Dienstag, 22. Januar 2008

Rezension CD SDG 137 Vol. 16, Gardiner, Weihnachtskantaten


Hallo,

hier ist meine Rezension zu der CD-SDG 137; Vol. 16, veröffentlicht im Oktober 2007, zu dem letzten Aufführungsort der Pilgerreise: „St. Bartholomew in New York.“

Bach Cantata Series:


J. E. Gardiners Aussage in seinem Reisetagebuch spiegelt die Besonderheit dieses Konzertes treffend wieder.

Link: http://www.monteverdiproductions.co.uk/resources/sdg137_ger.pdf

oder: http://www.cantatafinder.com/hks/16.php

Zu dieser mit persönlichen Emontionen behafteten CD zitiere ich wie folgt:

„Die Stimmung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St. Bartholomew, New York, war einzigartig, das Publikum hingerissen und glücklicherweise ohne störende Huster. Chor und Orchester wirkten fragil und euphorisch in einer merkwürdigen Mischung, so als hätte die riesige Anstrengung, zur letzten Station der Reise - (Bach-Cantata-Pilgrimage 2000) – zu gelangen, alle aufgestauten Gefühle an die Oberfläche gebracht. Die Spannung löste sich, als die munteren, fröhlichen äußeren Abschnitte – (von der Motette, BWV 225) - „Singet dem Herrn“ gesungen wurden.“

Howard Moody (Cembalo), schreibt dazu in seinen Meinungsäußerungen zur Pilgrimage 2000 -Tour ebenso emontionell zu dem letzten Konzert in St. Bartholomew, New York.

Den Link zu den Meinungsäußerungen der Künstler und Solisten zu der Bach Cantata Pilgrimage 2000 füge ich nachstehend bei:

http://www.cantatafinder.com/hks/16.php

Zum Inhalt der CD:

Motette:

BWV 225 – Singet dem Herrn ein neues Lied

Cantatas for Sunday after Christmas Day

BWV 152 - Tritt auf die Glaubensbahn

BWV 122 - Das neugeborne Kindelein

BWV 28 - Gottlob! nun geht das Jahr zu Ende

Cantata for New Year’s Day

BWV 190 - Singet dem Herrn ein neues Lied!

Mitwirkende:

Sopran: Katharine Fuge, Gillian Keith, Joanne Lunn, Altus: Daniel Taylor,

Tenor: James Gilchrist, Bass: Peter Harvey.

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Die Motette BWV 225 „Singet dem Herrn ein neues Lied“

ist eine Komposition von Worten des 149. Und 150. Psalms aus dem Jahre 1726; die Stimmung des Jubels und der begeisterten Danksagung wird hier zu einer erregenden Musik.

Gardiner versteht es genial, alles bis zum Äußersten auszureizen und den 8-stimmigen Doppelchor in ungeahnten Sphären singen zu lassen, man kann sich als Hörer an der Gesangskultur des Monteverdi Choirs berauschen, unübertrefflich die Akzentuierung und Phrasierungen im Gesang, das kann eben nur ein Weltklasse-Chor, eine vortreffliche Wiedergabe, die zu beglücken weiß.

BWV 152 „Tritt auf die Glaubensbahn“

Diese Kantate entstand in Weimar zum 3. Dezember 1714. Sie gehört mit ihren betont kammermusikalischen Instrumenten von Blockflöte, Oboe, Viola d’amore, Viola da Gamba und Continuo zu den innigsten Bach-Kantaten. Diese außergewöhnliche Besetzung macht die Kantate so liebenswert.

Hervorheben möchte ich den Engelsgesang von Katharine Fuge im 4. Satz und im Duett für Bass und Sopran im 6. Satz, was sie für ein Timbre an den Tag legt, Glocken können nicht schöner klingen, im Schlusssatz erklingt ein ideales Paar mit Peter Harvey als Bassbariton und der Sopranistin, die Traversflöte, Oboen und Continuo als Begleitung untermalen mit ihrem famosen musizierenden Spiel einen rührigen und innigen Gesang, einfach genial und vortrefflich gelungen. Der 4. und 6. Satz sind einfach betörend zu hören, da ist bei mir ein „Da Capo“ mehrmals gefällig……*)

