Samstag, 22. März 2008

Eine postwendende Rezension auf die Johannes Passion in Wolfenbüttel von der Braunschweiger Zeitung

@Iris sagt:

Hallo,

die erste Rezension über die "Johannes Passion" von J.S. Bach mit dem Monteverdi Choir, English Baroque Soloists unter der Leitung von Sir J.E. Gardiner, aufgeführt am Karfreitag, 21. März 2008, in der St. Trinitatiskirche in Wolfenbüttel, liegt seit heute von der "Braunschweiger Zeitung / Land" vor.




In die Rezension reinklicken, danach erfolgt eine Vergrößerung..!!

Viel Spass beim Lesen.

Wünsche allen ein schönes Osterfest.

Gruß
Iris




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Kommentare:

Volker hat gesagt…

Liebe Iris,

auf diesem Weg noch einmal meinen herzlichen Dank an dich für diese prompte Rezension der Johannes Passion von Gardiner.

Dieser Bericht spiegelt meine persönlichen Empfindungen des Konzertes wieder.

Es war wiederum ein Erlebnis, mit allen ein Wiedersehen im Bayrischen Hof und in der Trinitatis Kirche erleben zu können, wunderbar und Inhaltsreich.

Ich werde noch eine spezifische Rezension aus meiner Sicht in den nächsten Tagen erstellen und die Fotos zur Verfügung stellen.

Ich wünsche allen ein schönes Osterfest.

Herzliche Grüße

Volker

muriel hat gesagt…

Lieber Volker,

ich finde die Rezension nicht hilfreich für eine arme Bachfanatikerin, die nicht dabei sein konnte.
Ich hörte in Baden-Baden, im teuersten Musikschuppen von Telemann die Brockespassion mit Riaskammerchor, Akademie für alte Musik unter Jakobs mit mir sonst nicht bekannten Solisten. Der Besuch war ziemlich kläglich, Chor und Orchester vorzüglich, Solisten sehr durchwachsen. Das alles wurde vom SWR übertragen. Telemanns Musik ist gut, aber - lieber Montanus - Brockes? Erst wenn man diese Texte hören musste, lernt man die Tiefe der Bachschen Texte schätzen. Was Telemann da für einen Wahnsinnsunfug vertonen musste, ganz erstaunlich, dass noch ein echter Telemann heraus kommt. Wenn Montanus über den mäßigen Besuch der Händelschen Brockespassion klagte, dann nehme ich mal an, die Leute fliehen vor solchen Ergüssen - natürlich ist das nicht der Grund, nur mein Wunsch.
Bei aller Liebe, irgendwie spielt der Text doch eine Rolle und Bach steckte eben in der Bibel drin, und ich behaupte mal, alle Komponisten, die sich an der Bibel orientierten, sind über sich hinausgewachsen, z.B. Händel mit dem "Messias". Danke für Deinen Hinweis auf die "Matthäuspassion" mit Koopmann. Ich sah Ausschnitte davon bei Youtube und war sehr angetan. Die Frage ist jedoch, ob die CD klanglich besser ist als die DVD. Die CD kostet übrigens bei jpc 14 €.

Ein gesegnetes Osterfest, eure (fromme) muriel

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen,

ich fand die Aufführung auch sehr beeindruckend, soweit es Chor, Orchester und Julia Doyle und Matthew Brook betrifft.

Mark Padmore und Dietrich Hentschel hatte ich anders in Erinnerung. Das starke Vibrato von Mark Padmore hat mich zeitweise wirklich gestört. Es mag sein, dass er nicht optimal zu meinem Platz stand, jedenfalls kamen einige Töne auch nicht sauber an und mir fehlte im Ganzen die Klarheit seines Gesangs, mit der er mich zuletzt bei der Aufführung der Matthäus-Passion begeistert hat.

Ansonsten war ich von der Besetzung mit Richard Wyn Roberts sehr enttäuscht. Er stand ja bereits ursprünglich als Solist fest und wurde nicht kurzfristig wie Richard Bates (der meiner Meinung nach beide Alt-Partien hätte singen sollen) "eingewechselt". Deshalb umso unverständlicher, dass hier keine stärkere Stimme verpflichtet wurde.

Ebenfalls störend für die Atmosphäre fand ich Graf von der Schulenburg. Mit Sicherheit hat er bei seinem enormen Engagement um dieses Festival und Monteverdi Ltd. ein gewisses Anrecht darauf, im Mittelpunkt zu stehen. Jedoch erwarte ich gerade von jemandem in dieser Position und nicht zuletzt auch aufgrund seines Standes (auf den er sich scheinbar eine Menge einbildet) ein vornehmes Auftreten. Sich nur Minuten vor Konzertbeginn sehr weit vorne breitbeinig und betont selbstherrlich an eine Säule gelehnt mit weit ausholenden Gesten zu präsentieren (jedem, der in der Kirche war, wird es kaum entgangen sein), zeugt mit Sicherheit nicht von fortgeschrittenem Stil- und Situationsverständnis.

Um positiv abzuschließen: Die Choräle und Chöre waren wieder effektgeladen und in Gardiners unnachahmlicher Weise pointiert. Die Idee, die zweite Strophe von "Wer hat dich so geschlagen" a capella singen zu lassen, verfehlte ihre Wirkung nicht und auch die offensichtlich stark erkälteten Zuhörer konnten für ein paar Momente innehalten. Ich denke, dass der Klang des Monteverdi Choirs einfach das Optimum ist, was man einem Chor abverlangen kann. Die Dynamik, die Klarheit des Klangs, die Präzision in jeder Phase des Konzerts, die offensichtlich perfekte und einheitliche Interpretation von Gardiners Dirigat, die Sauberkeit der Sprache (obwohl sämtliche Chorsänger geborene Engländer sind), all das und vor allem alles das zusammen sind Dinge, die andere Chöre meiner persönlichen Meinung nach nicht oder zumindest nicht konstant bieten können.

Wie zu sehen war, erwarten Julia Doyle und Kirsty Hopkins Nachwuchs. Schade, dass sie dann in Köthen im September nicht dabei sein werden. Als Alt wird uns dort voraussichtlich Clare Wilkinson erfreuen.

Schöne Grüße,
Martin