Donnerstag, 7. Februar 2008

Archiv-Beitrag: Fritz Wunderlich & Hermann Prey - “Eine Weihnachtsmusik” Neuauflage für Historiker-Fans

.12.2007 von Volker /admin.

Hallo,

hier stelle ich etwas für Nostalgiger vor, es wurde eine Wiederveröffentlichung der legendären “Weihnachtsmusik” mit den Sängern Fritz Wunderlich und Hermann Prey, vorgenommen.



  • Erscheinungstermin: 30.11.2007

Detailinformationen

Fritz Wunderlich & Hermann Prey singen Weihnachtslieder:

Maria durch den Dornwald ging; Es kommt ein Schiff geladen;

Es ist ein Ros entsprungen; Was soll das bedeuten;

O Freude über Freude; Vom Himmel hoch o Englein kommt;

Ich steh an deiner Krippen hier

+Musik von Albinoni & Telemann

Will Quadflieg liest die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium!


Grüße

Volker

1 Kommentar:

Volker hat gesagt…

14 Antworten auf “Fritz Wunderlich & Hermann Prey - “Eine Weihnachtsmusik” Neuauflage für Historiker-Fans”

1. muriel sagt:
6.12.2007 bei 15:00

Der Name “Prey” weckt bei mir sehr schöner
Erinnerungen. Ich bin ja DDR-Mensch und
hatte damals die Schallplatten aus der
Bachkantatenreihe mit Kurt Thomas und dem
damals für meine Begriffe sehr guten Thomanerchor.
Auf der erwähnten Platte sang Prey die beiden
Basssolokantaten “Ich habe genug…” und die
“Kreuzstabkantate”. Wie moft habe ich ie Auf-
nahme angehört! Prey und Fischer-Dieskau, das
waren meine Traumsolisten. Wenn schon Erinnerung,
dann auch der Hinweis auf das WO mit Thomanern,
Thomas, Giebel, Höffgen, Traxel und…Dieskau! Immer noch
hörenswert…”Großer Herr…”

Liebe Grüße
muriel
2. Volker /admin sagt:
6.12.2007 bei 19:00

Hallo muriel,

ja, das waren noch Gesang-Solisten, man kommt direkt ins schwärmen, Nostalgie pur, aus Zeitgründen werde ich später noch näher darauf eingehen, schon allein wegen dem WO mit Kurt Thomas…

Gruß
Volker
3. muriel sagt:
7.12.2007 bei 11:00

Unsere erste Schallpßlatte Zuhause war eine
Miniplatte mit den beiden Arien: “Großer Herr…”
und “Erleucht auch…”. Beide von Dieskau gesungen
und die zuletzt genannte ist - meine ich - nie
wieder schöner und souveräner gesungen worden.

Liebe Grüße
muriel

@Volker

Nun bin ich natürlich gespannt auf Deine
Überlegungen zu der speziellen Thomas-
aufnahme.
4. Barbara sagt:
7.12.2007 bei 12:00

Hallo Muriel,
das Thomas-WO ist auch mein erstes WO gewesen. Ich habe es vor vielen, vielen Jahren von meinen Jetzt-Schwiegereltern zu Weihnachten bekommen, nachdem sie mich kurz zuvor in ein WO-Konzert nach Bad Salzuflen mitgeschleppt hatten. (Die Alternative war aber auch gar zu grauselig - Kellerparty bei dem 16-jährigen Bruder meines Freundes. Dann doch lieber den ganzen Abend Bach.) Und siehe da, es hatte mich gepackt - das Bachfieber. Die Schallplatten kamen dann auch nicht mehr von Plattenteller runter, bis ich sie viel später durch die entsprechende CD-Ausgabe ersetzt hatte. Bis ich Gardiner entdeckt hatte und sie in die hinterste Ecke meines CD-Regales wanderte. Heute habe ich ein wenig Probleme damit, meine Hörgewohnheiten haben sich doch sehr gewandelt. Aber entsorgt werden sie ganz bestimmt nicht…
Viele Grüße
Barbara
5. Volker /admin sagt:
7.12.2007 bei 16:00

Hallo zusammen,

stöbere gerade bei jpc und sehe die Historische Aufnahme von Kurt Thomas für 5,99 €, ein Schnäppchenpreis und als Download erhältlich !!!

Link:

Die Sängerschar wie: Agnes Giebel, Marga Hoeffgen, Dietrich Fischer-Dieskau…, meine Traumriege zur Karl Richter Zeit. Die Aufnahme von Kurt Thomas entstand 1958 und wurde von den Karl Richter Einspielungen in den 60er Jahren noch getoppt, das waren die Highlights als WO-Einspielungen.

Sie höre ich mir aus nostalgischen Gründen immer wieder an, waren es doch die Einspielungen, mit denen ich persönliche Erinnerungen verbinde und zum Leben erwecke.

