Dienstag, 15. Juli 2008

Gardiner im Rundfunk von BBC und weitere Termine

@Barbara sagt:

Lieber Volker,

uff, geschafft, ich habe meine Kommentare abgesetzt. Jetzt darf ich auch einen schönen neuen Tipp loslassen. Im Augenblick ist es wirklich heftig bei mir, aber die Beiträge im Blog sind doch immer wieder eine kleine feine Freude.

In dieser Woche ist der "Composer of the Week" bei BBC Johann Sebastian Bach. Sämtliche Vokalaufnahmen sind mit Gardiner. Die meisten kennen wir von den SDG-CDs, aber das hier ist der Hit:

'Wo Gott der Herr nicht bei uns halt', BWV 178 [1724]
1. (Choral): "Wo Gott der Herr nicht bei uns halt?"
2. (Choral und) Recitativo (A): "Was Menschenkraft und Witz anfaht"
3. Aria (B): "Gleichwie die wilden Meereswellen"
4. Choral (T): "Sie stellen uns wie Ketzern nach"
5. Choral et recitativo a tempo giusto: "Auf speren sie den Rachen weit"
6. Aria (T): "Schweig, schweig, schweig nur, schweig"
7. Choral: "Die Feind sind all in deiner Hand"
Robin Tyson (alto), Christoph Genz (tenor), Bridley Sherrat (bass)/ The Monteverdi Choir / The English
Baroque Soloists / John Eliot Gardiner (cond)
SDG, pre-release - due for release in Oct 2008

Hier der Link dazu:

http://www.bbc.co.uk/radio3/cotw/pip/69bn0/

Verpasste Folgen können eine Woche lang abgerufen werden. Leider ist die Qualität bei BBC immer noch grottenschlecht, zum Konservieren reicht es einfach nicht, aber einen Eindruck bekommt man schon.

Für die, die sich wie ich auf die Übertragung des Prom-Konzertes der Johannes-Passion freuen, gibt es eine gute Nachricht, SWR2 übernimmt dieses Programm am 6. September 2008. Und die Qualität des SWR2 im Internet ist hervorragend.

Das wars für heute
viele Grüße
Barbara

Kommentare:

Volker hat gesagt…

Hallo Barbara,

wieder einmal fantastische Angaben von Dir, dafür meinen herzlichen Dank.

Das werde ich mir nicht entgehen lassen und bei BBC einmal mir die Highlights anhören.

Liebe Grüsse und gute Nacht

Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen,

das war eine tolle Bachwoche mit fantastischen Hörproben auf BBC3, dafür danke ich nochmals ganz herzlich @Barbara, für diese Angaben.

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Aber gestutzt habe ich bei der Wiedergabe von Gardiner mit dem BWV 178 "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält", - diese Kantaten Einspielung soll ja im Oktober 2008 in der SDG-CD enthalten sein - was er im Chor für ein übertriebenes "Staccato" an den Tag legt. Hier wurde ich hellhörig und habe mir einmal Musikbeispiele von diesem Eingangschor vom BWV 178 mir angehört. Diese Form gibt es nur bei Gardiner, meiner Meinung nach, sehr übertrieben, das Orchester ist bei allen Hörproben im Staccato zu hören, der Chor singt aber sehr ruhig und bedächtig diesen schönen Choral.

Da frage ich mich, was für eine Idee Gardiner dazu bewegt, dieses auch vom Chor übernehmen zu lassen, das ist für mich nicht nachvollziehbar und mehr als gewöhnungsbedürftig.

Leider besitze ich keine Hörprobe von der BBC3-Wiedergabe von dieser Woche, dafür stelle ich einmal als Gegenbeispiel zwei Hörproben anderer Interpreten hier zur Verfügung und hört Euch diese Musikbeispiele einmal an.

1.) Sigiswald Kuijken und Petite Bande mit dem Eingangschor des BWV 178 "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, bitte den nachstehenden Link anklicken zum Hörbeispiel eins.
Link:
Hier klicken

Als ein zweites Hörbeispiel habe ich "Masaaki Suzuki" mit dem Eingangschor vom BWV 178 hinterlegt, hört auch da einmal rein, nachstehendes Link anklicken.

Link:
Hier klicken

Wenn einer ein Hörbeispiel von Gardiner, BWV 178, vom Eingangschor besitzen sollte, kann er es mir zusenden, dann würde ich es noch nachträglich hinterlegen.

Über Eure Stellungnahmen bin ich gespannt.

