Freitag, 8. Februar 2008

Archiv-Beitrag: Sir John Eliot Gardiner” begeistert mit seinem Mozart-Programm in Weimar, 26.08.2006

20.2.2007 von Volker /admin.

Hallo,

hier berichte ich über mein Konzerterlebnis aus der Weimarhalle, Weimar, am 26. August 2006, mit dem Mozartprogramm zum Mozartjahr von Gardiner und English Baroque Soloists.

“Sir John Eliot Gardiner” begeistert Weimar mit seinem Mozart-Programm!

Nach einem ereignisreichen Vortag in Weimar mit Besichtigungen der wichtigsten Museen und Kirchen, Bachdenkmal, Schloss, das Wohnhaus von Bach während seiner Weimarer Zeit, dass leider nur noch durch eine Gedenktafel darauf hinweist - und mit viel Regen - gab es für uns dann den krönenden Abschluss mit dem Mozart-Konzert in der Weimarhalle.

Vormittags stand noch ein Besuch der Bachstätte in Naumburg in der St. Wenzelskirche mit der grandiosen Hildebrand-Orgel auf dem Programm. Mit dem Orgelkonzert “Orgelpunkt um 12″ wurden wir grandios auf den kommenden Abend eingestimmt. Diese Orgel wurde von Bach in der Gegenwart von Silbermann persönlich abgenommen, dort trafen sie nur einmal in ihrem Leben zusammen. Eine wunderbare Altstadt besitzt Naumburg mit dem Naumburger Dom und den Stifter-Figuren. Der Marktplatz und die Altstadt war von einem Markttreffen mit Buden und Musikanten nur so gefüllt, wir fühlten uns in das Mittelalter zurückversetzt, so bunt und schön war das Treiben anzusehen.

In Weimar wieder angekommen stärkten wir uns vor dem Konzert ein wenig mit einem kleinen Imbiss und lernten einen weiteren Besucher aus Wien kennen, der sämtliche Strapazen auf sich genommen hatte, um Gardiners Konzert in Weimar besuchen zu können.


Foto: Weimar-Konzerthalle (Weimarhalle)

Als ein Universalgenie eines Dirigenten entpuppte sich mit seinem Mozart-Programm wiederum Sir John Eliot Gardiner in Weimar.

Mozart-Programm:

Konzert für Klavier und Orchester, C-Dur, KV 503

Arie für Sopran und Orchester, KV 583 (Vado, ma dove? Oh Die)

Solistin: Mezzosopran: Bernarda Fink

Konzert für Klavier, Violine und Orchester, D-Dur, KV Anh.56 (= KV 315f) – Allegro (Von Robert Levin, 1968 ergänztes Fragment des ersten Satzes)

Solisten: 1. Violine: Kati Debretzeni; Klavier: Robert Levin

Rezitativ und Arie (Rondo) für Sopran, obligates Klavier und Orchester, KV 505

(Ch’io mi scordi di te?; Non temer, amato bene)

Solistin: Mezzosopran: Bernarda Fink

Sinfonie C-Dur, KV 425; Linzer

Sonstige Ausführende: The English Baroque Soloists, Leitung Sir John Eliot Gardiner

Heftig zupackend; in seinem bekannten Stil erfischend und in einem anmutenden Tempi überzeugte Gardiner mit seinem Dirigat und seiner Werkswiedergabe. Aufgrund einer sehr hohen Saalwärme erklangen die Barockinstrumente zum Teil in sehr schrillen Klangnuancen und im Einzelsolo bisweilen ein wenig verstimmt. Dies tat dem Programm aber keinen Abbruch, zumal das Orchester und die Solisten voll zu überzeugen wussten.


Foto: Dirigent Gardiner und Solisten, links vorne: 1. Violine: Kati Debretzeni

Als ein wahrer Tastenlöwe entpuppte sich in den Klavierkonzerten, KV 503 und KV 315 f, Robert Levin zu jener Zeit am zeitgemäßen Tafelflügel als ein wahrer Klaviervirtuose ersten Ranges. Sein ständiges Lächeln zeigte seine Freude am Klavierspiel und der Musik von Mozart. Er war der Star des Abends und präsentierte Klaviermusik vom anderen Stern, die Besucher waren so entzückt dass sie trommelten und pfiffen dass es eine wahre Freude war. Nur durch eine Zugabe konnte er sich dem frenetischen Beifall danach entziehen.


