Dienstag, 27. Mai 2008

Solokantate BWV 82 für Bass und das BWV 82a für Sopran

Hallo,

ich greife einmal den Hinweis von @ Iris, auf und möchte auf die von ihr so geliebte Solokantate "Ich habe genug" von J.S. Bach, hier zur Diskussion stellen. Diese Kantate ist ebenfalls einer meiner Favoriten aufgrund ihrer ergreifenden Schönheit.

Diese Solo-Kantate: "ich habe genug" (BWV 82 für Bass und BWV 82a für Sopran), gehört zum Ergreifendsten, was die Musikliteratur hervorgebracht hat. Diese ursprünglich für den Leipziger Sonntagsgottesdienst des 2. Februar 1727 geschriebene Kantate ist ein Mikrokosmos an Betrachtungen über den Tod, mit denen ein heutiger Hörer vielleicht nur schwerlich etwas anzufangen weiss.


CD von Gardiner, BWV 82, Hörprobe bei amazon mit dem Bassisten Peter Harvey



CD mit dem Freiburger Barockorchester, BWV 82a beim Label Carus, Hörprobe als Sopran-Solo mit Emma Kirkby


Die ursprüngliche Fassung der Kantate in c-Moll für Bass-und Oboen-Solo (BWV 82), wurde um 1730 in e-Moll für Sopran-Solo, Traversflöte und Streicher umgearbeitet BWV 82a, ein Beweis für die Wertschätzung dieser Musik durch den Komponisten J.S. Bach.

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Eine weitere Hörprobe von der Solo-Kantate BWV 82a ist bei You Tube mit einer ergreifenden Sopranistin zu hören, ist es Emma Kirkby? mit Ton Koopman?

E. Kirkby
gehört heute zu der Gattung der hervorragenden Bach-Sängerinnen für Sopran.

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Als eine von nur insgesamt 12 Solokantaten Bachs enthält sie mit der "Schlummer-Arie " eines seiner populärsten Stücke überhaupt: Bach selbst übertrug dieses herrliche Stück in das private Notenbüchlein seiner Frau Anna Magdalena.

Der Text des unbekannten Dichters bezieht sich auf das Lukas-Evangelium von der Darstellung Jesu im Tempel (Lukas 2 / 20 - 32): der greise Simeon spricht, das Jesukind auf den Armen, zu seinem Gott, nun könne er beruhigt sterben, denn "meine Augen haben den Heiland gesehen ". Selten hat Bach das Weltverneinende, die Ablehnung des irdischen Lebens, diese mystische Sehnsucht nach dem Tode und nach himmlischer Seligkeit intensiver, packender, inbrünstiger in Musik umgesetzt. Die zur gleichen Zeit komponierte Matthäus-Passion von Bach, stellt eine Verbindung zur Arie "Erbarme dich, mein Gott ").

Macht euch ein Bild von dieser wunderschönen und ergreifenden Kantate - aufgrund der angegebenen Hörproben - und nennt mir eure Lieblingseinspielungen, welches BWV ist der Favorit, BWV 82 oder das BWV 82a.

Grüsse
Volker




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Kommentare:

Montanus hat gesagt…

Hallo Volker,

mit Deinem Lob der Kantate 82 rennst Du bei mir offene Türen ein: Wunderbar, diese Musik!

Hier nur kurz zu der Hörprobe auf Youtube. Koopman und Kirkby? Diese Paarung wäre neu für mich. Die Stimme der gesuchten fabelhaften Sängerin ist ein wenig fülliger, kehliger. Es ist, so bin ich ziemlich sicher, NANCY ARGENTA mit dem Ensemble Sonnerie unter der Geigerin Monica Huggett, die Flöte bläst Lisa Beznosiuk, und die Aufnahme ist 1994 bei Veritas bzw. Virgin Classics erschienen, noch zu hören sind BWV 199, 51, 84, 209 und 202.

Viele Grüße
Montanus.

Anonym hat gesagt…

Die Wahl ist schwer. Nancy Argenta singt ganz vorzüglich! Sie ist ja wohl auch eine Entdeckung Gardiners? Eigentlich liegt mir die Bass/Bariton-Fassung näher. Durch H.Prey und Dieskau. Harvey - Harvey hat ein Problem. Er ist supermusikalisch und intelligent, aber er hat keine oder eine nur sehr kleine hohe Stimme. In diesem Fall ist meine Wahl klar: BWV 82a

Iris hat gesagt…

Hallo, zusammen,
ich bleibe auch bei 82a und zwar bei der Rillingschen "Fassung" mit Sybilla Rubens. Gerade bei der Schlummerarie hat sie für mich etwas Beschwörendes; diese Intensität vermisse ich bei den anderen. Ich hab` noch eine Einspielung mit dem "The Dorian Consort" und Barbara Schlick - auch sehr schön - aber nicht so anrühernd.
Herzl. Gruss
Iris

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen,
ich glaube, mein Kommentar von vorhin ist nicht durchgekommen, deshalb ein neuer Versuch:
Ich habe eine einzige CD mit dieser Kantate die erste Bach-Kantaten-CD von Thomas Quasthoff. Auch wenn einiges auf dieser CD diskussionswürdig, d.h. geschmacks- und stimmungsabhängig ist, bin ich doch gerade von dieser z. T. sehr zart und eindringlich gesungenen Arie sehr berührt.
Viele Grüße
Barbara

Volker hat gesagt…

Hallo zusammen,

für die zahlreichen Kommentare erst einmal schönen Dank.

@montanus, da stimme ich Dir zu, das ist niemals Emma Kirkby, Ton Koopmann hat das BWV 82 mit Klaus Mertens eingespielt, wer eine Hörprobe davon möchte, sollte den nachstehenden Link anklicken:

Hier klicken

Mit der Wiedergabe habe ich gelinde gesagt Probleme, die Streicher klingen irgendwie aufgesetzt. Klaus Mertens enttäuscht mich ebenso, da würde ich die Gardiner-Aufnahme allemal vorziehen.

Meine Favoriten-Aufname ist das BWV 82a mit Emma Kirkby und den Freiburgern.

Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Ja @Barbara, da stimme ich mit Dir überein, auch ich möchte bei den Koopmannaufnahmen immer auf den Löschknopf drücken, wenn die Engländer zu singen anfangen. Daran hindert mich das hervorragende Istumentenensemble.
Und Barbara Schlick @Iris, Du hörst sie positiv, mir ist sie ein Gräuel, eine Frömmlerin - von der Stimme her. Sicher gibt es zu ihr andere Meinungen. Es kann ja nicht Zufall sein, dass viele Dirigenten sie engagierten und offenbar begeistert von ihr waren.

Einen schönen Tag wünscht allen
muriel

Volker hat gesagt…

Hallo,

heute bin ich auf eine Hörprobe vom BWV 82a für Sopran bei You Tube gestossen.

Es singt "Nancy Argenta" die von @montanus, schon erwähnt wurde, die Tonqualität ist befriedigend, der Gesangsvortrag vorzüglich, hört es euch einmal an, nachstehend auf hier klicken:

Hier klicken

Grüsse
Volker