Freitag, 8. Februar 2008

Archiv-Beitrag: DVD; Leitung: Sigiswald Kuijken / C.P.E. Bach: Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu,

Hallo,

eine neue Einspielung auf DVD von C.P.E. Bach (1714-1788) und J.S. Bach (1685-1750)
die Himmelfahrtsoratorien:

C.P.E. Bach: Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, Wq 240
J.S. Bach: Lobet Gott in seinen Reichen, BWV 11

aufgenommen zum Bachjahr 2004 in der Nicolaikirche in Leipzig.

“Die Vorfeude auf das Bachfest Leipzig 2007 und Gardiner wächst von Tag zu Tag !”

Erwähnenswert die Brüder: bekannt aus der SDG-Reihe: Christoph Genz / Tenor und sein Bruder als Bass-Bariton: Stephan Genz, der einen vorzüglichen Gesangs-Part liefert.

Stephan Genz, Bass-Bariton; Bruder von Christoph Genz

DVD zu beziehen bei j p c 22,99 €

es sind Filmausschnitte/Videotrailer von j p c

einsehbar, die Bildqualität ist im Original top in dieser Version nicht sehr berauschend!

Ausführende:

Sophie Karthäuser, Sopran
Patrizia Hardt, Alt
Christoph Genz, Tenor
Christoph Einhorn, Tenor
Stephan Genz, Bass
Jan van der Crabben, Bass-Bariton
Ex Tempore / La Petite Bande
Leitung: Sigiswald Kuijken

Ein absoluter Hör- und Sehgenuss der Vergleich der Himmelsfahrtsoratorien vom Vater: J.S. Bach und seinem Sohn: Carl Philipp Emanuel Bach.

1735 komponierte J.S. Bach das Himmelfahrtsoratorium das aber wegen der Kürze 1852 in der Gesamtausgabe der Bach-Gesellschaft unter dem Titel “Lobet Gott in seinen Reichen” als Kantate Nr.11 veröffentlicht wurde.
Doch Bach hatte gute Gründe, sein Stück als Oratorium zu bezeichnen, folgt es doch der Tradition des deutschen Oratoriums, wie sie Heinrich Schütz begründet hatte.

Knapp vierzig Jahre liegen zwischen dem Himmelfahrtsoratorium von Vater Bach und der
“Auferstehung und Himmelfahrt Jesu” vom Sohn C.P.E. Bach komponiert und am Ostersamstag 1774 ihre Erstaufführung im Konzertsaal erlebte.
1767 hatte C.P.E. Bach die Nachfolge seines Paten Georg Philipp Telemanns als Musikdirektor in Hamburg angetreten, nachdem er 25 Dienstjahre zuvor als Kammercembalist des preußischen Königs Friedrich II tätig gewesen war.
Im liberaleren Klima Hamburgs konnte er sich freier entwickeln und zu einem der führenden Komponisten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts werden. Man sprach zu der damaligen Zeit in erster Linie von den “Berliner” bzw. “Hamburger” Bach, der Thomaskantor J.S. Bach war nicht mehr zeitgemäss und geriet zusehends in Vergessenheit.

Von seinem Oratorium “Auferstehung und Himmelfahrt Jesu” hatte Carl Pilipp Emanuel Bach selbst eine hohe Meinung; er rechnete das Werk zu seinen am stärksten gearbeiteten Stücken und war fest davon überzeugt, dass es ihm auch nach seinem Tode noch Ruhm bescheren würde.

Eine Hörprobe C.P.E. Bach aus dem 2. Satz und Anfang des 3. Satzes (3 Min.) mit dem Bass-Bariton “Stephan Genz.”

Ein Vergleich der beiden Oratorien vom Vater und Sohn macht die fundamentalen Veränderungen deutlich, die diese Gattung in den vierzig Jahren zwischen der Entstehung der beiden Werke durchgemacht hatte.
C.P.E. Bach verwendete einen Text von Karl Wilhelm Ramler aus dem Jahre 1760, der damals ein hohes Ansehen genoss und bereits von Telemann und Graun vertont worden war.
Anzeichen der musikalischen Entwicklung in das 19. Jahrhundert sind in diesem Werk von C.P.E. Bach heraushörbar.

Demgegenüber gestellt die barocke Klangpracht und virtousität der Gesangssolisten des Himmelfahrtsoratoriums seines Vaters.
Ein absoluter Genuss, diesen Vergleich einmal in einer Aufführung anstellen zu können, der immens einen begeistern kann, hier die verschiedenartige Kompositionen vergleichen und hören zu können.
Von der Innigkeit und zu Herzen gehenden Musik bin ich immer noch auf der Seite des Vaters……

Diese DVD kann ich nur wärmstens empfehlen bei diesen großartigen Gesangssolisten, dem Chor: Ex Tempore und dem Barockorchester: La Petite Bande, unter dem gekonnten Dirigat und der Interpretation von Sigiswald Kuijken.
Leider etwas schwächelnd in dem Osteroratorium von C.P.E. Bach die barocken Trompeten, wo die saubere Intonation zu kurz kommt, und kleine Unreinheiten im Barockorchester leider heraushörbar.

Hier ist wieder einmal unerreicht zu benennen ein J.E. Gardiner mit seinem - Monteverdi-Choir und seinen The English Baroque Soloists - aus heutiger Sicht anzusehen.

Trotz kleiner Schwächen, wie oben erwähnt, ein absoluter Hör- und Sehgenuss aufgrund der Interpretation und der barocken Klangpracht sowie seiner hervorragenden Wiedergabe, unbedingt als eine Spitzeneinspielung anzusehen.
Wo bleiben die deutschen Interpreten mit ihren Orchestern und Sängern, meiner Ansicht nach nur noch 2. Wahl, das Ausland hat uns leider den Rang abgelaufen……

Grüße

Volker

1 Kommentar:

Volker hat gesagt…

1. Barbara sagt:
10.6.2007 bei 18:00

Hallo Volker,
zweiter Versuch:
Du hast ja recht, wir sind ein ignoranter Haufen. Aber es ist einfach zu heiß…
Die DVD klingt gut. C.Ph.E. Bach liebe ich sehr, ganz besonders sein Magnificat, da habe ich total abgenudelte Kassetten. Das obige Werk habe ich - auch noch zu Kassettenzeiten - mal aufgenommen und sehr gern gehört. Ich sollte wohl mal auf die Suche gehen. Vielen Dank für den Tipp.
Viele Grüße
Barbara