Foto: Gardiner und Robert Levin (Foto: TLZ)



Foto: Am Englischen Tafel-Klavier (Hammer-Klavier) spielte Robert Levin, Mozart

Als eine ebenbürtige Partnerin im Solo-Violinspiel überzeugte die Konzertmeisterin Kati Debretzeni von den Baroque Soloists mit beherzt schwingendem Geigenton in einer beseeligenden Heiterkeit.

Die Arien “”Vado, ma dove? Oh Dei!”" KV 583 und “”Ch´io mi scordi di te?”" KV 505; gesungen von Bernarda Fink, wurde überzeugend schwerelos bewältigt. Ihr Mezzosopran, die melodischen und rezitativischen Elemente und gesangliche Feinheit in allen Lagen ihrer Stimme versetzten den Hörer in eine musikalische andere Welt.

Als krönender Abschluss erklang die Sinfonie C-Dur KV 425 „Linzer“.

Hier erwiesen sich die in der Pause gestimmten historischen Instrumente – Violoncelli, Holzflöten, Naturhörner etc. - als eine wahrhaftig stimmige und werksgetreue Mozart-Wiedergabe als ein Idealfall. Der barocke Klang, die beseelende und betörende musikalische Strahlkraft die von dem Orchester ausgeht macht einen sprachlos und entsprach wieder genau dem Klangerlebnis, worauf wir gehofft hatten, sie sind einfach die Meister ihres Faches und können wirklich von keinem anderen Orchester noch getoppt werden.

Das Ohr hörte Musik von Mozart, dass den Hörer um 230 Jahre zurückversetzte so fantastisch versteht es Gardiner, dem Hörer eine Klangwelt dieser Epoche entsprechend musiklisch und klanglich vorzuführen. Ein grandioses Finale des Orchesters beinhaltete ein vollends aus dem Häuschen geratendes Publikum, Gardiners Schwung riss alle Mitwirkenden und Besucher in einen Trancezustand, die Konzerthalle bebte nach dem Schlussakkord, welches mit Standing Ovation und einem nicht endend wollenden tosenden Schlussapplaus die Darbietenden in einen beglückenden Abend entließ.

Grüsse

Volker

1 Kommentar:

Volker hat gesagt…

4 Antworten auf “Sir John Eliot Gardiner” begeistert mit seinem Mozart-Programm in Weimar, 26.08.2006”

1. Alexmusician sagt:
22.2.2007 bei 12:00

Hallo Volker,
nun habe ich die Gelegenheit, dir ein ganz dickes Lob auszusprechen. Ein mehr als packender und fesselnder Bericht zu einem offenbar genialen Konzert des Meisters.
Eine gute Bekannte von mir ist in dem Konzert gewesen und bestätigt mit ihrem Eindruck das, was du uns hier auf eindrucksvolle Weise berichtest.
Vielen Dank für diesen tollen Review und einen herzlichen Gruß,
Alex
2. Ritus sagt:
22.2.2007 bei 16:00

Hallo @ Volker und @ Alex,

auch ich finde den Bericht von Weimar gelungen und freue mich schon auf die nächsten Berichte unserer Spezialisten!! Von
@ Martin habe ich schon lange keinen neuen Bericht mehr gesehen?

Danke nochmals für die schönen Konzertrezensionen und Grüsse
Ritus
3. Volker /admin sagt:
22.2.2007 bei 19:00

Ein Hallo an “Alle”

für Eure Beiträge zu meiner Weimar-Rezension herzlichen Dank.

Bin z.Zt. nicht ganz zufrieden mit den geschützten Blog-Seiten.

auf den Hnweis von
@ Martin kommt er unangemeldet auf sämtliche geschützte Seiten ohne dass ein Passwort verlangt wird. Ich bin dabei, sämtliche drei geschützte Seiten ein eigenständiges Passwort zu vergeben. Ich melde mich wieder mit einer Rundum-Mail an “Alle”, jetzt bin ich noch am Schwitzen!!!

Herzliche Grüße und einen schönen Abend

Volker
4. Martin sagt:
23.2.2007 bei 18:00

Hallo zusammen,

@ Ritus: kommt bald!!;-) Mir fehlt momentan die Zeit…
aber @ Alex hat ja ohnehin noch ein paar auf Lager??:-)
@ Volker: Danke für die Überprüfung und das update!

Schonmal schönes Wochenende und schöne Grüße,
Martin