Freitag, 5. Dezember 2008

Rezension-Besprechung: CD's von SDG 147 - Vol.5 veröffentlicht vom Label: SDG - Monteverdi im Oktober 2008

Hallo,

meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD eins; Aufführungsort: Christkirche in Rendsburg


Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD's

Kantaten für den achten Sonntag nach Trinitatis

BWV 178 - Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
BWV 136 - Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz
BWV 45 - Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

(Aufführungsort: 13/08/2000 Christkirche, Rendsburg)

Soloists: Robin Tyson; Altus
Christoph Genz; Tenor | Brindley Sherratt; Bass


Aufführungsort: Christkirche Rendsburg (Fotorechte: www.die-netzwerkstatt.de)

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Rezension
CD eins SDG 147, Vol. 5


Kantate: BWV 178 - "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält" (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

Das Werk ist eine Choral-Kantate und erfuhr am 20. Juli 1724 seine erste Aufführung. Das zugrunde gelegte Kirchenlied ist eine Nachgliederung des 124. Psalms durch Justus Jonas (1524).

Der Eingangschor: "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält" des 1. Satzes verkörpert den von Bach bevorzugten Typus des eröffnenden Choralchorsatzes: In einen thematisch selbständigen Orchestersatz ist der vom Chor vorgetragene Choral zeilenweise eingefügt. Die Liedweise liegt im Sopran verstärkt durch ein Horn.

Ein kontropunktisches Meisterwerk ist der Choral, Satz 2, "Was Menschenkraft und -witz anfäht", dieses gelingt dem Monteverdi Choir entsprechend umzusetzten.

Der 3. Satz lebt von dem beschwingt herrlich anzuhörenden BC und Violinen - der Bassist Brindley Sherratt glänzt durch ein starkes Stimmvolumen mit der Bass-Arie: "Gleichwie die wilden Meereswellen" ein vortrefflicher Bass, der die Wellenbewegung gesanglich vortrefflich umzusetzen weiß.


Bass: Brindley Sherratt (Fotorechte Staatsoper Hamburg)

Gut anzuhören ist das Orchester im 6. Satz für Tenor als Arie: "Schweig, schweig nur, taumelnde Vernunft!" ebenso präsentiert sich der Tenor: Christoph Genz.

Nuanciert gesungen wird der schlichte vierstimmige Schluss-Choral im 7. Satz: "Die Feind sind in all in deiner Hand."


Kantate:
BWV 136 - "Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz" (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

In der überlieferten Fassung entstammt dieses Werk dem ersten Leipziger Kantatenjahrgang Bachs und wurde am 18. Juli 1725 erstmals aufgeführt. Verschiedene Anzeichen des Quellenbefundes lassen jedoch vermuten, dass Bach dabei auf früher Komponiertes zurückgegriffen hat.

Der Eingangschor "Erforsche mich Gott" hat die Form einer weitläufigen Fuge. Zwei gleichthematische Chorfugenkomplexe werden durch Instrumentalpartien umrahmt und voneinander abgegrenzt. Ein Horn präsentiert zu Beginn des Ritornells das Hauptthema und ist auch im weiteren Verlauf des Satzes selbständig geführt. Beschwingt in seiner unnachahmlicher Art singt der Monteverdi Choir den 1. Satz.

Der 3. Satz mit der Alt-Arie "Es kommt ein Tag", gesungen von Robin Tyson, wird mit obligater Oboe d'amore begleitet, und besitzt eine ausdrucksvolle Figuration, die mich sehr angesprochen hat.

Der 5. Satz "Uns treffen zwar der Sünden Flecken" mit dem Arien-Duett für Tenor: (Christoph Genz); und Bass:
(Brindley Sherratt); überzeugen in dem Duett mit einem harmonischen Gesang und werden durch ein beeindruckendes Violinspiel unterstützt.

Im 6. Satz "Dein Blut der edle Saft", ein schlichter vierstimmiger Schlußchoral nach der Melodie "Auf meinen lieben Gott", beschließt dieses Kantatenwerk.


Kantate: BWV 45 - "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist" (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

Diese Prunk-Kantate wurde für den 11. August 1726 geschrieben und gehört zu jenen Werken, deren Texte demselben Jahrgang entstammen wie die Kantaten des Vetters von J.S. Bach, dem Meininger Kapellmeister "Johann Ludwig Bach."

Der großartige Eingangs-Choral - "Es ist dir gesagt, Mensch", ist wieder eines jener Beispiele, wie Bach vielgestaltig und beeindruckend aus einem einzigen Thema ein gewaltiges Klangvolumen entwickeln hat. Es ist für mich das Herzstück dieser Kantate und wird von dem fantastischen Monteverdi Choir entsprechend umgesetzt, die Beschwingtheit und Freude des Musizierens und Singens überträgt sich spontan auf den Zuhörer, das ist reine Bach-Kultur vom Feinsten..!!

Diese überschwengliche Musizierform setzt sich im 3. Satz mit der Arie für Tenor: (Christoph Genz) - "Weiß ich Gottes Rechte", entsprechend fort. Ein vortreffliches Orchester weiß klanglich zu überzeugen und hat in dem Tenor einen vorzüglichen Vortragenden.

Ein orchestrales Feuerwerk wird am Anfang von Satz 4 - "Es werden viel zu mir sagen" - zu Gehör gebracht, spritzig, beschwingt phrasierend, präsentiert sich das Spitzenorchester und finden mit dem Bass-Vortrag - (
(Brindley Sherratt); einen genialen Partner.

Es folgt ein inniger 5. Satz - Arie für Alt: (
Robin Tyson) "Wer Gott bekennt aus wahrem Herzensgrund" wird in Begleitung der Flöte und BC zu einem weiteren Prunkstück. Der Altus-Gesang gelingt entsprechend der trostvollen Text-Aussage in bewundernswerter Weise - perfekt.

Der gelöst klingende Schlusschoral im 7. Satz: - "Gib dass ich tu mit Fleiß" - beendet ein großartig zu bennendes Kantatenwerk. Ruhig und getragen singt der Monteverdi-Choir in bewegender Manier diesen wunderbaren Choral.

Fazit:
Die Kantate BWV 45 ist der Höhepunkt dieser SDG-Veröffentlichung von CD eins. Wieder zu bewundern, wie Gardiner in diesem Bach-Werk die entsprechenden Akzente zu setzen weiß, Orchester, Sänger und Gesangs-Solisten werden von ihm dementsprechend herausgefordert und erzielen so gemeinsam eine vortreffliche Werks-Wiedergabe.

Grüsse
Volker

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