Schönes Wochenende und Grüsse

Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo Volker,

ich finde diese Aufnahme im Gesamten sehr gewöhnungsbedürftig. Bis auf die letzte Arie und den Choral hat Gardiner meinen Geschmack diesmal nicht wirklich getroffen. Zwar ist das Orchester wie immer brilliant, aber was die Solisten angeht, bin ich nicht überzeugt von dieser Auswahl. Über Robin Tyson hatten wir ja zu einer anderen Gelegenheit schon geschrieben. Nach wie vor klingt seine Stimme sehr störend in meinem Ohr. Gerald Finley hat eine für Gardiner-Bach-Konzerte sehr ungewöhnlich volle und überwältigende Bassstimme - ob er wie im Januar (SDG 19??) auch nur als Krankheitsvertretung eingesprungen ist? Wer weiß. Christoph Genz singt sehr sauber und mit schönen Partien, dafür fehlt für mich etwas Fülle und Ausdruck wie z.B. bei Padmore oder Gilchrist. Mit Sicherheit alles eine große Geschmacksfrage. Meiner wurde diesmal leider nicht voll getroffen. Ich bin mal auf die anderen Kantaten gespannt.

Habe übrigens vor einigen Tagen etwas Bemerkenswertes bei Youtube gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=BT0zAEfjhE4

Offensichtlich wurde das "Deutsche Requiem" im Concertgebouw vom TV aufgezeichnet, verfügbar ist allerdings nur der 3. Teil.

Einen schönen Samstag allen,
Martin

Anonym hat gesagt…

Hallo Martin,

"Herzlich Willkommen" zurück im Club, habe mich gefreut wieder von Dir zu hören, schön so.

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Ja, da stimme ich deinen Angaben voll zu, ich fand diese anstehende Einspielung sehr sehr gewöhnungsbedürftig.

Was Du schon erwähnt hast:

"Gerald Finley" hat eine für Gardiner-Bach-Konzerte sehr ungewöhnlich volle und überwältigende Bassstimme...

fand ich ebenso grandios, ihn habe ich noch nicht gehört und war sehr angetan von ihm. Schade, dass solche Top-Solisten so selten bei ihm auftreten..!!

Ansonsten finde ich BBC3 mit solchen Angeboten einfach fantastisch, eine Woche vorher war ja Gardiner und Co. auch schon zu hören, das habe ich leider verpasst, den @Barbara Link habe ich mir sofort unter meinen Favoriten abgespeichert, mal schauen, was sie in Zukunft dort noch bringen werden.

Ein schönes Wochenende und
herzliche Grüsse

Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo Volker,

ja BBC3 scheint wirklich Gardiners "Haussender" zu sein, so oft wie er und seine Ensembles dort zu hören sind.
Ich fand auch das Potrait zum Monteverdi Choir sehr interessant, das vor einigen Wochen zu hören war.

Wie gefällt Dir der Brahms Mitschnitt auf youtube? Ich finde ihn sehr gelungen, wenn man auch im Falle von Dietrich Henschel feststellen muss, dass singen nichts mit optischer Eleganz zu tun hat:-)
Trotzdem einfach beeindruckend, wie hingebungsvoll er das macht und seine Stimme ist ohnehin klasse.

Schöne Grüße,

Martin

Anonym hat gesagt…

@Barbara sagt:

Hallo,

Bitte schön - ich habe gerade mal aufgenommen. Ich kannte die Kantate noch nicht, aber der Eingangschor klingt wirklich brutal hart. Vielleicht ist die Erklärung dafür im Text zu finden, diese Aussagen sind ja auch ganz schön hart.

Der Bass ist lauf BBC (Website und Ansage) nicht Gerald Finley - einer aus der alten Garde, dessen warme Stimme ich sehr mag und von dem ich in Kombination mit Gardiner hier liegen habe. Besonders die Schöpfung mag ich sehr.

Link zur Hörprobe nachstehend:

Hier klicken

Einen schönen Sonntag
Barbara

Volker hat gesagt…

Hallo zusammen,

@Barbara, Dir erst einmal ein dickes Danke für die 3.Hörprobe, um die es sich handelt.

Manchmal kann eine gesunde Kritik Wunder bei den Interpreten bewirken.... ?!
Diese Interpretationsform ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig, da klingen mir die anderen Interpreten gefälliger, das ist meine subjektive Meinung dazu.

@Martin,

das Deutsche Requiem von Brahms bei Youtube hört sich recht ordentlich in der Klangqualität an, danke für den Tipp, werde es einmal im Forum hinterlegen.

Der Bassist bei Gardiner im BWV 178 muss
laut Angaben von BBC3 "Bridley Sherrat" sein
und nicht "Gerald Finley."