*) Die gleiche Kantate wurde in 2007 mit Thomas Quasthoff, (Bass-Bariton); Dorothea Röschmann, (Sopran); Mitglieder des RIAS-Kammerchors und Berliner Barock Solisten unter der Leitung von Rainer Kussmaul, eingespielt. Einen Vergleich beider Aufnahmen vollziehe ich im Nachgang unter „Kommentare.“

BWV 122 „Das neugeborene Kindelein“

Die Kantate entstand zu einem Weihnachtszyklus im 2. Amtsjahr von Bach 1724 in Leipzig.
Ich finde gerade die Schlichtheit des Eingangssatzes mit den Violinen, BC und dem Chorsatz: “Das neugeborene Kindelein“ sehr beeindruckend musiziert und gesungen.
Das Rezitativ im 3. Satz für Sopran (Katharine Fuge), „Die Engel…“ ist ein Engelsgesang pur, sie besitzt eine Stimme, die zu beglücken weiß.
Ebenso gespickt mit Köstlichkeiten ist der 4. Satz für Sopran, Alt, Tenor, mit dem „Ist Gott versöhnt und unser Freund.“ Der Chor und die Gesangs-Solisten lassen köstliche Musik erklingen, hier wird man von der Dramaturgie Gardiners mehr als gefesselt, eine beseelende Wiedergabe, das sich im Schlusschoral mit dem Choralsatz: „Es bringt das rechte Jubeljahr“ einen würdigen Jubel-Abschluss findet.

BWV 28 „Gottlob! Nun geht das Jahr zu Ende“

Diese Kantate lenkt den Gedanken auf den Jahreswechsel, und zeichnet sich durch reichen Formenreichtum aus. Erstmals erklang die Kantate am 30. Dezember 1725.
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Ich zitiere dazu aus Gardiner seiner Reisebeschreibung zu dieser Kantate, die ich mehr als bemerkenswert halte, wie folgt:
„Die Kantate beginnt als beschwingter konzertartiger Satz im Wechsel zwischen Oboen und hohen Streichern, die zu den tanzartigen Aufruf des Soprans „ein frohes Danklied“ anzustimmen, die Kulisse liefern.

Dieses „Danklied“ ist jene Motette „Nun lob, mein Seel, den Herren“, die ich als siebenjähriger Knabensopran in einer deutschen Sommerschule kennen gelernt hatte, die von Georg Götsch,*) einem einst berühmten, damals sehr gebrechlichen Chordirigenten geleitet wurde.

Wir sangen das Lied eine Woche lang jeden Tag, und ich glaube, es hat mich
entsetzlich gelangweilt; doch jetzt, ein halbes Jahrhundert später, war ich schlagartig fasziniert von der Nüchternheit und Komplexität seines „stile antico“, seinen verborgenen Schätzen und Subtilitäten, vor allem in den letzten fünfzig Takten, wo sich das Gefühl einstellt, dort werde ein riesiger kosmischer Kampf ausgetragen.“

*) Anmerkung zu Georg Götsch aus Wikipedia:

„Georg Götsch (* 1. März 1895 in Berlin, † 26. September 1956 in Friedrichshafen) war ein deutscher Musikpädagoge. Georg Götsch ist eine wichtige Persönlichkeit der deutschen Jugendbewegung und der Jugendmusikbewegung. Auch einige bis heute gepflegte Traditionen wie der „Fürstenecker Morgenkreis“ und die Pflege der englischen Kontratänze nach John Playford gehen auf Georg Götsch zurück.

Die von Gardiner angesprochene Nüchternheit des Choralgesangs „Nun lob, mein Seel, den Herren“ im 2. Satz der Kantate erlebt der Hörer sehr schön ausnuanciert im Gesangs-Vortrag des Monteverdo Choirs in gewohnter Gesangs-Qualität.
Wunderbar gelingt der Schluss-Choral „All solch dein Güt wir preisen“, im 6. Satz.

BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“

Bachs erste Leipziger Neujahrskantate – zum 1. Januar 1724 – ist unvollständig überliefert. Die beiden Anfangssätze sind nur in den Singstimmen und Violinen erhalten und müssen in den übrigen Partien rekonstruiert werden. Bach hat das Werk mit verändertem Text im Jahre 1730 zur 200-Jahrfeier der Augsburgischen Konfession wieder verwendet, doch ist die Musik zu dieser Fassung nicht erhalten geblieben.
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Hierauf nimmt Gardiner in seinem Reisetagebuch wie folgt Bezug:
„ Alle übrigen Orchesterstimmen müssen rekonstruiert werden. Verschiedene
Vorschläge wurden veröffentlicht, keiner ist völlig überzeugend, manche
sind nicht sehr idiomatisch. Immerhin besteht die Möglichkeit, die
Instrumentierung, die Bach für den Kopfsatz vorgesehen hatte, aus der
noch vorhandenen Partitur des abschließenden Chorals zu erschließen.“

Alle machten sich an die Arbeit, dem Beispiel unserer beiden brillanten
Cembalo- und Orgelspieler folgend, Howard Moody und Silas Standage,
die mit möglichst geringem Aufwand die bezifferten Basslinien einfügten. In
den Proben passten wir bis zum allerletzten Augenblick neue Parts für die
drei Oboen, drei Trompeten und Pauken ein.

Hätten wir mehr Zeit gehabt
und wären wir geschickter gewesen, wäre uns das sicher besser gelungen,
aber als es dann zur Aufführung kam, schienen alle Sänger und Spieler
darauf bedacht, das Publikum an der Freude und Festlichkeit dieses
übersprudelnden Neujahrsstückes teilhaben zu lassen.

Und der Psalmtext,
der mit dem Text der Motette, die wir zu Beginn unseres Programms
gesungen hatten, nahezu identisch war, gab ihm eine weitere Würze.

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Hier fällt in der Kantate BWV 190, schon der prächtige Eingangs-Satz mit Pauken und Trompeten auf. Ich habe das Gefühl, hier lassen alle Beteiligten ihre Emotionen freien Lauf, im Bewusstsein, das ist die letzte Wiedergabe einer Bach-Kantate auf der Pilger-Reise 2000.

Dementsprechend zieht sich wie ein roter Faden dieses Mitteilungsbedürfnis durch das ganze Kantatenwerk, selten habe ich als Hörer so eine Kantatenwiedergabe vernommen, die alles vorher gewesene zu sprengen scheint……., schwungvolle, jubilierende Pauken und Trompeten, ein Orchester in Spitzenform, der einsetzende Jubel-Chor mit den Worten: „Singet dem Herrn ein neues Lied“ wurde so akzentuiert und ergreifend gesungen, dass einem der Atem stockt, das ist Lobgesang pur.

Auf die einzelnen Sätze möchte ich nicht weiter eingehen, die Kantate erklingt mitreißend wie aus einem Guss und lässt den Mithörer erahnen, wie den Beteiligten zumute gewesen sein mag, ein letzter Auftritt und dann ist wörtlich nach dem Textlaut gesprochen von den Pilgertour-Beteiligten erschütternd zu vernehmen: „Laß uns das (Bach-) Jahr vollbringen zu Lob dem Namen dein“,…… ergriffen und berührt hörte ich die letzten Klänge von diesem Kantaten-Fragment, ich kann Gardiner zu dieser Wiedergabe nur meinen höchsten Respekt zollen, was er hier an künstlerischem Gehalt und an Emontionen an den Tag legt, sprengt die Normalität…………, Da Capo!!

Grüße
Volker

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Bereits abgegebene Kommentare:

1 Kommentar:

volker hat gesagt…

1. Volker /admin sagt:
2.12.2007 bei 04:00

Hallo,

Wie bereits angekündigt stelle ich meinen Kommentar zu dem BWV 152 mit der Aufnahme der DG unter der Mitwirkung von Thomas Quasthoff, Berliner Barock Solisten, Dorothea Röschmann (Sopran) hier mit ein…

Die CD wurde im Sommer 2007 von der Deutschen Grammophon veröffentlicht!
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Die CD BWV 152 “Tritt auf die Glaubensbahn” mit Quasthoff habe
ich mir mehrmals angehört und mit Gardiners SDG 137 verglichen. Als erstes
fällt mir die Klangqualität auf, hier kann die Quasthoff-
CD absolut besser punkten, sie ist phänomenal, sicherlich handelt es
sich um eine neuzeitlichere Aufnahmetechnik, wer weiß was Gardiner in
New York vorgefunden hat. Zu dem Bass-Bariton Thomas Quasthoff heißt
es Eulen nach Athen zu tragen, sein Gesang ist schon prächtig, ich
finde er hat Probleme in den tiefen Lagen, da gefällt mir Peter Harvey
vom Volumen besser. Überhaupt ist der Gesangsstil von Quasthoff und
Harvey sehr unterschiedlich, wortverständlicher ist Quasthoff im 2.
Satz “Tritt auf die Glaubensbahn” absolut heraushörbar, bei Harvey
verschwimmt einiges…..

