Freitag, 17. Oktober 2008

Taschenbuch, Das Weihnachsoratoium, J.S. Bach

Hallo,

es naht sich so langsam wieder das Weihnachtsfest und das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach wird wieder angehört oder ein Konzert-Besuch steht an.

Darüber gibt es eine neuzeitliche Beschreibung über das "WO" von J.S. Bach in einer Taschenbuchausgabe von Walter Blankenburg als Autor verfasst.






Kurzbeschreibung

Das Buch ist eine umfassende Einführung in das Weihnachts-Oratorium von J. S. Bach. Die Betrachtung gilt dem gesamten Aufbau des Werkes, dem Text und der musikalischen Gestaltung im ganzen wie im einzelnen. Blankenburg erörtert die historischen Voraussetzungen und Zusammenhänge, die bestimmend für die Anlage des Weihnachts-Oratoriums als Oratorium geworden sind, geht auf den Text mit seiner Verbindung von Bibelwort, Kirchenliedstrophen und madrigalischer Dichtung ein und erläutert die der gottesdienstlichen Bestimmung entsprechende Aufgliederung in sechs Teile.

Er weist nach, daß es sich nicht um eine lose Reihe von Kantaten, sondern um eine textlich und musikalisch geschlossene Einheit der sechs Teile handelt. Ausführlich beschreibt er das vielfach angewandte Parodieverfahren und widmet sich eingehend der musikalischen Durchgestaltung im einzelnen, wobei er auch die zu Bachs Zeit gültige Lehre von den musikalischen Redefiguren und die musikalische Symbolik mit einbezieht. Sein Anliegen ist es, über eine Werkbeschreibung mit Analysen hinaus den Sinn von Bachs Musik zu deuten.

Meiner Meinung nach eine bemerkenswerte Hilfe, das WO neu zu interpretieren und sich mit neuen "Wissenschaftlichen-Erkenntnissen" persönlich auseinanderzusetzten.

Grüsse
Volker



Webnews

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen.

wer besitzt denn von Euch eine Interpretation des WO von J.S. Bach, das würde mich einmal interessieren. Gardiner sagt dazu, dass dieses Werk als Aufführung in Deutschland zu keinem Weihnachtsfest fehlen darf wo es doch so herrliche Advents-Kantaten gibt, die aufgeführt werden könnten als ein Gegenpool dazu.

Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo zusammen!

Bereits im letzten Jahr hatte Volker ja die Besprechung fast aller Aufnahmen des WO angefangen. Aber mit Recht heisst es auch in diesem Jahr: 'alle Jahre wieder'! Denn für viele von Euch ist das WO die unübertroffene Darstellung des geistlichen Inhalts von Weihnachten. Auf mich kommt das WO in meinem ersten Herforder Herbst besonders 'mich treffend' zu, da ich es auf dem Stiftsberg als Chortenor mitsingen darf. Am 28.12. führt die Kantorei von St.Marien die Kantaten 1 + 4-6 auf. Schon jetzt seid ihr dazu eingeladen. Zur immensen Probenarbeit kann ich sagen, dass alle Chorsänger ja auch eine kleine christliche Gemeinde sind, die intensiv musikalische und theologische Motive aufnehmen, innerlich verarbeiten und jeder in seinem individuellen Alltag auslebt. An Literaturempfehlung füge ich dem Blankenburg noch das TB eines Praktikers an: KMD Günter Jena, Brich an o schönes Morgenlicht, Herder Spektrum, ca. 10 €.
KMD Jena bespricht verständlich alle 64 Nummern des WO. Besonders deutet er die Tonarten der Chöre, Arie und Rezitative und findet in ihnen Deutung und inneren Zusammenhang. Ich lese im Büc hlein gerne vor dem Einschlafen und brauche garnicht mehr meine CD's auflegen.