Aber wir meinen beide den gleichen in seiner starken Ausdrucksform, um wen es sich auch immer handeln sollte. Gehen wir einmal davon aus, dass es Bridley Sherrat ist.

Für alle eure zur Verfügung gestellten Informationen nachmals meinen Dank.

Herzliche Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Oh, ich entschuldige mich! Es ist natürlich Brindely Sherrat. Wohl nicht genug Kaffee gehabt heute...:-)

Gerald Finley finde ich in der "Schöpfung" auch unschlagbar. Eine tolle Aufnahme!

Einen schönen Abend,

Martin

Iris hat gesagt…

Ihr Lieben 178ger,
mir ist beim Hören auf BBC3 ein leichter Schauer den Rücken heruntergelaufen: die ganze Zerissenheit und Unzulänglichkeit dieser Welt, das "Feindetoben" stellt Gardiner so plastisch-realistisch dar, wie ich es bisher nicht kannte. Gardiner wird für sich eine Textinterpretation gemacht haben-da stimme ich Barbara zu - und die hat er 1:1 auf Orchester und Chor übertragen. Diese 178 muss für meine Begriffe nicht "schön" sein. Aber sie ist es trotzdem SCHÖN UND VOR ALLEM EHRLICH.
Lieben Gruss und schönes Wochenende! Iris

Anonym hat gesagt…

Hallo Volker,

für mich ist das schon verständlich, was Gardiner da macht. Der Text weist auf eine absolut aussichtslose Situation hin, wo es um absolut alles geht. Stell Dir das mal vor, du weißt nicht mehr ein und aus, bekommst vor lauter Angst keine Luft mehr, bist fast am Hyperventilieren (Staccato!) - entweder setzt du dich da in die Ecke und bist wie gelähmt oder du schlägst wahllos um dich. Gefällige Musik wäre da doch ziemlich unpassend. Würde besser klingen, wenn ich mich in den Sessel setze und einfach nur genießen möchte. Insofern hat Suzuki schon seinen Platz. Aber wenn ich die Textaussage nachempfinden möchte, ist FÜR MICH Gardiners Aussage schon schlüssiger. Spannend, wie er einen immer wieder zum Nachdenken bringt.
Schönen Sonntag
Barbara

Anonym hat gesagt…

Danke, Barbara, bei mir ging nur deine mp3, die mit dem Real-Player wollte nicht. Ich finde die Interpretation des Eingangschors von BWV 178 nachvollziehbar, das Kampfgemetzel, das "Toben der Feiunde", die von Barbara erwähnte Angst (Enge) "Wo er Israel Schutz nicht ist". Freue mich schon auf den Herbst. Alex

Volker hat gesagt…

Hallo an alle Hörer vom BWV 178 !

@Iris, für deinen ausführlichen Kommentar erst einmal Danke, dazu muss ich einmal den Text des Eingangschores hier hinterlegen, dann wird die Rhythmik von Gardiner in etwa verständlicher:
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Wo Gott der Herr nicht bei uns hält,
Wenn unsere Feinde toben,
Und unser Sach nicht zufällt
Im Himmel hoch dort oben,
Wo Israel Schutz nicht ist
Und selber bricht der Feinde List,
So ists mit uns verloren.
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Hier wäre meines Erachtens, bezogen auf den Text, eine kleinere Zurücknahme des Staccato nicht unangebracht, die Musik wirkt auf mich erdrückend und nimmt einem den Atem, wenn er das als Interpret wollte, dann hat er sein Ziel erreicht..!!

Aber noch etwas erfreuliches, es gibt von mir eine weitere Hörprobe, das sollte @Muriel, besonders interessieren, es ist ihr Leib und Mageninterpret und möchte es ihr und uns nicht vorenthalten.

Der Link zur 4. Hörprobe ist untenstehend anzuklicken:

Link:
Hier klicken

Es ist ebenfalls eine schöne Aufnahme und ist fast identisch mit den drei vorangegangen Hörproben, hört es Euch einmal an, da ist Gardiner wirklich ein "Ausreisser der edelsten Sorte."

Schönen Sonntag

Volker

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P.S. Meinen alten Kommentar habe ich gelöscht, weil die Hörprobe neu von mir heute: 20.7.2008 um 13:07 h neu hinterlegt worden ist.

Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen,

es ist immer wieder für mich schön, wenn die Gardiner-Fan-Gemeinde sich so zahlreich zu Wort melden.