Grüße
Volker
6. muriel sagt:
7.12.2007 bei 19:00

Hallo Barbara, hallo Volker, jetzt wird’s bei mir
richtig gefühlig. Wenn ich so lese, wie Barbara
durch diese Platten zu Bach kam…Ich weiß sogar
noch den Namen des Solooboisten: Peter Fischer,
denke ich und der 1.Trompeter war Armin Männl. Schön.
dass ihr auch so etwas erlebtet.
Eben hörte ich bei JPC in die Koopmannreihe, es ist
zeilweise wie andere Musik, “ein feste Burg”, da fehlt
mit einfach das tiefe Instrument - hatte der Sir
da nicht sogar eine Tuba eingesetzt?

Viel Vergnügen in diesen Tagen
muriel
7. Volker /admin sagt:
8.12.2007 bei 02:00

Hallo muriel,
zu deiner Frage:”Eben hörte ich bei JPC in die Koopmannreihe, es ist
zeilweise wie andere Musik, “ein feste Burg”, da fehlt
mit einfach das tiefe Instrument - hatte der Sir
da nicht sogar eine Tuba eingesetzt?
————-

Ich zitiere Dir aus dem Gardiner-Reisetagebuch von Wittenberg:

Wir probten
zunächst die Kantate BWV 80, der Bach Luthers trutzigen Choral
(1528/29) zugrunde gelegt hat. Die von den Streichern verdoppelten
Stimmen klangen recht eindrucksvoll, aber es gab ein Problem. Der
mächtige instrumentale Kanon, den Bach als Rahmen für den
Kontrapunkt des Chors bestimmt hatte, klang ungleichgewichtig: alle
Stimmen oben (drei Oboen unisono) und keine unten (Violone und
Orgel). Das ist immerhin die einzige Kantate Bachs, die zwischen
Continuostimmen unterscheidet: violoncello e cembalo zur
Unterstützung der vierstimmigen Choralfantasie, violone et organo als
Cantus firmus im Bass. Auch nachdem wir den Streichbass nach vorn
auf die Bühne geholt hatten, blieb das Problem bestehen. Das schöne
Jennings-Harmonium, das uns in diesem Jahr überallhin begleitet und
uns so gute Dienste geleistet hatte, besitzt keine Pedale und auch nicht
das Posaunenregister 16’, das in einer der Quellen genannt wird. Daher
haben wir in der letzten Minute versucht, einen Bassposaunisten
aufzutreiben, der imstande wäre, das notwendige Gewicht zu liefern.
Dieser Musiker namens Fernando Gunter kam flugs aus Leipzig
angereist und brachte die Dinge mit seinen donnernden tiefen Ds, die
durch das Kirchengewölbe hallten, wieder in Ordnung. Die optische
Wirkung der prächtigen Messingstürze und des voll ausgezogenen
Stimmzugs gaben der Musik etwas Prahlerisches…..

Grüße
Volker
8. wolfgadamo sagt:
8.12.2007 bei 13:00

Hallo Zusammen!

Wunderlich und Prey-, der eine so mühelos, klar und deutlich. Der andere mit so viel Gemüt in der Stimme. Den zweiten hatte ich im Wiesbadener Kurhaus mit der ‘Winterreise’ noch erlebt-, beim Signieren in der Garderobe trank er zuerst ein frisches Bier und signierte mir dann meine Matthäus-Passion-Plattenbox der Aufnahme unter Karl Münchinger, in der Wunderlich auch die Tenor-Arien singt. Alle beide singen jetzt vereint für mich mein persönliches Wunsch-WO in meinem mp3-player, der eine ursprünglich als Evangelist unter Richter (Archiv), der andere ursprünglich unter Jochum (Philips). Meine Schritte sind beschwingt, da ich meinen Wunsch-Evangelisten und Wunsch-Bassisten zusammen und im Ablauf meines persönlichen Weihnachtsoratoriums hören kann.

Eine gesegnete Adventszeit wünsche in EUCH-, leider gibt es ja für 2.Advent auch 3.Advent) keine passende Bach-Kantate, da in Leipzig tempus clausum (Bußzeit) war.
Ich behelfe mir mit meinem WUNSCH-WO

Gruß

Wolfgang
9. muriel sagt:
8.12.2007 bei 14:00

@Wolfgang

Da müssen die drei für den 1.Advent reichen,
man kann ja mit dem WO verstärken.
Auch Dir eine gesegnete Adventszeit

@Volker
der Kenner weiß es eben, danke,
ich hatte es nicht mehr parat, es
ist doch wirklich ein tolle Darbietung.
Wie der Sir und seine Leute gefeilt
und überlegt haben…

Liebe Grüße
muriel
10. Volker /admin sagt:
8.12.2007 bei 20:00

Lieber Wolfgang, liebe muriel,

hier kann ich nur mit einstimmen,ich höre mir die Adventskantaten oder stöbere in Kantatenwerken der übrigen Jahreszeit wie z.B. jetzt mit den BWV-Zeichnissen: 94, 105, 168, von der Pilgrimage 2000 aufgenommen in Meran im August 2000 von der Deutschen Grammophon.

Diese Aufnahme hatte ich noch nicht im Besitz und habe sie diese Woche erhalten, danke nochmals an @Barbara, die vor Wochen darauf aufmerksam gemacht hatte. Nun fehlen mir von DG nur noch 4 Einspielungen….

