-2010 herauszubringen, auch als php-Skript, um die Pilgrimage noch einmal auf der Startseite nachzuvollziehen. Am besten, du machst dann einen Verweis. Doppelt möchte ich es jedenfalls nicht haben, weil Google dann wieder den Cantatafinder für den double content bestraft. Gruß von Alex
5. Volker /admin sagt:
8.1.2008 bei 18:00

Liebe muriel,

das ergeht mir genau so, nur immer Kantatenwerke hören ist nicht mein Metier, zur Entspannung kann es Klavier- oder Orgelmusik und Instrumentales sein. dann gibt es bei mir eine Zeit der Stille, da läuft nichts an Musik, das kann für mich auch eine Entspannung sein.

Da stimme ich Dir zu, beim Parodieren hatte Bach schon so manches sich dabei angedacht für zukünftige Kompositionen.

Liebe Grüße
Volker
6. Volker /admin sagt:
8.1.2008 bei 18:00

Hallo Alex,

ein Verweis sollte genügen, da stimme ich Dir zu. Im Cantatafinder sind zur entsprechenden Jahreszeit deine CDs sichtbar, das ist ja schon ein Hilfsmittel.

Gruß
Volker
7. Barbara sagt:
8.1.2008 bei 18:00

Hallo zusammen,
ich habe wieder ein paar Tipps für Euch, diesmal für BBC3.

Als erstes die Erinnerung für die Übertragung der beiden Gardiner-Brahms-Konzerte am 14. und 15.1., jeweils um 19:00.

Dann für die Fasolis-Fans eine Aufnahme in der Sendung “Through the night” am 11.1.:
2.28am
Bach: Magnificat in D, BWV 243
Antonella Balducci (soprano)
Ulrike Clausen (alto)
Frieder Lang (tenor)
Fulvio Bettini (baritone)
Chorus of Swiss-Italian Radio and Ensemble Vanitas, Lugano
Diego Fasolis (conductor)

Ebenfalls in dieser Reihe für die Gilchrist-Fans am 14.1.:
6.00am
Mozart, Wolfgang Amadeus: Mass in C, K317 (Coronation)
Carolyn Sampson (soprano)
Hilary Summers (mezzo-soprano)
James Gilchrist (tenor)
Peter Harvey (bass)
Choir of the King’s Consort
The King’s Consort
Robert King (conductor)

Jetzt braucht keiner befürchten, dass er mitten in der Nacht aufstehen muss. Bei BBC3 kann man jede Sendung noch 7 Tage lang abrufen, mit den entsprechenden Tasten in etwa in die Nähe springen, die entsprechenden Zeitangaben sind in etwa ok. Dazu kommt, dass die Übertragungsqualität beim späteren Abrufen deutlich besser ist ist bei direkter Aufnahme. Ich habe gerade Haydns Jahresjeiten mit einer durchschnittlichen Übertragungsqualität von 200 kps aufgenommen. BBC ist mittlerweile, was das Aufnehmen angeht, mein Lieblingssender geworden.

Viel Spaß
Barbara
8. Volker /admin sagt:
8.1.2008 bei 18:00

Hallo Barbara,

schön, wieder aktuelle Angaben von Dir, davon wird ein Ergängzungsbeitrag als Hauptbeitrag davon gemacht, das Interesse an solche Informationen sehe ich an meiner Statistik ist ungemein groß.

Liebe Grüße
Volker
9. Barbara sagt:
8.1.2008 bei 19:00

Hallo Volker,
soll ich dann jedesmal einen neuen Beitrag eröffnen? Etwa “Meine Radiotipps zur KW XX”? Es kommt garantiert nicht jede Woche etwas, aber ich stolpere über so viel Schönes wenn ich die Radioprogramme durchschaue…
Viele Grüße
Barbara
10. Volker /admin sagt:
8.1.2008 bei 19:00

Hallo Barbara,

das kannst Du herzlich gern verwirklichen, wie schon gesagt,die Mittleser verschlingen diese Informationen und wir locken weitere Besucher zum Blog.

Gruß
Volker
11. Iris Budde sagt:
11.1.2008 bei 18:00

Lieber Volker,
mein Gewinn-Geschenk (Vol 15 - 3. Sonntag nach Weihnachten, BWZ 64, 151, 57)hat voll bei mir eingeschlagen. Seit gestern abend höre ich nichts anderes. Von mir aus kann es dank dieser Kantaten das ganze Jahr über Weihnachten sein. Die Arie für Sopran (151), (Süßer Trost, mein Jesus kommt) ist von solch ergreifender Schöheit, das meine bisherige Lieblingsarie “Schlummert ein, ihr matten, müden Augen fallet sanft und selig zu”(Notenbüchlein Ana Mag. Bach, Sopran; BZW 82) zunächst mal auf Platz 2 gefallen ist. Ich bin so begeistert von dieser Einspielung, von den Solisten, von der Art und Weise wie Gardiner seinen Chor und das Orchester bis an die Grenzen führt - Solisten natürlich eingeschlossen - dass ich sie während des ganzen Jahres immer wieder hören werde, nach dem Motto: Weihnachten ist jeden Tag. Mein Mann hat heute schon mal vorsichtshalber für 4 Stunden das Weite gesucht.
Herzl. Gruss
Iris