Die Interpretation des Eingangschores vom BWV 178 wird mir beim mehrmaligen hören immer verständlicher und zeigt auf, wie Gardiner als ein "grossartiger Textdeuter" es in seiner Musik zu interpretieren weiss..!!
Da kommen die anderen Aufnahmen als ein seichter Aufguss zu Gehör.

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Wer Probleme mit den von mir hinterlegten Hörproben besitzt, sollte sich den QuickTime-Player kostenlos herunterladen, der besitzt alle MP-Formate und ist eine Alternative zum Real-Player, der nur bedinglich alle MP-Formate wiedergeben kann.
Würde mich über weitere Meldungen diesbezüglich freuen, denn es wäre Schade, wenn die Hörproben nicht zu hören wären.

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Ich will einmal schauen, ob ich noch eine Hörprobe von Rilling bekommen kann, dann wären die grössten Interpreten für "Alte Musik" hinterlegt.

Schönen Sonntag und Grüsse

Volker

Volker hat gesagt…

Hallo an alle BWV 178 - geschädigte.

Leider können fast alle meine im AppleFormat erstellten Hörproben nicht gehört werden.
Nunmehr habe ich mich entschlossen, über meinen alten Windows-Laptop die 3 nicht zu öffnenden Hörproben nochmals aufzubereiten.

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Ich fange mit der vollständigen Hörprobe des 1. Satzes aus dem BWV 178; "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält" einmal an.

Diese Hörprobe läuft unter: 4. Hörprobe, es ist die Wiedergabe von @Muriels, Leib-Interpreten.

Bin erstaunt, wie schnell er ist, 4,06 Minuten, da kann Gardiner ihm nicht das Wasser reichen, so schnell spult er diese Version herunter. Im Chor hat er fast die
gleiche Dynamik wie Gardiner, aber das Orchester, eine atemberaubende Geschwindigkeit legt er hier an den Tag, hört einmal rein, und sagt Eure Meinung dazu.

Link unten anklicken..!!

Hier klicken

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Die Gardiner-Aufnahme ist unter dem
Kommentar:

@Barbara sagt:

Hallo,
Bitte schön - ich habe gerade mal aufgenommen.

für jeden zu hören...!!
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Kleine Hörproben sind nachfolgend vo:
Kuijken und
Suzuki anhörbar.
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Link unten 1. Hörprobe

Hier klicken

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2. Hörprobe, Link unten anklicken:

Hier klicken

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Die Dateien werden selbsttätig heruntergeladen und anschließend öffnet sich der RealPlayer zum anhören, das dauert ein wenig, also Geduld.

Nun wünsche ich ungetrübten Vergleich des Hörens und freue mich über Stellungnahmen, ob nun alles geklappt hat.

Herzliche Grüsse

Volker

Anonym hat gesagt…

Halo,

ich habe gerade festgestellt, dass bei dem 1. anhören

a n s c h l i e ß e n d - der realPlayer oben r e c h t s - mit dem X g e l ö s c h t werden muss, sonst gibt es bei der 2. Hörprobe eine Fehlermdelung.

Also immer den "RealPlayer" löschen und dann neu die Hörprobe herunterladen, ist wohl eine Macke der Website..?!

Gruss
Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo Volker,
jetzt kann ich auch hören...
Nur - wenn ich diese Version als Erstes gehört hätte, hätte ich mich im Sessel zurückgeleht, Augen geschlossen und gedacht: Meine Güte, welch eine schöne Musik. Ich wäre nicht im entferntesten auf die Idee gekommen, mal in den Text zu gucken und darüber nachzudenken. Dies ist der kleine, aber feine Unterschied.
Viele Grüße
Barbara

Anonym hat gesagt…

Hallo Barbara,

freue mich, dass die Hörbeispiele nun gehört werden können.

Ja, da stimme ich Dir zu, nur zuhören und geniessen war bei Gardiners Hören auf BBC3 nicht möglich, ich war wie elektrisiert über diese Aufnahme, aber so der Text uns nun zur Verfügung steht, ist alles mehr als Einleuchtend und Verständlich.

Herzlichen Gruss
Volker

Anonym hat gesagt…

@Iris sagt:

Hallo Volker,

hab` jetzt so lange an der MP3 rumgebastelt,
und kann Dir jetzt einen abspielbaren mp3 file schicken! (Rilling).

Zu einer weiteren Hörprobe vom BWV 178 von Rilling, bitte den unteren Link anklicken:

Hier klicken

Gruss
Iris

Volker hat gesagt…

Hallo,

@Iris, Danke für die Überlassung von der weiteren Hörprobe.

Probiert die einmal aus und meldet Euch, wenn es nicht klappen sollte.

Grüsse an die 178-Gemeinde

Volker