Montag, 18. August 2008

Orgel-Konzert und Arien von Bach, Händel, Mozart in der Ev. Petri-Kirche, Herford

Hallo,

ich möchte es nicht versäumen, das gestern gehörte Orgelkonzert mit zusätzlichen Arien von J.S. Bach, G.F. Händel und W.A. Mozart, dem Forum vorzutragen.

Sonntag, 17. August 2008, 18.00 Uhr Ev. reform. Petri-Kirche, Herford, KONZERT für SOPRAN und ORGEL Brigitte und Burkhard Ascherl / Bad Kissingen
im Rahmen des Herforder-Orgelsommers 2008



Foto: Ev. reform. Petri-Kirche, Herford. (Fotorechte: V.Hege)

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Programm:

J. S. Bach BWV 593, 1. Satz aus dem Concerto a-Moll von A. Vivaldi

Sopran-Aria "Gottes Engel weichen nie"
aus der Kantate "Man singet mit Freuden vom Sieg" BWV 149

G. F. Händel Orgelkonzert F-Dur op. 4, Nr. 4 (Bearbeitung: B. Ascherl)
Allegro – Andante – Adagio - Allegro

Sopran-Aria „O hätt’ ich Jubals Harf’“
aus „Josua“
Sopran-Aria "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt"
aus "Messias"

W. A. Mozart Fantasie f-Moll für eine Flötenuhr KV 594
(Adagio - Allegro - Adagio)

Sopran-Arien "Dulcissimum convivium" und „Agnus Dei“
aus „Litaniae de venerabili altaris sacramento” KV 243

J. S. Bach, BWV 29 / Orgel, Sinfonia aus Satz eins, aus der Ratswahlkantate:
"Wir danken dir, Gott"

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Foto: Steinmeier-Orgel von 1960 in der Ev.ref. Petri-Kirche Herford. (Fotorechte: V.Hege)

Der Besucherzuspruch für dieses ausgewogenen Konzert-Programm war übermächtig, nicht alle Anwesenden konnten einen Sitzplatz einnehmen und mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Bach, Händel, Mozart, ziehen einfach die Besucher in ihren Bann. Die sehr moderne Orgel-Literatur dagegen hat hier Probleme, die Kirchen füllen zu können.

Aus dem vergangenen Orgelsommer-Programm in 2007 ist der Organist: Ewald Kooiman, Amsterdam, noch in sehr guter Erinnerung haften geblieben, mit seinem umfangreichen Bach-Programm, in der St. Marien-Kirche, Stift Berg, die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, konnte er die Besucher mehr als zufrieden stellen, es war eine überragende Veranstaltung.

Link zur Rezension aus 2007 bitte klicken..!!

Hier sollten sich die Veranstalter einmal Gedanken darüber machen, solche Programminhalte für den Orgelsommer 2009 mit zu berücksichtigen, denn nicht jeder Orgel-Freund mag die sehr moderne Orgel-Literatur....!!

Die Kirche wurde im vergangenen Jahr umgebaut und modernisiert, die ehemalige Orgelempore wurde zu einem Veranstaltungsraum umgebaut und zum Kirchenraum verglast. Ihren neuen Standort erhielt die Orgel im ehemaligen Altarraum. Ob diese Lösung als vortrefflich anzusehen ist, darüber kann gezweifelt werden.

Als guter Standort dazu erwies sich der Platz für die gegebenen Sopran-Arien von Brigitte Ascherl, aufgrund ihrer guten und vernehmbaren Akustik.

Einleitend begann das Konzert mit dem Orgelprogramm von J.S. Bach, mit dem BWV 593, 1. Satz aus dem Concerto a-Moll von A. Vivaldi. Sicher, gefühlvoll registrierend, empfahl sich der Organist: Burkhard Ascherl, als ein Könner in dieser Orgel-Literatur an der kleinen Steinmeier-Orgel.

Die darauf folgende Sopran-Arie aus dem BWV 149 - (aus der Kantate: "Man singet mit Freuden vom Sieg) - mit dem 4. Satz: "Gottes Engel weichen nie" wurde von der Orgel unterstützend, klar und deutlich vernehmbar von der Sopranistin vorgetragen. Leichte Unsicherheiten in den hohen Stimmlagen und gepresste Töne, vermochten dieser schönen Arie nicht den entsprechenden Glanz verleihen. Diese gleichen Schwierigkeiten besass sie in den Arien aus dem Messias von G.F. Händel. Als Nachteil ist die Dominanz der Orgel zu erwähnen, als vortrefflicher würde sich ein Cembalo in der Continuo-Begleitung anhören.