Wünsche ebenfalls ein gesegnetes Adventsfest und Wochenende,

liebe Grüße an alle

Volker
11. Wolfgang Adam sagt:
10.12.2007 bei 20:00

Lieber Volker!

Zitat:”ich höre mir die Adventskantaten an oder stöbere in Kantatenwerken der übrigen Jahreszeit”.

In Adventskantaten stöbern und Querverweise finden-, das regt auch mich sehr an. In der Adventszeit eignen sich auch gut BWV 243 das Magnifikat (ohne die Weihnachssätze!)und wenn wir mal beim Maria sind, auch BWV 10 ‘Meine Seel’ erhebt den Herren’ (Maria Heimsuchung). Gut können wir auch an Johannes d.Täufer denken, der ja als ‘Vorläufer’ von Jesus gesehen wird (stöbern mit Stichwort Johannes im cantatafinder!)) und als kleiner musikalischer Ausbruch ‘Tröste Dich mein Volk’ (Nr.2+3) des Messias. Solche Musik-Abende schätze ich sehr. Aber wie schnell ist man dann plötzlich bei den Marienvespern? Vielleicht wage ich jetzt mal (da ich seit gestern in Rente bin !!!), den Sprung zur Mariologie und katholischen Kirchenmusik.

Gruß

Wolfgang
12. Volker /admin sagt:
11.12.2007 bei 15:00

Lieber Wolfgang,

über deine Aussage: (stöbern mit Stichwort Johannes im cantatafinder!)), wird sich @ålex sehr freuen, das sollte noch einmal gesagt werden, was er da für ein tolles Suchwerkzeug mit dem Cantatafinder geschaffen hat wird jeden Bachfreund erfreuen…

Nun ist es soweit und Du bist nun auch Rentner geworden, da wirst Du sicherlich ein wenig mehr an Zeit finden, deine Hobbys ausleben zu können,!!

Der Marienkult ist wirklich ein Phänomen, was damit getrieben wird, ist schon sehr außergewöhnlich da bin ich auf deine Studien einmal gespannt.

Aus Stift Melk höre und sehe ich z.Zt. die Bachwerke 61, 147, 243, eine DVD, aufgenommen zum Bachjahr 2000 von Harnoncourt, so ganz kann er mich mit den Bachwerken nicht überzeugen, ein riesiger Arnold Schönberg Chor, singt meiner Erachtens nicht ganz intonationsrein, aber das übrige ist sehr stimmig.

Liebe Grüße

Volker
13. Wolfgang Adam sagt:
13.12.2007 bei 10:00

Lieber Volker!

Danke für Deine Wünsche zu meiner Zukunft.

Schön, dass Du die Marienkantate BWV 147 hörst-, mir liegt nur eine Aufnahme unter Rilling vor. Hat mich immer wieder angespornt! Warum?

Zuerst der cantus firmus, im liturgischen Stil festgelegt, der aber umspielt und richtig atemlos vorwärts gebracht wird durch die Unterstimmen. 2. Dann die wunderbare, kraftvolle Alt-Arie (Auger) 3. das tröstliche Rezitativ des Tenors(A.Baldin), die gewaltige Bass-Arie (Schöne) 4., in der man richtig hört, wie Zyklopen-Mauern einstürzen, wenn Gott Gewaltige vom Stuhl stürzt. 5. Die bescheidene Barmherzigkeit (Duett). 6. Der Rückgriff auf die Tradition und zuletzt 7. der schlichte Choral.

Ja-, Warum regt diese Abfolge mich so an? Da ist Trost drin, Tradition, natürlich viel Gottvertrauen, Kampf gegen Gewaltige, wahrscheinlich auch die Betonung auf ‘meine Seele’-, also mein Inneres, das letztlich meine Person ausmacht.

Ich lese gerade von Oskar Loerke, Bach. Er spricht davon, dass Bach für den Hörer ein ‘unsichtbares Reich aufrichtet’. Aber selbstkritisch dazu bemerkt: Bach ist auch ein Stück innere Emigration.

Gruß

Wolfgang
14. Volker /admin sagt:
13.12.2007 bei 17:00

Lieber Wolfgang,

danke für deinen inhaltsreichen und ausführlichen Kommentar. Die Advents-Kantaten von J.S. Bach sind nur so gespickt mit einer Marien-Verehrung, die Kommentare dazu von “Dürr” finde ich außerordentlich treffend ausformuliert, schön dass es solche Nachschlagewerke gibt.

Die DVD von Harnoncourt hatte ich schon erwähnt, das Magnificat ist für mich sehr ordentlich gelungen und habe es mir des öfteren wieder zu Gemüte geführt, sehr vortrefflich hat Harnoncourt das umgesetzt.

Heute bin ich über eine Rezension des WO von Koopman in Baden Baden gestolpert, wo sich mir die Nackenhaare sträuben, den werde ich noch als Kommentar unter Hauptbeitrag WO-Einspielungen reinstellen.

http://s138620504.online.de/archives/350

Diese Rezension wird sicherlich auch @muriel, sehr interessieren.

Grüße
Volker