Der 4. Satz für Sopran “Stein, der über alle Schätze” gefällt mir
schon die langsame Gangart von Gardiner und dem Orchester sowie der
Gesang von Katharine Fuge überwältigend schön, sie hat einen
Engelsgesang, da überzeugt mich Dorothea Röschmann aufgrund ihres
Vibrato-Gesanges nur bedingt.

Diesen 4. Satz liebe ich über alles mit
der wunderschönen Traversflöte. Wie gesagt, legt hier Kussmaul ein
schnelleres Tempi vor, aber schön dass man diese
Vergleichsmöglichkeiten besitzt, die Berliner Barock Solisten spielen
ebenfalls überragend…

Im 6. Satz Duett für Sopran und Bass ziehe ich wieder die Gardiner-
Aufnahme vor wegen der tollen Katharine Fuge. Dieser Satz geht einfach
zu Herzen, ebenfalls von allen sehr schön gespielt.

Quasthoff überzeugt mich mit seiner Wortverständlichkeit, wie er den
Text gesanglich ausreizt ist schon phänomenal.

Grüße
Volker
2. Alexander Behrens sagt:
2.12.2007 bei 10:00

Hallo Volker,

du hast dir wieder eine große Mühe gemacht! Ergänzend zu BWV 225 wollte ich noch einige Gedanken äußern. In einem früheren Posting schreibt jemand, dass die Aufnahme „an das Manierierte“ grenzt. Ich befürchte, dass viele so denken werden. Dabei ist es die Aufnahme, auf die ich seit 25 Jahren warte. Die Motette ist extrem komplex und reich in der Palette der musikalischen Mittel, in der Figuralität, der gekonnten Linienführung des polyphonen Satzes, der Koloratur, der Dynamik, dem Wechselspiel aus Polyphonie und Homophonie, und wie immer dem engen Bezug der Musik zum Wort, zudem ist sie intonationsmäßig heikel. Sie ist Vokal- und Instrumentalmusik zugleich und dem Vokalisten ein Schlag ins Gesicht (gilt für alle Bach’schen Motetten). Bach war kein Gentleman.

Die mir bekannten sehr unterschiedlichen Interpretationen (z. B. Rilling, Harnoncourt, Koopman, Herreweghe, Jacobs, Kuijken, Junghänel, Gardiner [Erato], Mackay) haben immer einer dieser Seiten mehr oder weniger gelungen berücksichtigt. Jedes Mal hatte ich das Gefühl, dass die Interpreten die Motetten unterschätzen – auch Gardiner I – und eindimensional wiedergeben. Die Motetten sind sowas von komplex, dass man ihnen nicht nur viel Können sondern auch viel Zeit widmen muss, um ihnen nahe zu kommen.

Mit dieser neuen Aufnahme werden wir Zeuge, wie jemand versucht, der Motette auf allen Ebenen gerecht zu werden, und ich finde diesen Versuch zum ersten Mal gelungen. Bei so vielen Ebenen und einem Geflecht aus oft gegensätzlichen Tendenzen kann man sich vorstellen, dass die Aufführung für die Sänger sehr anstrengend gewesen sein muss; kräftemäßig scheint sie mir manchmal wie ein ständiges Beschleunigungs- und Abbremsmanöver, aber ich hoffe, die Motette hat die Interpreten für Ihre Mühe belohnt. Immerhin war es live, die Interpreten haben viel riskiert und alles gewonnen!
Alex
3. Alexander Behrens sagt:
2.12.2007 bei 10:00

Guten Morgen, Voker, mich würde einmal näheres über die Kussmaul-Aufnahme interessieren :-) ? Alex
4. Barbara sagt:
2.12.2007 bei 12:00

Hallo Alex,
schau mal hier:
http://www2.ham.deutschegrammophon.com/cat/result?&PRODUCT_NR=4776591&SearchString=4776591
Dort gibt es zu jedem Track Hörproben.
Viele Grüße
Barbara
5. Barbara sagt:
2.12.2007 bei 12:00