Jeder von uns wird bestimmt seine persönliche Lieblingsaufnahme haben. Meine unübertroffene Evanglisten-Interpretation ist die von Fritz Wunderlich, die warme innigliche Atmosphäre bringt Hermann Prey in den Bariton-Arien rüber. Die überlangen Choral-Schlüsse in der Aufnahme unter Karl Richter unterstreichen oft wie ein Schlußstrich die Glaubensaussagen der Choräle. Die Choräle vertreten ja in traditioneller Ansicht die Gemeinde. Es gibt ja Hörer, die die Choräle innerlich mitsingen.

Mein Fazit: Das Bach'sche WO rettet das unter Alltagschristen verlorene Weihnachten. Lieber eine teure Eintrittskarte kaufen (oder wie in meinem Fall viele Probenstunden mitmachen), als Weihnachten absitzen.

Gruß

@Wolfgang

Anonym hat gesagt…

Hallo Volker, hallo Wolfgang,

das kleine güne Büclein steht auch in meinem Bücherschrank. Und ich muss gestehen, da steht es so gerne, dass ich es nicht überreden kann, dort mal raus zu schlüpfen und sich von mir lesen zu lassen. D.h. ich fange mal an, aber ich höre einfach lieber die Musik und finde, ich muss eigentlich gar nicht so viel darüber wissen. Das war zu der Zeit, wo ich noch gesungen habe, anders. Ein wenig Wissen über das zu aufzuführende Werk zu haben, war schon hilfreich.
Singst Du das WO zum ersten Mal, Wolfgang? Für mich fing mit ihm immer die wirkliche Vorfreude auf Weihnachten an. Die Adventszeit war immer so hektisch - eine Weihnachtsfeier nach der anderen, Stress in der Schule bei den Kids, irgendwo noch Plätzchenbacken unterbringen, nachts noch an Geschenken sitzen, wenn die anderen alle im Bett sind - iund dann noch irgendwie die Proben unterbringen, das war praktisch unmöglich. Aber dann - im Konzert - passierte eigentlich immer dieses kleine Wunder: Dieser Friede, der in der hektischen Zeit so sehr fehlt, war plötzlich da und ebenso eine riesengroße Freude, die dann locker bis Weihnachten hielt. Das WO ist für mich viel mehr wie NUR Musik. Und für mich ist DIE Aufnahme einfach die alte Gardiner-Aufnahme. Das sagt nichts über die Qualität anderer Aufnahmen aus, es hängen so viele Erinnerungen dran.
Viele Grüße
Barbara

Volker hat gesagt…

Hallo @Barbara und Wolfgang,

für Eure ausführlichen Kommentare meinen Dank. Das kleine grüne Buch wird in den nächsten Tagen ebenfalls meinen Bücherschrank zieren, bin schon richtig gespannt, ob es etwas neues zu entdecken gibt.

Besitze die DVD als WO aus Weimar von Gardiner und bin immer noch davon begeistert, sie kommt jedes Jahr auf den Bildschirm nicht nur die Musik ist berauschend sondern auch die Herderkirche inspiriert mich immer wieder mit dem alten Cranach-Gemälde im Altarraum, einfach ein Genuss.

Grüsse
Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo Barbara!

Auch Du hast von Deinen Erfahrungen mit dem WO geschrieben und gefragt, ob ich das WO zum ersten Mal singe. Nein-, ich habe es als junger Mensch ab 18 Jahren 2-3 mal gesungen. Heute in der Chorstunde hatten wir 3-4 wichtige Stücke geprobt. Wir sind 7 Tenöre und ich brauch mich nicht so sehr verausgaben. Beim Eingangschor der VI.Kantate wird mir vor Anstrengung regelmäßig schwindelig. Erst dachte ich, ich muß zum Arzt gehen, aber dann erinnerte ich mich, dass es mir in meiner Jugend vor ca. 30 Jahren als junger Mann beim Singen dieses Chores damals auch so gegangen ist. Es ist doch interessant, dass man so fühlt. Derselbe Körper, derselbe Geist, vielleicht mehr Erfahrung und bessere Gesangstechnik, aber das alte Werk bleibt und fordert auf's Neue heraus.

Gruß

@Wolfgang