Foto: (Sopran) Brigitte Ascherl und Burkhard Ascherl (Orgel) aus Bad Kissingen. (Fotorechte: V.Hege)

mp3-Hörprobe: BWV 149, Sopran-Arie, 4. Satz: "Gottes Engel weichen nie...!!



Vortrefflich erklangen die Arien von W.A. Mozart, aus dem KV 243, "Dulcissimum convivium" und dem "Agnus- Dei" aus Litaniae de venerabili altaris sacramento. Hier erwies sich die Sopranistin "Brigitte Ascherl" als eine vortreffliche Gesangs-Solistin, die voll zu überzeugen wusste und stimmlich ihren Glanzpart hatte.

Ein absoluter Höhepunkt wurde zum Schluss zu Gehör gebracht. Aus dem BWV 29, "Wir danken dir, Gott", erklang die Sinfonia aus der Ratswahl-Kantate als Orgel-Solo. Hier kam die ganze Erfahrung des Organisten zur Geltung, fantastisch registriert und in herrlichen Klangfarben, verstand er es virtuos, aus dieser kleinen Orgel ein Klang-Spektrum hervor zu zaubern, dass beispiellos erscheint. Das war Orgelmusik aus anderen Sphären und beglückte die Zuhörer.

Link YouTube: zum Orgel-Solo aus dem BWV 29, bitte klicken !

Lang anhaltender Applaus dankte den Vortragenden für ein ausgewogenes und vielseitiges Konzert-Programm.

Grüsse
Volker


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo,

der Organist gestern Abend war vor allem im Schlussstück (Ratskantate) große Klasse. Auch den Mozart hat er ganz gut gespielt. Die Sopranistin hat mir die Tränen in die Augen getrieben: ihre Höhen waren gepresst, sehr laut, ohne Artikulation.

Ich weiss auch nicht, ob es so gut ist, solche Arien mit Orgel zu begleiten; Bc oder Klavier wären für mich da angebrachter.

Grüsse

Iris

Anonym hat gesagt…

Hallo!

Da saßen wir alle in einer Reihe: die Gardiner-blog-Familie aus OWL-, hörten gebannt die Arien von Bach, Händel und Mozart und das furiose Orgelschluß-Werk von Bach. Das wichtigste Hörerlebnis war für mich, dass ich in St.Petri eine nachvollziehbare Musik vorgestellt bekam-,das war mal erholsamer Orgelsommer statt strapaziöses Hinhören auf disharmonische Klänge,die als Moderne verpackt das Orgelsommer-Programm diktierten.
Die Bach-Arie war auch von mir sehr emotional aufgenommen. Natürlich klang manche Höhe sehr gepresst, dafür war das Timbre der Sopranistin lyrisch und erinnerte an mehr.
Im Anschluß an das Konzert wäre ich gerne für einen Austausch mit allen noch etwas trinken gegangen.
Vielleicht das Nächste Mal.

Denkt bitte im September an die Aufführungen der Barockoper (Hochschule für KM), dazu vorher am 1.-2.9. die Erläuterungen im MARTA.

Gruß

Wolfgang

Iris hat gesagt…

Lieber Wolfgang,
was für eine Barockoper wird in der KM aufgeführt? und wann? Ich bin im Augenblick nicht in der Lage, eigene Recherchen durchzuführen. Wäre schön, je nach Termin, wenn wir uns Herford wiedersehen würden. Und nach der Aufführung stoßen wir OWler an.
Herzl. Gruss
Iris

Anonym hat gesagt…

Liebe Iris!

Es ist ein größeres Festprogramm, das sich da abspielt.
'La Rappresentatione di anima et di corpo' von Emilio Cavalieri wird aufgeführt bei uns St.Marien Stiftberg. Öffentliche Generalprobe am Freitag 12.9. 20.30Uhr. Einführungsvorträge am Mo 1.9+ Di 2.9. 19.30 Uhr im MARTA.
Kartenbestellung für die Aufführungen am 13.+14.Sept.20.30 Uhr unter Tel 05221/991463 oder held@hochschule-herford.de.

Laut Bericht am 19.8.im Herforder Kreisblatt wird das Ganze als frühbarockes Überweltliches Geschehen dargestellt.

Irgendwo im Internet gibt es auch einen link dazu, den ich aber im Moment nicht finde.