Hallo Volker,
diese Cd ist wirklich ganz wunderbar. Sie hat für mich nur einen Fehler - ich schaffe es nicht, sie mir konzentriert von Anfang bis Ende anzuhören. Ich hatte sie mir extra auf meinen mp3-Player gepackt, um sie in der Klinik ganz in Ruhe mit Bleistift in der Hand zu hören und hinterher etwas dazu zu schrieben. Aber es kam, wie es kommen musste, ich kam wieder ins Träumen und bin bei dem Eingangschor zu BWV 190 hängengeblieben. Wie oft ich bei diesem Stück schon auf Wiederholen gedrückt habe, weiß ich nicht. I.d.R. fange ich die CD gleich mit diesem Stück an. Das hat einen solchen Drive, dass bei mir alles zu vibrieren anfängt, die Füße zucken usw. Das andere Stück, bei dem die CD bald abgenudelt sein wird, ist an der Reihe, wenn mir nach Ruhe zumute ist: das Duett Tenor,Bass aus derselben Kantate. Hier kann ich auch die Wiederholtaste einrasten.
Schön, dass Du mit Deinem begeistenden Text versucht hast, mich zu einem neuen Versuch des Hörens zu animieren. Spätestens Sylvester, wenn alle anderen Party machen, wird der richtige Zeitpunkt für mich sein…
Viele Grüße
Barbara
6. Alexander Behrens sagt:
2.12.2007 bei 13:00

Das ist wirklich eine superbe Aufnahme, danke Barbara und Volker! Alex
7. Volker /admin sagt:
2.12.2007 bei 14:00

Hallo Alex,

Deine Gedanken zur Motette BWV 225 “Singet dem Herrn ein neues Lied”, hier niedergelegt, finde ich überragend. Wie Du die Sichtweise und die Herangehensweise, eine Motette richtig erklingen zu lassen beschreibst, ist phänomenal.

Aus der Sicht eines Motetten-Sängers beleuchtest Du sehr treffend die Schwierigkeiten und gesangstechnischen Voraussetzungen, eine Motette richtig zu Interpretieren und singen zu können, ein vom Blatt absingen ist in dieser Kategorie nicht möglich, die Nuancen liegen im Detail und fordern eine Einübung und filigrane Erarbeitung der Materie.

Diese schwierige Materie wird von vielen Interpreten verkannt nur so ist es zu erklären, dass nur halbherzige und nur ein bedingt hörenswertes Produkt “Motette” erklingt….

Von Gardiners Einspielung bin ich total begeistert, wie der Monteverdi Choir eine gekonnte Intonation, Phrasierung und Polyphonie an den Tag legt, hat mich zutiefst beeindruckt.

Schönen Sonntag und Gruß

Volker
8. Volker /admin sagt:
2.12.2007 bei 14:00

Hallo Barbara,

erst einmal wieder herzlich willkommen im Blog!!

Hoffentlich hast Du alles gut verkraften können und bist gestärkt zurückgekehrt.

Dass Du das BWV 190 als deinen Favoriten immer hören möchtest, kann ich sehr gut nachvollziehen, was da an Herzblut aller Beteiligten enthalten ist, versuchte ich in meiner Rezension entsprechend wiederzugeben, manchmal fehlen einem die Worte, wie fantastisch die letzte Einspielung der Pilgrimage-Tour 2000 gelungen ist, auch meine Taste steht öfters auf “Da capo!!”

Einen schönen Sonntag und herzliche Grüße
Volker
9. Alexander Behrens sagt:
2.12.2007 bei 15:00

Danke, Volker!
10. Iris Budde sagt:
3.12.2007 bei 11:00

Hallo, Volker,
bin ganz hin- und weg von Deinen Statements. Besser kann man einfach nicht ausdrücken oder wiedergeben, wie es Gardiner gelingt, alles zum Schwingen zu bringen. Ich werd` die “Weihnachts-CD” heute abend noch mal hören …, wie oft ich sie schon angehört habe, weiß ich nicht. Mir geht es dabei wie Barbara, kann einfah nicht mehr aufhören. Alex, Dir auch herzlichen Dank - werde die Motette noch mal mit ganz neuen Ohren hören.
Herzl. Gruss
Iris