Dienstag, 15. April 2008

Sensationsfund von J.S. Bach durch die Uni Halle

Hallo,

Musikwissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben eine Orgelkomposition von Johann Sebastian Bach entdeckt. Bei dem Werk, von dem bislang nur die ersten fünf Takte bekannt waren, handelt es sich um eine Fantasie über den Choral „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“.



Obiges Foto: Auszug aus Wilhelm Rusts Abschrift der Orgelkomposition Johann Sebastian Bachs, Beginn der Fantasie. (
Foto: ULB Halle )

Die Komposition liegt in Form einer Abschrift des ehemaligen Leipziger Thomaskantors Wilhelm Rust in der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) in Halle vor. Die ULB ersteigerte vor wenigen Wochen einen Teilnachlass von Rust.

Entdeckt haben die Komposition nun Dr. Michael Pacholke und Stephan Blaut, die an der Hallischen Händelausgabe arbeiten. Diese kritische Gesamtausgabe ist als Drittmittelprojekt in das Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) integriert. Pacholke und Blaut hatten zusammen mit Dr. Kathrin Eberl-Ruf von der MLU den Erwerb des Nachlasses von Willhelm Rust angeregt. Ein Leipziger Auktionshaus hatte ihn zur Versteigerung angeboten. „Bei der Durchsicht bin ich dann auf ein Stück von Bach gestoßen, das ich nicht kannte. Damit begann die Recherche", berichtet der Musikwissenschaftler Stephan Blaut.

„Die Entdeckung bereichert unser Wissen um das Frühwerk Johann Sebastian Bachs in beträchtlichem Maße und schenkt der Musikwelt eine großartige Komposition in einer in Bachs Oeuvre seltenen Gattung der Orgelmusik", sagt Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann vom Institut für Musik der MLU. „Aufgrund seiner Dimensionen und seiner beeindruckenden kompositorischen Gestaltung wird der Fund sicher mit Freude Aufnahme sowohl bei der Fachwelt als auch bei den Liebhabern der Musik Bachs finden", ergänzt Stephan Blaut.

„Ich kann unsere Musikwissenschaftler zu diesem Fund nur herzlich beglückwünschen", sagt Prof. Dr. Wulf Diepenbrock, Rektor der Martin-Luther-Universität. „Zusammen mit der Universitäts- und Landesbibliothek haben sie Beachtliches geleistet."

Zum ganzen Artikel hier klicken !


---------------------------------------------------

Zum Hörbeispiel:
 

Klickt den nachstehenden Link an dann gelangt ihr auf die Web-Site vom Hörbeispiel des BWV 1128.

Link zur Webseite: 

http://www.divshare.com/download/5053330-248


Grüsse
Volker

Kommentare:

Volker hat gesagt…

Hallo zusammen,

wieder ein Meilenstein in der Bach-Forschung. Großartig, dass diese Orgelabschrift vom Thomaskantor Rust vor dem Weiterverkauf durch Spezialisten der Bach-Forschung erkannt und verhindert wurde.

Ich hoffe, dass weitere unbekannte Werke von J.S. Bach aufgefunden werden.

Wie ist Eure Meinung dazu?

Grüsse
Volker

Volker hat gesagt…

Hallo,

Die Ersteinspielung des Bach-Orgelwerks erscheint bei cpo
(Partner von jpc)

Die Rechte an der Ersteinspielung konnte sich das jpc-eigene Klassiklabel cpo sichern. Die Aufnahme wird im Spätsommer erscheinen, als 21. Teil der Einspielungen der Bach-Orgelwerke von Gerhard Weinberger.

Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo,

Hier noch eine Pressestimme aus "Die Welt" vom 17.4.2008:
------------------------

"'Wo Gott der Herr nicht bei uns hält' bereichert den Werkkatalog Bachs nicht nur um die BWV-Nummer 1128, sondern um die wohl bedeutendste Choralfantasie des Komponisten.

Sie zeigt Bach als einen Komponisten, der über höchste Kunstfertigkeit verfügt. Getreu der norddeutschen Tradition eines Franz Tunder oder Dieterich Buxtehude spielt Bach hier mit Echo-Effekten, der Organist muss zwischen den Manualen hin- und herwechseln.

Bach zerlegt dafür die Melodie des Kirchenlieds in einzelne Teile, verfremdet sie bis zur Unkenntlichkeit, umspielt, vergrößert und verkleinert die Motive."

Grüsse an die stummen Forumsmitglieder...!!

Volker

Iris hat gesagt…

Hallo, Volker,
nicht stumm, nur voll im Stress. Ich freu` mich schon jetzt auf die Einspielung der neu entdeckten Choralfantasie. Sagst Du noch bescheid, wenn es im august soweit ist? Ich zehre noch immer vom Orgelkonzert in Bielefeld. War die einzige erholsame, wirklich schöne Stunde der letzten Woche.
Herzl. Gruss
Iris

Volker hat gesagt…

Hallo Iris,

dann bin ich beruhigt, wieder meine Schreiber um mich zu wissen, das beruhigt ungemein...!!