Am Besten rufst Du bei angegebener Telnr da mal an.

Gruß

Wolfgang

Iris hat gesagt…

Lieber Wolfgang, vielen Dank! Die Einführung in das "Spektakel" kann ich leider nicht mitmachen,aber am 13. und 14. 09. klappt es wahrscheinlich. Herzlichen Dank!
Lieben Gruss
Iris
Da ich nicht weiss, wie ich eine neue Seite eröffnen kann und Volker noch im Urlaub ist, gebe ich von Barbara eine tolle Meldung weiter: Die J.Passion vom 24.08.aus der Royal Albert Hall ist hinterlegt und man kann sie sich noch 6 Tage anhören oder aufnehmen. Hier der Text von B.:

Hallo Volker,

mal wieder was für den Blog:

gestern abend gab es auf BBC ein von mir lang erwartetes Konzert:

http://www.bbc.co.uk/programmes/b00d3kt8

John Eliot Gardiner conducts Bach's dramatic and moving Passiontide oratorio based on the Gospel according to St John. It focuses on the emotional and political drama of the arrest, trial and execution of Jesus - betrayed by Judas, abandoned by his disciples, flogged then defended by the Roman governor Pontius Pilate, but finally condemned at the behest of the angry mob.

Evangelist ...... Mark Padmore (tenor)
Christus ...... Peter Harvey (baritone)
Katharine Fuge (soprano)
Robin Blaze (countertenor)
Nicholas Mulroy (tenor)
Jeremy Budd (tenor)
Matthew Brook (bass)
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner (conductor)

Bach: St John Passion (sung in German).

Hier gibt es eine Einführung von Mark Padmore einzusehen:
http://www.bbc.co.uk/proms/2008/aboutthemusic/p51_bach.shtml

Anonym hat gesagt…

Liebe Iris

hier der linkhttp://www.hochschule-herford.de/html/pdf/flyer_ilTempo.pdf

Gruß

Wolfgang

Anonym hat gesagt…

Liebe Iris,
danke schön, dass Du das in die Hand genommen hast. Hier kommt der 2. Teil des Textes, den ich an Volker geschickt habe:

Vor dem Konzert gab es eine 45-minütige Einführungsveranstaltung mit John Eliot Gardiner und Mark Padmore. Diese ist auch abrufbar, leider aber nur für in UK Lebende. Falls jemand Beziehungen dorthin hat und diese zum Aufnehmen aktivieren könnte, wäre ich für eine Kopie sehr dankbar. Hier der Lind:
http://www.bbc.co.uk/proms/2008/whatson/plus.shtml#20080824b

SWR sendet auch eine Aufzeichnung dieses Konzertes, und zwar am Samstag, dem 6.9.:
19.05 BBC Proms
Bach-Tag
Orgelwerke
Simon Preston (Orgel)
Johannespassion BWV 245
Mark Padmore - Evangelist (Tenor)
Peter Harvey - Cristus (Bass)
Katherine Fuge (Sopran)
Robin Blaze (Countertenor)
Nicolas Mulroy, Jeremy Budd (Tenor)
Matthew Brook (Bass)
Monteverdi Chor
Englische Barocksolisten
Leitung: John Eliot Gardiner
(Konzerte vom 24. August)
SWR2 hat nur den Nachteil, dass der Livestream in Mono und in einer sehr geringen Qualität gesendet wird.

Und live ist das Ganze, dann mit anderem Evangelisten, ja am 3.9. in Köthen zu hören...

Auf dass ich jetzt Eure Rechner kräftig beschäftigt habe.
Viele Grüße und fröhliches Aufnehmen
Barbara

Iris hat gesagt…

Lieber Wolfgang,
danke für Deine Recherchen, Ich werd` mich jetzt für den 13./14.09 um Karten kümmern.
Herzl. Gruss
Iris

Volker hat gesagt…

Hallo zusammen,

es war für mich erfreulich, dass es im Forum ohne mein dazutun, Kommentare gegeben hat, dafür danke ich allen.

Ja, da stimme ich @Wolfgang, zu, der Orgelsommer 2008 war sehr "Modernlastig" ausgerichtet und trifft nicht jedermanns Geschmack. Hier hoffe ich auf das Programm 2009 mit einem schönen ausgewogenen Barock-Programm, dass mehr Zuhörer anspricht und den Orgelfreund beglücken könnte.

Liebe Grüsse
Volker