Freitag, 26. September 2008

Dirigent Kurt Masur entsetzt und boykottiert die Essener Philharmonie

@Iris sagt:


Hallo,

lese gerade folgendes:

eine Meldung von der Homepage des WDR3:

Kurt Masur boykottiert Philharmonie Essen...!

Nach der Entlassung des Essener Philharmonie-Intendanten Michael Kaufmann will der Dirigent Kurt Masur in dem Haus nicht mehr spielen. Er sei entsetzt über dessen plötzliche Entlassung, teilte Masur in einer schriftlichen Erklärung mit. „Michael Kaufmann ist der fähigste und wertvollste Intendant, den es in Deutschland gibt. Ich werde die Essener Philharmonie nicht mehr betreten, bis der Fall zugunsten von Michael Kaufmann entschieden ist“, heißt es in der Erklärung weiter. Auch der Komponist Wolfgang Rihm solidarisierte sich mit Kaufmann. Dieser habe „in Essen ‚kulturhauptstädtische’ Programme geboten, die Berlin, München und Hamburg zur Ehre gereicht hätten“, sagte Rihm gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Rihm ist in dieser Saison „Composer in Residence“ der Philharmonie Essen.

Meine Meinung dazu:

Ich persönlich finde die Einstellung von Masur Klasse und vermute, dass noch andere Dirigenten nachziehen werden. Ich bin gespannt, wie Gardiner sich verhält.

Grüsse Iris




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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Iris,

für Deine spontane Nachrichtenübermittlung über ein ganz aktuelles Thema, das weit über Essen hinaus reicht, - die fristlose Kündigung von einem erfolgreichen Intendanten der Essener Philharmonie: "Michael Kaufmann" - ist wirklich kaum zu fassen. Er soll in seinem Budget 1,5 Mill. € Mehrausgaben getätigt haben, da kann man getrost tränende Augen bekommen. Ein Millionengrab entwickelt sich mit der neuen Elbphilharmonie in Hamburg, da sind die Summen in Essen Kleingeld dagegen.

Man schüttelt heutzutage wirklich den Kopf über die Entscheidungen in den Rathäusern, wenn es um Kultur geht, drehen sie den Geldhahn zu, aber sonstige Projekte des Alltags können ruhig mit fehlenden Finanzierungen weiterlaufen...!!

Armes Essen, Kulturhauptstadt Europas in 2010 wollen sie sich nennen und jetzt so etwas kleinbürgerliches und spießiges; was dort an den Tag gelegt wird gleicht einer Provinzposse und sollten das Projekt "Kulturhauptstadt Europas" dann ebenfalls zu Grabe tragen denn hier steht die Finanzierung ebenfalls auf tönenden Füßen..!!

Die Industrie-Mäzene sitzen doch in den Startlöchern und würden sicher die Deckungslücke schließen..? Sollte das ganze Theater nur ein vorgeschobener Grund sein...?

Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Na ja, der Held von Leipzig ist ja nun auch ein älterer Herr und ich frage mich, ob nicht auch schöpferische Geister sich mal erschöpfen. Ab 75 sollten die besser Papst werden. Und 1,5 Millionen sind natürlich ein Pappenstiel, aber wenn ich meinen Etat um 2000 E überziehe, dann gibt es eine Katastrophe. Klar, ich bin nicht der Herr aus Essen, aber ich denke in diesen Zeiten, in denen Hartz IV Empfängerinnen und Sozialhilfeleute wegen lächerlichen Kleinigkeiten schikaniert und getrietzt werden, sind die paar Peanuts des Essener Künstlers auch kritisch zu sehen. Es wäre gut, wenn die über diese Entlassung empörten Geister sich mal kurz in die Rolle der Verantwortlichen in Essen versetzen würden. Vom Hamburger Millionengrab würde ich noch nicht reden. Das Konzerthaus Baden-Baden wurde auch so genannt, heute rentiert es sich, wenn auch mit Eintrittspreisen, die ich nicht zahlen kann und will. Wobei ich eingestehen muss, wenn eine Gardineraufführung so runde 80000 € kostet (wer weiß es genauer?)- klat, Koopmann ist auch nicht billiger (?), dann müssen solche Eintrittspreise genommen werden.

Liebe Grüße
muriel