Dir sage ich Bescheid, wenn die Einspielung von Prof. Weinberger im Sommer kommt, den hast Du als Dirigent in Kloster Corvey in dem Weihnachtskonzert kennengelernt, ein großartiger Orgel-Bach-Virtuose, seine Frau aber auch.

Dir wünsche ich ein schönes Wochenende und lieben Gruss

Volker

wadamo hat gesagt…

Hallo zusammen!

Aufregend, dass die Bach-Forschung immer wieder Überraschungen bietet. Bin aufmerksam, wenn die Orgelfantasie veröffentlicht wird. Gleich kaufen, will ich sie mir nicht. Irgendein findiger Organist in OWL wird sie mir lebendig vorspielen.

Gesegneten Cantate-Sonntag

Wolfgang

Volker hat gesagt…

Hallo,

seit dem 10.6.2008 ist die CD-Einspielung mit dem aufgefundenem Bach-Orgelwerk: Choralfantasie "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält" BWV 1128 mit dem Organisten Weinberger über den nachstehenden Link bei jpc zu bestellen und eine Hörprobe möglich..!!

Hier klicken

Grüsse an alle Orgelfreunde

Volker

Volker hat gesagt…

Hallo an alle Orgelfreunde,

im Internet gibt es eine ganze Hörprobe von der aufgefundenen Orgelkomposition: Choralphantasie BWV 1128
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"

eine gelungene Wiedergabe, beeindruckend die Echowirkung, der Orgel, erstaunlich was J.S. Bach in jungen Jahren schon für ein großartiger Orgel-Komponist war, alles sehr schön anzuhören. Die Organisten reissen sich um diese neue Komposition, um sich mit ihr vertraut zu machen und spielen zu können.

Klickt den nachstehenden Link an dann gelangt ihr auf die Web-Site vom Hörbeispiel des BWV 1128.

Link zur Webseite:

Hier klicken

anschließend auf der aufgerufenen Webseite die Textpassage:

04 - BWV 1128 aufgefunden Choralfantasie - BWV 1128 für Orgel Aug.mp3 anklicken..!!

Viel Freude beim Hören, es lohnt sich.

Schönes Wochenende und Grüsse

Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ganz vergessen, ich bin begeistert und würde gerne von euch einmal eine Antwort erhalten, wie ihr die Choralphantasie BWV 1128 findet.

Gruss
Volker

Iris hat gesagt…

Hallo, Volker,
hab` die Choralfantasie gestern gehört. Ich war tief beeindruckt wie Höselbach?(muss den Namen jetzt raten) das Wiedentdeckte zum Klingen brachte. Ein paar WLAN-Aussetzer waren gemein. Hast Du mitbekommen, dass Böhme zwischen den beiden Eingangschorälen einmal in einem kurzen Ausschnitt zu hören war? Aus lizenzrecchtlichen Gründen kam dann im Nachschlag die ganze Choralfantasie.(Es lebe der Lizensbetrieb, den ich nie verstehen werde.) Die hallesche Einspielung war gut - jetzt bin ich auf die von Prof. Weinberger gespannt.

Volker hat gesagt…

Hallo Iris,

leider hatte ich gestern Abend auch meine Probleme mit der Live-Übertragung aus der Thomaskirche des mdr um 20:00 Uhr, immer wieder einmal Aussetzer, leider, aber das Konzert wird am Sonntag, 15.6.2008 um 21:30 Uhr auf mdr-Figaro wiederholt.

Die Hörprobe muss von Martin Haselböck aus der Marktkirche in Halle / Saale sein, wo er bei den Händelfestspielen als Gast-Dirigent aufgetreten ist. Er ist ein bedeutender Orgelvirtuose der österreichischen Schule vom Barock bis zur Klassik.

Aufsehen erregte er im vergangenen Jahr mit der Wiener Akademie gemeinsam mit Musica Angelica Baroque Orchestra mit der Aufführung der Matthäuspassion von J.S. Bach. Er hatte die Gesamt-Leitung. Ihn muss man einmal im Auge behalten als ein weiterer Spezialist für "Alte Musik."

Liebe Grüsse
Volker

wadamo hat gesagt…

Hallo Zusammen!

Aus Italien zurück begrüßt mich der link von Volker und ich höre erstmals digital die Orgelfantasie BWV 1128 mit vollem mächtigen Klang. Ein reifes Werk.

Habe schon den Organisten der Stiftskirche S.Marien Herford gebeten, es mal aufzuführen. Dann also lebendig und gerade die Pedalarbeit des Organisten, kann man auf unserer Colon-Orgel so gut verfolgen. Er hat's versprochen. Gruß

Wolfgang

Volker hat gesagt…

Hallo Wolfgang,

herzlich willkommen zurück aus Italien. Ich hoffe, Du hattest viel Erfolg mit der Erweiterung deiner italienischen Sprachkenntnisse und konntest Neues an Historie entdecken.

Ja, die Orgeleinspielung von Martin Haselböck in Halle war schon großartig gelungen.

Für heute herzliche Grüsse

Volker